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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Die Geschlechterrollen analysiert

18.05.2016

Tossens Bernadette Wildegger arbeitete mit einer großen Mädchengruppe, Bo Howell mit vier Jungen; heraus kamen zwei höchst unterschiedliche, unterhaltsame und lehrreiche Theaterstücke über Geschlechterrollen, Stereotype und Klischees. Die beiden jungen Theaterpädagogen hatten einige Wochen lang mit Oberschülern der Tossenser Zinzendorfschule an dem Thema gearbeitet. Sie präsentierten jetzt zwei aufführungsreife 30-Minuten-Stücke.

Den Auftakt machten die Mädchen. Zwei von ihnen treffen auf Ivy, einen scheinbar normalen Jungteen, die sich aber als Roboter entpuppt. Ihre Aufgabe: lernen, was es bedeutet ein Mädchen zu sein, und das so normal wie möglich verkörpern.

Die neuen Freundinnen nehmen Ivy mit zu ihrer Clique und dann geht es los. Make-up und Beauty, Freundinnen und Zoff, Lesen oder Fußballspielen und schließlich: Frau werden. Das waren wichtige Elemente, über die es geteilte Meinungen gab. Viele Stereotypen erwiesen sich als Vorurteile, etwa die vermeintliche Fähigkeit des weiblichen Geschlechts zu „multi-tasking“, unterstellte Probleme mit dem Einparken, der „Küche-Kinder-Kirche“-Komplex, das angebliche Desinteresse an Computern und vieles mehr.

Was auch immer scheinbar „ewig weiblich“ war, erwies sich als ungerechtfertigte Verallgemeinerung und wurde immer wieder kontrovers diskutiert. Arme Ivy: die nötige Differenzierung erwies sich als zu komplex für ihr Elektronengehirn – sie kollabierte! Quintessenz einer Schauspielerin: „Keiner hat gesagt, dass es leicht werden würde – sonst könnte ja jeder ein Mädchen werden!“

Nach der Pause erklangen aus dem „Off“ Stimmen und definierten vielfältig „Männlichkeit ist ...“, sie verkündeten mehrere Gründe für die Aussage: „Ich bin froh, ein Mann zu sein.“ Zu Herbert Grönemeyers „Männer“ tanzten die vier Darsteller „männliche“ Gesten und posierten als „echte Kerle“, bevor Professor Darian Bauer an der Tafel das Thema „Liebe“ anhand der Geschichte von Dieter und Doris, die sich zunächst gründlich missverstehen, demonstrierte. Sein dickes Auto, die coole Sonnenbrille und seine Prügeleien lassen Doris kalt. Aber als er über ihre Zurückweisung weinen muss, entflammt ihr Herz!

Die Jungs reden über die erste Liebe zur neuen Mitschülerin („ein tolles Gerät“) mit anschließendem sms-Flirt, dann folgt der Wettbewerb: Grillen auf heißen Sportwagenmotoren, unterbrochen von einer James-Bond-Parfümwerbung. Dann: Fußball im TV mit entrüsteten „Experten“ auf dem Sofa, vier Jungs im Fitnessstudio und einer rapt: „Ich bin stark, stärker, am stärksten, ich bin gut, besser, am besten ...“

Schließlich bekennen die Jungs, dass Reiten nicht nur für Mädchen ist, sie Blumen mögen, gern kochen und tanzen – egal ob Ballet oder Breakdance!

Das Stück endet mit Aussagen zu: „An Jungs finde ich doof, dass ...“ und „Warum es gut wäre, eine Frau zu sein: ...“. Doch die Quintessenz der Jungs lautet: „Ich finde es gut, ein Mann zu sein.“

Das gut gelaunte und bestens unterhaltene Publikum spendete reichlich Applaus und zeigte sich dankbar für die durchdachten Lehren. Für die Darsteller gab es Rosen von ihren Theaterlehrern und süße Stärkung von Schulleiterin Andrea Turmann, die auch für Bernadette Wildegger und Bo Howell etwas mitgebracht hatte. Alle bedankten sich bei den Helfern an der Technik und in der Maske.

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