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NWZonline.de Region

Stadt lässt Jugendliche nun doch spielen

15.11.2017

Brake „Der Teffpunkt hier soll bleiben!“ Darin waren sich mehr als 50 Kinder und Jugendliche auf dem Pausenhof der Grundschule Kirchhammelwarden am späten Montagnachmittag einig. Bänke zum Verweilen wären gut, wurde angemerkt. Und: „Auch Erwachsene halten sich nicht an Regeln. Sie mähen auch sonntags den Rasen“, hieß es weiter. „Das stimmt“, so die Kinder einhellig im Chor.

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Ein guter Kompromiss

Wenn alle mitziehen, ist man auf einem guten Weg. Und das scheint in der Diskussion um den Pausenhof in Kirchhammelwarden der Fall zu sein. Zwar sollte nicht alles reglementiert werden, aber es ist zuweilen doch ratsam, Regeln aufzustellen, die einzuhalten sind.

Die Jugendlichen haben eindrucksvoll deutlich gemacht, worum es ihnen bei ihrem Protest in erster Linie geht: Sie brauchen einen Platz zum Spielen. Durch die Altersbeschränkung sahen sie sich der Möglichkeit beraubt, den Schulhof legal nutzen zu dürfen. Das wird sich ändern, und auch über ein Fangnetz statt Metallgitter wird seitens der Stadt nachgedacht, wie der Bürgermeister versicherte.

Die Wogen sind geglättet. Den Mädchen und Jungen gebührt Respekt. Sie haben Mut bewiesen und sich für ihre Interessen eingesetzt.

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 Worum es geht

Der Schulhof an der Stedinger Landstraße in Kirchhammelwarden ist für die Jugendlichen attraktiv. Tischtennis und Basketball spielen kann man hier nach Schulschluss, und natürlich kicken. Die Mädchen und Jungen treffen sich regelmäßig auf dem Pausenhof der Grundschule auch, um miteinander zu klönen. Doch es gibt eine Einschränkung: Zutritt nur für Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren, hieß es bislang.

 Protest erfolgreich

Doch diese Einschränkung wollten die Jugendlichen nicht länger akzeptieren und protestierten für eine Freigabe des Schulhofes. Anwohner hätten so immer das Recht, ältere Kinder zu verjagen, war der Gedanke. Das rief jetzt Bürgermeister Michael Kurz und André Ziemann von der städtischen Jugendarbeit auf den Plan. Der Bürgermeister versprach, dass die Altersbeschränkung auf 16 Jahre angehoben wird. „Niemand hat etwas dagegen, dass Ihr hier spielt. Aber Ihr müsst Euch auch an Regeln halten“, merkte er an.

 Mehr als 50 Kinder

Das Braker Stadtoberhaupt diskutierte mit mehr als 50 Kindern und Jugendlichen und versprach, einen Bereich des Schulhofes für Jugendliche bis zu einem Alter von 16 Jahren offen zu halten. Er werde auch die Anwohner und die Polizei darüber informieren. Auch soll der Metallzaun zur Feuerwache durch einen flexiblen Zaun ersetzt werden. Es scheppert nämlich heftig, je härter man gegen einen Ball in Richtung Metallgitter tritt. Und abends steigt der Lärmpegel noch an.

 Sachlich diskutiert

Der Bürgermeister betonte, dass das Verbot auf dem Schulhof schon immer existierte. „Es hat nur niemand kontrolliert“, sagte Michael Kurz zu den Kindern und Jugendlichen, die ebenfalls sachlich ihre Argumente vorbrachten. „Was passiert, wenn andere Kinder die Regeln brechen, nehmen Sie dann Ihre Zusage zurück?“, wollte beispielsweise ein Mädchen wissen. „Bis wann dürfen wir jetzt Lärm machen?“, war eine weitere Frage.

Michael Kurz sagte, dass der Schulhof bis 18 Uhr offen wäre, niemand aber etwas dagegen haben könnte, wenn auch schon einmal bis nach 19 Uhr gespielt würde. Man müsse nicht alles in ein starres Korsett zwängen. Wichtig, sei, dass man sich an die Regeln hielte: sonntags und feiertags seien tabu. Das sollten die Kinder und Jugendlichen beachten.

 Weiteres Angebot

„Das war gut. Der Bürgermeister hat sich für uns Zeit genommen.“ Mit diesen Worten zog Lucas Kramer (15) ein Fazit. Die Jugendlichen fühlten sich ernst genommen. „Ich werde euch hier jetzt regelmäßig besuchen“, versprach dann auch noch André Ziemann. Für Probleme habe er ein offenes Ohr.

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