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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Bei dieser Tierdoku ist alles live

12.10.2019

Butjadingen „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, stöhnt Susanne Koschel und nippt an ihrem Erkältungstee; Schnupfen, Husten und Heiserkeit sind so ziemlich das Letzte, was die Fedderwardersieler Nationalpark-Rangerin momentan gebrauchen kann. Dann sagt sie: „Auch, ich leg’ einfach mal los.“

Zehn Minuten später sind hinsichtlich der Faszination, die von Zugvögeln ausgeht, keine Fragen mehr offen. Susanne Koschel versteht es, Zuhörer mit ihrer Begeisterung anzustecken. Begeistert ist indessen nicht nur die Rangerin. Ornithologen aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich und der Schweiz reisen an die Nordseeküste, um die an diesem, Wochenende beginnenden Zugvogeltage nicht zu versäumen.

Manchen von ihnen bringen sportlichen Ehrgeiz, um später auf möglichst viele Arten verweisen zu könne, die sie beobachtet haben. Susanne Koschels Ansatz ist ein anderer. Für die Rangerin, deren Liebe zur Natur und zu Tieren einst Heinz Sielmann mit seinen Tierdokumentationen im Fernsehen ausgelöst hat, hat die Vogelbeobachtung etwas Meditatives. Sie genießt die Ruhe und Stille, der man dabei ausgesetzt ist. Und viel zu tun hat diese Passion auch mit Ästhetik. „Oftmals sind das einfach wunderschöne Tiere, erst recht, wenn man sie in der Vergrößerung eines Spektivs ansieht“, sagt Susanne Koschel. „Gefühlt bin ich dann mitten in einer Tierdoku, nur eben live.“

Weltenbummler

Die Leistungsfähigkeit der Zugvögel, ihr Anpassungsvermögen, die Strategien, mit denen sie Nahrung suchen – alle das begeistert Susanne Koschel an den Zugvögeln.

Und es gibt noch einen Aspekt. Die Rangerin bezeichnet sich selbst als Weltenbummlerin. Weltenbummler sind auch die Zugvögel. Und mitunter muss Susanne Koschel gar nicht verreisen, um auf Reisen zu gehen. Beobachtet sie Zugvögel, fühlt sie sich automatisch mit den Teilen der Welt verbunden, in denen sich diese Vögel aufhalten.

Wo sind die Hotspots?

Die Zugvogeltage, die von diesem Samstag bis zum 20. Oktober dauern, bieten viele Möglichkeiten, der Faszination, die Susanne Koschel beschreibt, nachzuspüren. Die Rangerin empfiehlt unbedingt einen Besuch des Vogelbeachtungsturms, der für die Zugvogeltage im Vorland des Vareler Hafens errichtet wurde und zurzeit täglich von 10 bis 18 Uhr mit Fachleuten besetzt ist.

Gute Beobachtungspunkte in der näheren Umgebung sind der sogenannte Husumer Deich bei Waddens, der Langwarder Groden und hier besonders die Stelle, an der der Priel in die Nordsee mündet, das Café To’n Diek südlich von Sehestedt und die Weser bei Blexen.

Am besten lassen sich Zugvögel laut Susanne Koschen in dem Zeitraum zwei Stunden vor und nach Hochwasser zu beobachten. Bei Ebbe halten sich die Vögel zum Fressen weiter draußen auf dem Meer auf. Das auflaufende Wasser „drückt“ sie Richtung Land. Steht das Wasser zu hoch, halten sich sie bevorzugt im Binnenland auf. Wählt man die richtige Zeit, sieht man die meisten Vögel. Doch so oder so: „Man kommt beim Vögelbeobachten immer auf seine Kosten“, versichert die Nationalpark-Rangerin.

Was braucht man?

Ohne ein gutes Fernglas geht es nicht. Ferngläser, die für die Vogelbeobachtung brauchbar sind fangen laut Susanne Koschel bei 350 Euro an. Richtig gute Gläser kosten 2000 Euro und mehr. Wer sich näher Informieren möchte, sollte zum Abschlussfest der Zugvogeltage gehen, das am 20. Oktober von 10 bis 18 Uhr im Haus des Gastes in Horumersiel stattfindet; dort sind etliche Herstellerfirmen von Ferngläsern vertreten.

Weitere Zutaten für die Vogelbeobachtung: Eine Bestimmungsbuch oder eine App fürs Handys, wetterfeste Kleidung – und Geduld.

Bunte Zugvogelfeier

Im Nationalparkhaus in Fedderwardersiel findet diesen Sonntag von 11 bis 16 Uhr eine bunte Zugvogelfeier statt, die zugleich ein Tag der offenen Tür ist. Vor allem Kinder können an diesem Tag viel über die faszinierenden Zugvögel und ihre Lebensweise erfahren. Für sie gibt es Bastel- und Spielangebote.

Vormittags liest Hausleiterin Dr. Felicitas Demann die mit Bildern hinterlegte Geschichte „Familientreffen im Watt“. Um 14 Uhr geht Britta Schmidt von der Nationalparkverwaltung der Frage nach, was die Ostsee mit dem Wattenmeer verbindet. Zuhörer erfahren unter anderem etwas über die Trauerente sowie über Estland, den Titelvogel und das Partnerland der 11. Zugvogeltage. Regionale Leckereien runden das Programm ab.


     www.zugvogeltage.de 
Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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