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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Auseinandersetzung Mit Nationalsozialismus: OBS Berne hält die Erinnerung wach

28.01.2020

Berne Der Nationalsozialismus ist fester Bestandteil des Lehrplans in allen neunten oder zehnten Klassen. An der Oberschule Berne werden die Erinnerungen an die Gräueltaten dieser Zeit seit zehn Jahren auf ganz besondere Weise wach gehalten: Nicht nur mit Daten und Zahlen, sondern mit persönlichen Schicksalen von jüdischen Bewohnern, die damals in der Gemeinde lebten. Auch mit den berührenden Schilderungen der Zeitzeugin Michaela Vidláková, die als Kind nur knapp der Ermordung in Auschwitz entging, oder der Pflege des jüdischen Friedhofs in Berne durch die Schüler wird am Schulzentrum für eine Gesellschaft ohne Rassismus und Antisemitismus gearbeitet.

Dafür gab es jetzt vom Verein Heimatsucher, mit dem die Schule seit zwei Jahren zusammenarbeitet, im Rahmen einer Feierstunde am Sonntagvormittag eine Plakette als Auszeichnung.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann (Berne) lobte, dass so viele Schüler und Lehrkräfte an einem Sonntag an der Veranstaltung teilnahmen. Sie gehörte genauso wie Bürgermeister Hartmut Schierenstedt, der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann oder die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, Ulla Bernhold, zu den Gästen, die Schulleiter Sönke Ehmen in der Mensa der Schule begrüßen konnte.

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„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die daneben stehen und es zulassen“, zitierte Katharina Müller-Spirawski den Physiker Albert Einstein. Sie ist die 2. Vorsitzende der Heimatsucher. Der Verein hat seinen Sitz in Essen.

Als Studienprojekt habe alles angefangen, angesichts der immer weniger werdenden Zeitzeugen des Holocaust, blickte sie zurück. Die Idee war, Jugendliche zu „Zweitzeugen“ zu machen, damit die Erinnerungen der Überlebenden weiter getragen werden, erklärte sie.

35 Zeitzeugen, von denen ein Teil heute regelmäßig Schulen besucht und Vorträge hält, hat der Verein im Vorfeld aufgesucht, interviewt und deren Geschichten aufgeschrieben. 9000 Schülerinnen und Schüler konnten so bereits zu Zweitzeugen gemacht werden.

An die Berner Schicksale der jüdischen Kaufmannsfamilie Koopmann, an Manuel Insel oder Ella Türk, die von einem Nachbarn als Jüdin angeschwärzt wurde, erinnerten in abwechselnd gelesenen Tagebuchauszügen Sarah Jasper, Clarissa Hartmann, Sophie Lenger und Marvin Goltz.

Hans Ötken und Philipp Rethemeyer stellten die Arbeit auf dem jüdischen Friedhof vor und Milena Hollwedel die Holcaust-Überlebende Michaela Vidláková. Für die musikalische Begleitung sorgten Nikolai Komar mit der Gitarre und Petra Janssen-Friedrich mit der Flöte.

Einen ganz besonderen Dank schickte der Schulleiter neben Kollegin Katharina Reichel an Geschichtslehrerin Cornelia Josephs. Sie trug nicht nur mit Gedichten von Ilse Weber zu der Feierstunde bei, sondern hatte diese lebendige Art des Geschichtsunterrichts in Berne vor zehn Jahren angestoßen.

Als sie aus Presse und Fernsehen von der Arbeit der Heimatsucher erfuhr, deren Name auf der verlorenen Heimat der Opfer basiert, entschloss sie sich vor zwei Jahren, Kontakt aufzunehmen. Dass so schnell eine Rückmeldung und jetzt sogar eine Auszeichnung des Vereins erfolgte, damit habe sie nicht gerechnet, gestand die Lehrerin am Ende der Veranstaltung.

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