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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

St.-Willehad-Schule: Anklänge an die Zeit vor 100 Jahren

14.07.2012

NORDENHAM Über den Hof der St.-Willehad-Schule klingt ein altes Lied: „Dornröschen war ein schönes Kind“. Dazu tanzen die Kinder einen Reigen, als wäre die Zeit vor 100 Jahren stehengeblieben. Und ein wenig ist sie das auch an diesem Freitagmorgen, denn die katholische Grundschule blickt auf die 100 Jahre seit ihrer Gründung zurück.

100 Jahre, die von Menschen gestaltet worden sind, mit ihren Sorgen und Ängsten, ihren Freuden und Hoffnungen. Und deshalb hat die Schule bewusst das ganz alltägliche Leben der Lehrer, Schüler und Eltern in den Mittelpunkt der Projektwoche „Schule vor 100 Jahren“ gerückt, die am Freitag mit einer Präsentation zu Ende gegangen ist.

Sütterlin geschrieben

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Zum Programm gehören ein Besuch im Schulmuseum Bohlenbergerfeld, ein verpflichtender Unterricht in der Sütterlin-Schrift bei Andrea Mohrhusen und Kochen wie damals. Die Abiturientin Magdalena Eger hat Rezepte aus einem 300 Jahre alten Buch in heutige Schrift und Maßeinheiten übertragen, die Schüler kochen Kartoffelsuppe und backen Butterkuchen und Mürbeteigpastetchen.

Ein weiteres Thema sind Pausenhofspiele von damals, die die Lehrerin Katharina Dec mit Schülern eingeübt hat. Dazu gehören Stelzenlauf, Gummitwist und Hochwasser: Ein Spiel, bei dem zwei Kinder ein Seil halten, über das zwei andere springen müssen. Und nach jedem geglückten Sprung halten sie das Seil noch etwas höher.

Die Elternvertreterin Kerstin Eppler hat mit 30 Kindern eine Polka einstudiert. Voller Begeisterung zeigen sie diesen Tanz auf dem Schulhof. Und der Lehrer Norbert Bröer hat mit den Kindern jeden Morgen zwei Lieder gesungen. Das macht er auch an diesem Freitag – aber nicht deutschnational wie vor 100 Jahren, sondern international. Die Kinder singen zu seiner Gitarre „Good Morning“ und „Buenos Dias“.

Norbert Bröer hat mit seiner Projektgruppe auch die Zeitleiste erarbeitet, die im Bühnenraum hängt. Ihr ist zu entnehmen, dass der erste katholische Unterricht in Nordenham in einer Klasse in der alten Gasanstalt an der Jahn- straße abgehalten wurde. Vermutlich am 13. Mai 1912 wurde in diesem Haus die erste katholische Schule eröffnet. Am 23. Oktober 1912 bot die Gemeinde Blexen in der Westschule An den Wurten ebenfalls eine katholische Schule an. 1938 lösten die Nazis die konfessionellen Schulen auf.

1946 wurden sie wiederbegründet, die St.-Willehad-Schule allerdings in der Nordschule, denn aus ihrem alten Gebäude war inzwischen die Berufsschule geworden. Bald wurden an der Nordschule Baracken gebaut, von 1948 bis 1958 bestand die Schule als Barackenbau an der St.-Willehad-Straße. 1955 wurden in 6 Klassen 250 Kinder unterrichtet, zu 70 Prozent Heimatvertriebene. Schüler, die sich unbotmäßig verhielten, bekamen Schläge mit dem Zeigestock auf die Hand, erinnert sich der ehemalige Schüler Eberhard Arbeiter, den eine Projektgruppe der heutigen Schüler befragt hat.

87 Schüler

1958 wurde der Neubau der Schule eingeweiht, 1968 folgte der Ostanbau, 1971 wurde die Außenstelle in Einswarden geschlossen, 1987 zählte die Schule nur noch 48 Schüler. Doch mit den Aussiedlern ging es ab 1989 wieder aufwärts. Derzeit besuchen 74 Schüler diese Schule, im nächsten Schuljahr werden es sogar 87 sein, wie die Rektorin Elisabeth Tappe sagt. Denn katholische Schulen dürfen erstens mehr Nichtkatholiken aufnehmen, und zweitens kommt ein besonders starker katholischer Jahrgang, so dass es sogar zwei erste Klassen geben wird. „Das bleibt aber eine Ausnahme“, sagt Elisabeth Tappe.

Doch es gibt genug Grundschulen, die von solchen Ausnahmen träumen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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