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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Plastikmüll im Meer auch für Menschen eine Gefahr

09.03.2018

Butjadingen Makroplastik, das Gegenstück zum noch kleinteiligeren Mikroplastik, war jetzt das Thema eines Vortrags, zu dem die Butjadinger Landfrauen eingeladen hatten. Im Butjadinger Hof in Burhave referierte Marcel Ricker von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg über den gefährlichen Plastikmüll. Der Doktorand arbeitet seit zwei Jahren als physikalischer Ozeanograph in einem interdisziplinären Küsten-Forschungsprojekt mit.

Die Zahlen, die Marcel Ricker nannte, sind erschreckend: Allein auf dem Grund der Nordsee liegen nach den Vermutungen der Wissenschaftler 600 000 Kubikmeter Müll. Das, was man auf der Wasseroberfläche und an den Stränden sieht, mache gerade mal 30 Prozent der insgesamt in den Weltmeeren vorhandenen Kunststoffabfälle aus. Der nicht abbaubare Plastikmüll, vorwiegend Fischereiausrüstung, Plastiktüten und Verpackungsmaterial, gelange insbesondere durch die Industrie, die Fischerei, die Schifffahrt und den Tourismus ins Meer, so der Referent.

Um die Quellen und Verbreitungswege zurückverfolgen zu können, setzen die Wissenschaftler der Uni Oldenburg sogenannte Holzdrifter ein. Dabei handelt es sich, wie Marcel Ricker erklärte, um Holzstücke, die in ihren physikalischen Eigenschaften und damit in ihrem Verhalten auf dem Wasser dem Plastikabfall ähneln. Sie wurden an verschiedenen Standorten ins Wasser gelassen. Wer einen solchen Drifter am Strand entdeckt, sollte den Fundort unbedingt den Projektmitarbeitern über eine Homepage mitteilen.

Anhand der bisherigen Rückmeldungen und durch den Einsatz zusätzlicher GPS-Drifter, die alle zehn Minuten ihre Position durchgeben, habe sich gezeigt, dass ein Großteil des gefährlichen Plastiks von Wind und Strömungen durch die Deutsche Bucht in Richtung Dänemark getrieben wird, so der Referent. Um die sich anbahnende ökologische Katastrophe zu entschärfen, entwickeln die Wissenschaftler jetzt gemeinsam mit den vermutlichen Hauptverursachern realisierbare Müll-Vermeidungsstrategien.

Zudem betreiben die Wissenschaftler viel Öffentlichkeitsarbeit, um auf die Problematik des Plastikmülls in den Meeren aufmerksam zu machen. Denn dieser Abfall stellt für die Fauna und Flora eine massive Bedrohung dar. Und er gelangt über die natürliche Nahrungskette mit seinen Giftstoffen bis in die menschliche Nahrung. Plastikmüll ist damit nicht nur für das Ökosystem Meer eine ernstzunehmende Gefahr.


  www.macroplastics.de