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OBS in Berne und Lemwerder Schulleiter fordert sachlichen Dialog über Fusionspläne

An der OBS Berne könnten in Zukunft auch Schüler unterrichtet werden, die derzeit die Eschhofschule in Lemwerder besuchen. Schulleiter Sönke Ehmen wirbt für die Vorteile einer Fusion.

An der OBS Berne könnten in Zukunft auch Schüler unterrichtet werden, die derzeit die Eschhofschule in Lemwerder besuchen. Schulleiter Sönke Ehmen wirbt für die Vorteile einer Fusion.

Berne/Lemwerder - Natürlich weiß auch Sönke Ehmen von der Skepsis. Der Schulleiter der OBS Berne möchte die Sorgen der Eltern, die eine Fusion der OBS mit der Eschhofschule Lemwerder eher kritisch sehen, daher keinesfalls außer Acht lassen. Ehmen wünscht sich allerdings, dass es endlich einen sachlich und weniger emotional geführten Diskurs über die Fusion gibt – mit einem für alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnis.

Dialog stärken

Dieser könne seiner Meinung nach nur gelingen, wenn alle Beteiligten nicht mehr ausschließlich übereinander, sondern vor allem miteinander sprechen. Eine Informationsveranstaltung mit den Elternvertretern aller Klassen in der kommenden Woche, hofft er, soll den Dialog schon einmal stärken und das Verständnis für die jeweiligen Positionen fördern. Dass Ehmen eine Fusion der beiden Schulen befürwortet, steht außer Frage. Er begründet seine Sichtweise mit Erfahrungen, die er als Schulleiter der OBS Berne und als kommissarischer Schulleiter der Eschhofschule gesammelt hat. Seine Befürchtung: Mit der aktuellen Situation könne das bestmögliche Bildungsangebot für die Kinder nicht mehr gewährleistet werden, die Bildungsgerechtigkeit sei damit in Gefahr.

„Deshalb haben wir nach Alternativen geschaut und ein Konzept präsentiert, das eine Verbesserung herbeiführen soll“, sagt Ehmen. Mit „wir“ meint er die Schulleitung, den Landkreis als Schulträger, das Regionale Landesamts für Schule und Bildung (RLSB) und Teile der Kollegien. Nach NWZ-Informationen stoßen die Pläne insbesondere bei einem Großteil der Lehrkräfte in Berne jedoch auf große Vorbehalte. Ehmen erklärte allerdings, vom Widerstand nichts zu wissen.

Große Chance

Ihm sei es jedenfalls wichtig, alle Beteiligten umfangreich zu informieren und von den Vorteilen einer Fusion zu überzeugen.

Als „große Chance“ bezeichnet er einen möglichen Zusammenschluss, der zu einer nachhaltigen Verbesserung der Bildungsqualität führen könne. „Wir wollen das Gute aus zwei Orten zu etwas Besserem zusammenführen“, sagt Ehmen.


Die Herangehensweise der Fusions-Gegner, die immer wieder mit künftig zunehmenden Anmeldungen in den Grundschulen und damit positiven Folgen für die Eschhofschule argumentieren, kann er nur schwer nachvollziehen.

Es sei eher problematisch, allein auf dem Prinzip Hoffnung etwas aufzubauen. „Dafür sind mir die Kinder zu wichtig“, betont Ehmen, der sich für ein Angebot einsetzt, das den unterschiedlichsten Neigungen der Kinder entsprechen und deren Entfaltung fördern soll.

Zeitplan

Zuletzt wurde die Präsentation eines Konzeptes bekannt, das eine rechtliche Zusammenlegung der beiden Oberschulen zum 1. Februar 2022 und die Umsetzung zum 1. August 2022 modellhaft skizziert. Entscheiden müssten darüber final die Fraktionsmitglieder des Kreistags. Dort geben sich die Beteiligten aber zurückhaltend.

Nach Ansicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Francksen ist eine Beschlussfassung zum 1. Februar 2022 nicht praktikabel. „Wir planen eine ordentliche Vorberatung im Arbeitskreis Schulentwicklung. Hier wollen wir uns mit den vorgelegten Zahlen und Vorschlägen intensiv auseinandersetzen“, sagte er.

Ähnlich sieht es Torsten Lange, Sprecher der Mehrheitsgruppe von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Zwar sei die Fusion während der jüngsten Ausschusssitzung kurz thematisiert worden, „der Zeitplan mit dem 1. Februar ist aber nicht einzuhalten. Das wollen wir auch gar nicht.“ Der Mehrheitsgruppe sei es ebenso wichtig, dass mit allen Beteiligten gesprochen wird.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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