• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Wenn Eltern Hilfe brauchen

27.02.2019

Brake /Colmar Missbilligende Blicke, Getuschel und Erziehungstipps von fremden Leuten im Supermarkt: das ist eine Situation, die Eltern von Kindern, die von ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) betroffen sind, gut kennen. Sabine Otten kann davon ein Lied singen. „Unsere Kinder sind besonders. Oft impulsiv und schwer kontrollierbar“, sagt die 38-Jährige, deren Tochter selbst von der Krankheit betroffen ist. Sie weiß, was diese Diagnose für Eltern bedeutet. Immer in Alarmbereitschaft sein, oft zu wenig Schlaf, ein lauter und trubeliger Alltag.

Wie schafft man das? Das wollte Sabine Otten auch von anderen Eltern wissen. Vor drei Jahren hat sie deshalb die Selbsthilfegruppe „Aktive Mäusegruppe“ gegründet. Dort tauscht sie sich regelmäßig mit anderen Familien aus. „Es geht um Tipps für den Alltag aber auch um Beratung bei Anträgen für Hilfeleistungen“, erklärt Otten. „Viele Eltern wissen nicht, dass man für die Kinder einen Pflegegrad beantragen und Unterstützung bekommen kann.“ Eine große Hilfe sei auch der Austausch untereinander. „Wenn die Kinder so viel Mist bauen, wird das oft auf die Eltern geschoben“, sagt die 38-Jährige. „In unserer Gruppe haben alle Familien ähnliche Probleme.“ Es sei schön, dass einfach mal jemand zuhöre.

Die Mutter von drei Kindern ist niemand, der sich leicht unterkriegen lässt. Sie sieht an ihren „besonderen Kindern“ auch viel Positives. „Sie können sich sehr gut kreativ ausdrücken, zum Beispiel beim Tanzen“, sagt sie. Außerdem beobachtet sie eine große Hilfsbereitschaft. „Dafür haben die Kinder einen siebten Sinn“, sagt sie.

Mit den anderen Eltern in der Gruppe tauscht sie sich auch über Therapiemöglichkeiten bei einer ADS-Diagnose aus. „Wir haben gute Erfahrungen mit Reiten gemacht“, sagt sie. Auch Ergotherapie lindere die Symptome. Und auch medikamentöse Behandlungen möchte sie nichts Schlechtes sagen. Für manche Kinder und Familien sei diese Möglichkeit gut. „Jedes Medikament hat Vor- und Nachteile. Es lässt sich vieles leicht sagen, wenn man nicht betroffen ist.“

Beim nächsten Treffen der „Aktiven Mäusegruppe“ soll es darum gehen, welchen Einfluss die Ernährung auf die Symptome haben kann, zum Beispiel durch das Weglassen von Zucker.

Dazu kommt eine Ernährungsberaterin der AOK zum nächsten Treffen (7. März, 19.30 Uhr in den Räumen der AOK Brake). „Dazu ist jeder Interessierte eingeladen“, sagt Sabine Otten. Das sei natürlich auch bei den anderen Terminen der Fall. Im Moment sind sieben Elternpaare regelmäßig dabei.
 Die Selbsthilfegruppe „Aktive Mäusegruppe“ trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat in den Räumen der Braker AOK (außer in den Ferien). Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Alle Interessierten sind zu den Treffen willkommen.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2321
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.