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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Damit Mauern des Schweigens fallen

15.10.2016

Nordenham Sexualität im Alter dürfe kein Tabu-Thema sein, weder in einer Beziehung selbst noch im Freundes- und Bekanntenkreis, stachelte Dr. Viola Kürbitz zum Miteinanderreden an. Denn in jedem Alter suche der Mensch nach Nähe, Akzeptanz und Geborgenheit.

Das Begehren und der Spaß an der Lust, so die Urologin und Sexualtherapeutin aus Westerstede im Hotel am Markt, seien bis ans Lebensende Grundbedürfnisse, deren Erfüllung Zufriedenheit und Ausgeglichenheit schafft und gesund erhält.

Viola Kürbitz, die auch aktiv im sexualmedizinischen Kompetenzzentrum in Hannover mitarbeitet, weiß um die Mauer des Schweigens, die beim Thema Sexualität allgegenwärtig ist. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – redete sie in ihrem Referat zum Auftakt der Vortragsreihe „Urologischer Herbst“ über „Die weibliche Sexualität“ Klartext.

Sie begann mit der Anatomie der Geschlechtsorgane, sprach über krankheits- und altersbedingte Veränderungen und stellte Möglichkeiten und Risiken dar, mit Hilfe von Medikamenten oder durch chirurgische Eingriffe Probleme zu lösen.

Natürlich, so Viola Kürbitz, verändere sich das Sexualverhalten im Alter, doch ein Verzicht auf Sexualität werde oft nur vordergründig herbeigeredet und schaffe letztendlich unerfüllte Erwartungen mit der Folge psychischer Belastungen.

Diese wiederum können zu „somatischen Störungen“ führen, also für ein wiederholtes Auftreten verschiedener körperlicher Beschwerden, für die keine eindeutige körperliche Ursache gefunden werden kann. Aus ihrer Praxis wisse sie nur zu gut, dass Gründe für eine solche Funktionsstörung aber auch Scham, Ekel oder Moral, negatives Selbsterleben, Fehlvorstellungen oder Stress sein können.

Während bei körperlichen Ursachen der Urologe erster Ansprechpartner sei, sei es bei psychosomatischen Störungen eher der Sexualtherapeut. Niemand solle sich scheuen, hier oder da Hilfe zu holen, denn eine gelebte Sexualität sei ein Stück Lebensqualität.

Die Vortragsreihe „Urologischer Herbst“ wurde initiiert und wird vorbereitet von Dr. Hans Schmid und Antonios Balangas aus der Praxis für Urologie in der Helios-Klinik Wesermarsch.

Frech, frisch, witzig, unangepasst und unkonventionell sollen die Vorträge sein und sie werden, so die beiden Urologen, auch unangenehme und kontrovers diskutierte oder tabuisierte Themen aus der Urologie und aus anderen Grenzgebieten der Medizin nicht meiden.

Wohlwissend, dass sie schon allein mit der Überschrift eine Gratwanderung machen. Hans Schmid: „Würden wir beispielsweise über das Thema Erektionsstörung sprechen wollen, weil wir wissen, dass das ganz viele Menschen interessiert, da es jeden einmal erwischen kann, und wenn wir es dann auch noch so nennen, dann wird niemand kommen, weil jeder fürchtet, man könne jemandem begegnen, der dies Interesse fehlinterpretiert.“

->  Als nächste Veranstaltungen in der Reihe „Urologischer Herbst“ plant das Urologen-Team Hans Schmid und Antonios Balangas für Anfang November einen Vortrag über „Die männliche Sexualität“ und ein paar Wochen später eine Veranstaltung über „Die überaktive Blase“.

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