• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Drohende Abschiebung: Schulklasse kämpft für Mitschülerinnen

15.02.2014

Rodenkirchen Die aus Tschetschenien stammende Familie Eldarov bekommt in Rodenkirchen viel Unterstützung für ihren Wunsch, in Deutschland bleiben zu dürfen. Das zeigt die Unterschriftensammlung der Klasse 10 aH der Oberschule: 380 Schüler und Erwachsene haben unterschrieben. Die Zehntklässler mussten bei ihrem Einsatz aber auch mit Ablehnung fertig werden.

Das sagten die zwölf Schüler, als sie am Freitagvormittag zusammen mit ihrem Deutschlehrer, dem Schulleiter Jürgen Janssen, eine erste Bilanz zogen. Aber die Schüler sind entschlossen, weitere Unterschriften zu sammeln – beispielsweise in ihrer Nachbarschaft und in Rodenkircher Betrieben. Nächste Woche wollen sie die Listen an das Bundesamt für Migration in Zirndorf bei Nürnberg schicken, das für die Bearbeitung von Asylanträgen zuständig ist.

Wie berichtet, hatte die Familie Eldarov im vergangenen Mai in Berlin Asyl beantragt. Der Lehrer Beslan Eldarov war mit seiner Frau Aishat und den vier Töchtern aus der russischen Unruheprovinz im Kaukasus geflohen, weil er sowohl von den Rebellen als auch von der Regierung bedroht wurde. Das Problem: Die Familie ist mit dem Bus nach Deutschland gereist. Unterwegs durchquerten sie als erstes EU-Land Polen – und dort hätten sie bleiben müssen. Denn das Dublin-Abkommen sieht vor, dass Flüchtlinge im ersten EU-Land Asyl beantragen müssen, das sie erreichen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Kleiner Bruder geboren

Das hat Beslan Eldarov nicht gemacht, weil Deutschland das Ziel war und ist – und nicht Polen. Dass die Familie noch nicht abgeschoben worden ist, liegt nur daran, dass Aishat Eldarova schwanger war. Inzwischen hat sie ihr Kind, den Sohn Mawomed, bekommen. Und deshalb rückt die Abschiebung nach Polen näher.

Die Oberschüler kennen drei der vier Schwestern: die 16-jährige Seda besucht die Klasse 10 aH, ihre Schwestern Iman (14) und Dagmara (11) sind ebenfalls an der Oberschule. Alle haben sich – für die Mitschüler überraschend – schnell eingelebt und sehr gut Deutsch gelernt. Das motiviert sie, sich für die Familie einzusetzen.

Am besten klappte die Sammlung der Unterschriften in der Schule. Außerhalb war es nicht immer leicht. Einmal bekamen die Schüler von zwei Ehepaaren zu hören, dass „Asylbewerber klauen, lügen, den Deutschen die Ausbildungs- und Arbeitsplätze wegnehmen und dem Staat auf der Tasche liegen.“ Sebastian Ciszek (16) brauchte eine Zeit, um dieses Erlebnis zu verdauen: „Das war eine miese Nummer“. Trost brachte ihm, dass die ehemalige stellvertretende Hausmeisterin der Schule, Marianne Meißner, sofort unterschrieb.

Schlechte Erfahrungen

Schlechte Erfahrungen machte der 18-jährige Julian Krautwald auch beim Wochenmarkt: Niemand wollte unterschreiben. Da ging es dem 15-jährigen Dominik Böseler besser: Zwei nette ältere Damen unterstützten ihn gern mit ihrer Unterschrift. Nathalie Möller (16) ist aufgefallen, dass nicht nur Ältere Vorbehalte gegen Ausländer haben, sondern auch Jüngere. Sie will in der Jugendfeuerwehr Rodenkirchen weitere Unterschriften sammeln, Sebastian im Fanfaren- und Spielmannszug Seefeld.

Nils Warnken (16) hat die Erfahrung gemacht, dass die Menschen aufgeschlossener sind, wenn ein Mitglied der Familie Eldarov dabei. Die 16-jährige Seda hat aber nicht nur einige Mitschüler beim Sammeln von Unterschriften begleitet, sondern sammelt in ihrer Nachbarschaft an der Huntestraße auch selbst welche. Mit Erfolg: Zwei Blätter waren in kurzer Zeit voll.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/wesermarsch 
Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2203
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.