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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Kunstaktion An Braker Schule: Goldfische müssen nicht goldfarben sein

22.01.2019

Brake Diese Artenvielfalt ist beeindruckend, da dürfte so manch Aquarianer neidisch werden: Kugel-Goldfisch, Leopard-Goldfisch, Goldfisch-Hai und jede Menge anderer Flossenträger sind derzeit in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Wesermarsch zu sehen.

Ihr Werdegang ist dabei nicht unbedingt typisch für die tierische Entwicklung: Aus dem Kopf ihrer Schöpfer wandern sie zunächst als Skizze auf ein DIN A4-Blatt, dort wachsen sie heran und ihre Form wird – je nach gewünschter Endgröße – auf ein größeres Format übertragen. Und dann folgt eine geheimnisvolle Metamorphose: Papier wird Stoff und aus zweidimensionalen Zeichnungen werden dank Füllung aus geschreddertem Papier dreidimensionale Fische. Hier noch ein Knopfauge drangenäht, dort noch ein paar Flossen, das war’s. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, nur Farben wie Gelb, Gold, Orange oder Rosa sollen überwiegen.

Bevor die Goldfische aber in die Freiheit entlassen werden, dauert es noch ein bisschen: Erst im Juni dieses Jahres soll es soweit sein. Freiheit bedeutet dann die Wasserseite des Deichs zwischen Tossens und Eckwarderhörne. Und dort werden die Braker Goldfische auf jede Menge Artgenossen treffen – mindestens 800 Tiere soll der Schwarm dann zählen.

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Das zumindest hat sich Christiane Ahlers zum Ziel gesetzt. Sie ist Initiatorin einer ganz besonderen Kunstaktion: der Goldfisch-Mob. Die Lehrerin aus Seefelderaußendeich möchte mit der Aktion, die ausdrücklich als eine Gemeinschaftsproduktion konzipiert ist, Aufmerksamkeit für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wecken. Die Lehrerin für Kunst und Politik an der Zinzendorfschule Tossens hat daher Kontakt mit Vereinen, Schulen, Kindergärten und weiteren Organisationen und Einrichtungen aufgenommen.

„Pädagogisch wertvoll“

Auf offene Ohren gestoßen ist sie bei Jane Agena. Die ist nicht nur Vorsitzende des Nordenhamer Kunstvereins, sie ist vor allem auch Lehrerin für Fachpraxis im Bereich „Gastronomie, Ernährung, Hauswirtschaft“ an den BBS in Brake. Und weil das Pensum an Unterrichtsstoff für dieses Schulhalbjahr weitgehend vermittelt ist, bleibt in der Berufseinstiegsklasse Metalltechnik und Hauswirtschaft Zeit für die Kunstaktion.

Der „Unterricht einmal anders“ sei pädagogisch äußerst wertvoll, betont Jane Agena. Und ein Blick in die Runde macht deutlich, was die Lehrerin meint: Hier hilft jeder jedem. Viele haben zuvor noch nie an einer Nähmaschine gesessen, andere schneidern sich in ihrer Freizeit fantasievolle Kostüme. Fragen gibt es viele, Antworten liefern die Schüler meist selber. Es wird zusammen genäht, geshreddert, gefüllt und gestopft. „Das fördert die Zusammenarbeit“, ist auch Schulleiter Lars Otten sicher, der der Klasse an diesem Tag einen Besuch abstattet. Schüler, die ansonsten eher zurückhaltend sind, blühen bei der kreativen Arbeit förmlich auf. „Sie merken, dass sie auch wichtig sind“, ist auch der Schulleiter von der Aktion überzeugt. „Das allein rechtfertigt die Teilnahme schon.“

Dreimal sechs Stunden investieren die insgesamt 18 Schülerinnen und Schüler in ihre Goldfische. Die bestehen aus alten Vorhängen, Decken oder Bettwäsche – und erfüllen damit auch den weiteren Ansatz der Nachhaltigkeit. Aber sogar der Stoffverlag „Prestigious Textiles“ mit Hauptsitz in England konnte von der Kunstaktion überzeugt werden und hat mehrere Bahnen Stoff gesponsert. Gefüllt sind die Fische mit geschreddertem Papier und Stoffresten.

Schon jetzt wird klar, dass sich die Schülerinnen und Schüler zwar gern an Teil eins der Kunstauktion – dem eigentlichen Goldfisch-Mob am Deich – beteiligen, eher weniger aber an Teil zwei: Nach der öffentlichen Präsentation soll ein Teil der Fische bei einer Auktion in Fedderwardersiel für einen guten Zweck versteigert werden. Die Schüler wollen ihre Fische anschließend aber lieber als Kissen mit nach Hause nehmen.

Geförderte Aktion

Christiane Ahlers plant noch weitere Projekte in verschiedenen Einrichtungen, bei denen Goldfische in leuchtenden Farben entstehen werden. Sie ist sich sicher, dass die Kunstaktion viele Menschen für die Schutzbedürftigkeit des Wattenmeer mit seinem Deichvorland sensibilisieren wird. „Jeder kann etwas zu Goldfischen erzählen. Sie gelten als Glücksbringer und werden das graue Watt beleben. Das gibt schöne Bilder“, hatte die Aktionskünstlerin bei der Projektvorstellung im vergangenen Jahr bereits gesagt. Gefördert wird ihre Aktion übrigens von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.


Mehr Informationen über das Projekt unter   http://flutrot.de/7-fragen-und-antworten-zum-goldfischmob/ 
Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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