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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Den Unterschied machen

28.09.2019

Elsfleth Es herrscht Stille im Klassenraum. Keinen Mucks hört man in der siebten Klasse, als der Jugendcoach Daniel El Khatib aus seinem Leben erzählt. Der 36-Jährige aus Nordenham hat eine Geschichte zu erzählen, die er als Mahnung für Kinder und Jugendliche versteht.

Mit vier Jahren zog er mit seinen Eltern aus Bremen in die Wesermarsch. In seiner Schulzeit gab es ständig Ärger. Als übergewichtiges Kind wurde er selbst gemobbt, später wurde er selbst zum Täter. Als Mobber und Randalierer gab es für Daniel El Khatib am Ende einen Schulverweis an der Realschule. An der zweiten Schule schaffte er seinen Abschluss, pflegte aber weiter sein Image als „Bad Boy“. Es lief nicht gut für ihn, eine erste Ausbildung zum Informatik-Kaufmann brach er ab. Auch an der Fachschule in Varel scheiterte er.

Wendepunkt im Leben

Da wurde ihm klar, dass er etwas ändern musste. Er schloss seine Ausbildung in einem Nordenhamer Autohaus mit gutem Abschluss ab. Ein Wendepunkt in seinem Leben – heute hat er zusätzlich eine Ausbildung zum Heilpraktiker mit Schwerpunkt auf „neurolinguistischem Programmieren“.

In Elsfleth sind die Oberschüler sichtlich eingenommen von den Erfahrungen des Jugendcoaches. Denn mit Mobbing hat wohl jeder schon einmal zu tun gehabt, vielleicht als Opfer, vielleicht aber auch als Täter und Mitläufer. „Es gibt immer ein Kind, das auf dem Schulhof allein steht. Ich hätte damals nur einen einzigen Menschen gebraucht, der zu mir geht“, sagt El Khatib. „Und dieser Mensch kann auch heute jeder von euch sein. Jeder von euch kann für einen anderen Mitschüler einen großen Unterschied machen. Ich hätte einen starken Menschen gebraucht.“

Ängste besiegen

Leider hätten viele Jugendliche Angst, Außenseitern eine Chance zu geben. Sie befürchten, dann selbst nicht mehr dazuzugehören, erklärt der 36-Jährige. Wie schafft man es also, diese Stärke zu beweisen? Eine Lösung hat Daniel El Khatib parat: „Erst einmal muss man sich selbst lieben und mit sich im Reinen sein. Das macht stark. Und dann hat man die nötige Coolness, auch Außenseitern eine Chance zu geben. Und sich für die Geschichte des Einzelnen zu interessieren.“ Oft genug würden Menschen verurteilt, ohne dass man die Hintergründe kenne.

Nach der Diskussion im Klassenraum lud der Jugendcoach die Schüler noch zu einer praktischen Übung ein. Mit verbundenen Augen ließen sie sich von einem Turnblock nach hinten fallen und wurden von ihren Mitschülern aufgefangen – im Vertrauen, gehalten zu werden.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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