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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Die Angst geht um an der Braker Gesamtschule

30.05.2015

Brake Es ist ein Brief, der es in sich hat. Er handelt von gequälten Kinderseelen. Von geschlagenen und herabgewürdigten Minderjährigen. Von Schülern, die nicht mal 15 Jahre alt sind und die psychischen Wunden der Gewalt mühsam in Therapiestunden zu heilen versuchen. Er handelt von Schülern, die Angst haben, wieder Opfer von gewalttätigen Klassenkameraden zu werden. Und, so der Vorwurf betroffener Eltern, von Lehrern, die tatenlos zuschauen, anstatt zu helfen.

Sieben Eltern haben sich jetzt ein Herz gefasst und einen gemeinsamen Brief an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) geschrieben. Er wird Heiligenstadt am heutigen Sonnabend erreichen. „Die Gewalt-Problematik an unserer Schule hat besorgniserregende Ausmaße angenommen“, schreiben sie. Schwerer wiege jedoch, dass die Schulleitung die Angriffe auf die Minderjährigen bewusst verharmlose. „Fundierte Beschwerden über Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Mobbing und Gewalt“ blieben häufig „ohne Reaktion“, oder sie würden als „bedeutungslose Einzelfälle“ abgetan, so die Eltern.

Einer dieser Fälle sei ihr Sohn, sagt Julia Pfluger. Jeremy (11) besucht die 5. Klasse der IGS. Kürzlich habe ihm ein Mitschüler ein Geo-Dreieck derart ins Auge gerammt, dass Jeremy trotz Notoperation um sein Augenlicht bangen muss. „Er ist so gut wie blind, er wird nie wieder richtig sehen können“, sagt Julia Pfluger. Niemand habe sich am Tag des Unfalls richtig um Jeremy gekümmert. Als sie sich hinterher bei der Schulleitung beschwerte, soll Schulleiter Robert Ringwelski gesagt haben, Pfluger müsse aufhören, den Jungen in Watte zu packen. Die Mutter glaubt nicht, was sie da hört, schaltet die Schulaufsicht ein. „Dann hat Herr Ringwelski nur gefragt, warum das nötig gewesen sei. Sowas könne man doch auch intern regeln.“

Die NWZ  ist bei ihren Recherchen auf mehrere solcher Fälle gestoßen. Alle befragten Eltern fühlten sich von Ringwelski nicht ernst genommen. Viele äußerten, der Schulleiter sei für derlei Problemgespräche nicht zu erreichen.

Die Schule habe kein Gewaltproblem, sagt Schulleiter Robert Ringwelski auf NWZ -Nachfrage. Die letzte richtige Schlägerei habe es vor fünf Jahren gegeben. Die Vorwürfe der Eltern hätten nur ein Ziel: der Schule und ihm zu schaden. Dazu, dass er sich Eltern angeblich nicht stellen würde, sagt er: „Wenn man nicht verstehen kann, dass ich nicht in der nächsten Sekunde Zeit habe, dann ist das eben so.“ Im Falle einer Berichterstattung kündigte Ringwelski an, dagegen vorgehen zu wollen. Die Landesschulbehörde hingegen bestätigt, dass es Probleme an der Schule gibt. Die IGS erhalte „vereinzelt Beschwerden von Eltern über Mobbing und Gewalt“.

Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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