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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Dankbar für sieben Jahre Machbar

13.09.2019

Berne Die Spätsommersonne wärmt Sandra Bohlken an diesem sonst noch frischen Morgen. Sie sitzt auf einer Katzendecke auf einer gemütlichen Holzbank, blickt über den Garten mit akkurat gestutztem Rasen hinweg auf die Rückseite des Hauses, in dem in den vergangenen Jahren viel passiert ist. Viel Kreatives, viel Begegnung, viel Menschlichkeit, viel Produktivität. Es ist die Rückseite der Machbar. „Und ich bin dankbar für das, was in Berne machbar war“, sagt die 44-Jährige.

Erstmal durchatmen

Stolz schwingt in ihrer Stimme mit. Und Wehmut: Denn Ende Oktober ist die Machbar Geschichte. „Eigentlich wollten wir das hier damals für ein Jahr ausprobieren, nun hat es sieben Jahre lang geklappt“, so die Kreisjugenddiakonin der evangelischen Kirche in der Wesermarsch. Die Besucher werden weniger. Und die Ehrenamtlichen sind älter geworden, haben andere Aufgaben, ein neues Team müsste aufgebaut werden. Einzelne Aktionen der Machbar zünden zwar immer noch, aber der Dauerbetrieb wird zäher. Die Schließung ist deshalb eine logische Konsequenz. Nicht zuletzt auch, um Raum für neue Wege zu schaffen. „Ich trauere um diese Machbar“, gibt Bohlken zu: „Es war richtig gut. Jetzt brauche ich ein paar Monate zum Durchatmen.“ Monate, in denen sich der Freiraum auftut, um neue Ideen zu entwickeln, um die Fühler auszustrecken. „Wir müssen uns überlegen, wie wir in Zukunft als evangelische Jugend im Landkreis sichtbar sein wollen.“

Sandra Bohlken wäre aber nicht sie selbst, wenn sie den einen oder anderen Ansatz nicht schon im Kopf hätte. Ein mobiles Angebot aus dem Bereich Upcycling oder Repair-Café zum Beispiel. Oder ein landwirtschaftliches, gärtnerisches Projekt, bei dem sich Kinder und Jugendliche entfalten können. Die Phase der Ideenfindung hat also eigentlich schon begonnen. „Nachhaltigkeit ist jedenfalls weiterhin ein bestimmendes Thema“, ist Bohlken überzeugt.

Nachhaltigkeit zählt

Nachhaltigkeit, aus Altem etwas Neues machen, die Bewahrung der Schöpfung – das waren die Ansätze, die Sandra Bohlken vor sieben Jahren verknüpft hat, als sie die Machbar ans Laufen brachte. Die Bernerin fand in ihrem Umfeld viele Bekannte, die Lust auf das Projekt hatten.

Kinder und Jugendliche nutzten das Angebot, bauten aus alten Möbeln oder anderen Gegenständen Neues. Zahlreiche Flüchtlinge lernten dort die deutsche Sprache, während gemeinsam alte Fahrräder wieder auf Vordermann gebracht wurden oder Gardinen umgenäht wurden. Und Langzeitarbeitslose nutzten im Rahmen einer Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Wesermarsch das vorhandene Werkzeug für Reparaturarbeiten. „Kinder, Jugendliche, Erwachsene waren hier immer zusammen. Die Machbar sollte immer generationenübergreifend sein, es ging darum, voneinander zu lernen und Kompetenzen zu teilen“, so die Kreisjugenddiakonin.

Mit seinem Bahnhof bot Berne dabei auch anderen Wesermärschlern die Möglichkeit, die Machbar zu nutzen. Allerdings zeigte die Zeit: Berne liegt nicht zentral genug, um für die ganze Wesermarsch attraktiv zu sein. Das soll sich zukünftig – mit welchem Konzept auch immer – ändern.

Noch bis Ende Oktober öffnet die Machbar wie gewohnt. Eine Abschiedsparty steigt dann am Freitag, 8. November. Für Kinder geht’s um 17 Uhr los, für alle anderen um 19 Uhr. Jeder sollte eine Kleinigkeit fürs große Büfett mitbringen. Für die Getränke sorgt das Team von der Machbar.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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