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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Im Traumjob hoch hinaus

24.02.2017

Tossens /Waddens Der Lärm eines Schlagbohrers dröhnt durch eines der Nebengebäude des Familienferienzentrums in Burhaversiel. Irgendwer kämpft nebenan mit Fliesen, die entfernt werden sollen. Nichts für zarte Ohren. Lena Beermann indes stört der Radau nicht. Sie dreht das Radio auf, schnappt sich ihren Eimer mit Spachtelmasse, steigt auf ihre Leiter und macht sich bestens gelaunt an die Arbeit.

Lena Beermann ist 21 Jahre jung, hat 2014 an der Zinzendorfschule in Tossens ihr Abitur gemacht. Und sie hatte keine Ahnung, wie es nach der Schule weitergehen soll. Letztlich war es ein Zufall, der sie zu ihrem Traumjob führen sollte. Die junge Waddenserin ist Malerin und Lackiererin. Gerade hat sie ihre Gesellenprüfung mit Auszeichnung bestanden.

So viel zumindest stand für Lena Beermann fest, als das Abi immer näher rückte: Ein Studium würde für sie nicht in Frage kommen. Und allzu gerne aus Butjadingen wegziehen, wollte die junge Frau auch nicht. „Ich bin sehr heimatverbunden“, sagt sie.

Der Zufall hilft

Besagter Zufall ergab sich, als der Tossenser Malereifachbetrieb Schröder & Rohde in der Gaststätte De Butjenter in Waddens, die Lena Beermanns Eltern betreiben, Renovierungsarbeiten vornahm. „Könnte ihr nicht noch eine gute Auszubildende gebrauchen?“, fragte Lenas Mutter Hilja Beermann den Firmenchef Andreas Rohde. Der bejahte die Frage. Und Lena erinnerte sich im selben Moment daran, dass auch ihr Opa Hans Beermann Maler war und sie schon immer gerne mitgeholfen hatte, wenn es im oder am Haus irgendetwas anzustreichen galt.

Die Zeugnisferien vorm Abi nutzte sie, um bei Schröder & Rohde eine Praktikum zu absolvieren. „Wenn du willst, kannst du bei uns anfangen“, sagte Andreas Rohde danach. Damit stand die Entscheidung fest. „Ich bin ein ziemlich hibbeliger und quirliger Mensch. Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, das wäre nicht mein Ding“, sagt Lena Beermann, für die längst feststeht, dass ihre Jobwahl die goldrichtige Entscheidung war. Und Andreas Rohde freut sich, eine pfiffige Gesellin unter seinen Leuten zu haben. „Lena passt einfach ins Team. Und sie sorgt auf jeder Baustelle für ein gutes Betriebsklima“, sagt der Malermeister, der seit 1979 im Betrieb ist.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer dauert gewöhnlich drei Jahre. Lena Beermann legte ihr Prüfungen bereits nach zweieinhalb Jahren ab. Und das machte sie so gut, dass Thomas Sturm von der Kreishandwerkerschaft sie bei der Freisprechungsfeier in der Friedeburg in Nordenham auszeichnete. Eine 1 in der Theorie (trotz vermeintlich versiebter Politik-Prüfung) und eine 2 in der Praxis – das kann sich sehen lassen.

„Job passt zu mir“

Was sagen die Freunde und Bekannten zu Lenas Berufswahl? „Sie sagen, dass der Job zu mir passt“, antwortet die 21-Jährige. Allerdings stellt sie auch immer wieder fest, dass die meisten Menschen keine rechte Vorstellung davon haben, was Maler und Lackierer eigentlich alles machen. „Viele denken, dass ich den ganzen Tag nur Wände anstreiche“, hat Lena festgestellt, „die wissen gar nicht, wie vielseitig und abwechslungsreich der Beruf ist“.

So viel zu den Klischees. Mit Vorbehalten gegen eine Frau in einem Handwerksberuf hat die junge Waddenserin, die in ihrer Freizeit Zumba tanzt, Theater spielt und beim Ellwürder Karneval mitmischt, indes noch nicht zu tun gehabt. Im Gegenteil. Lena: „Wenn wir bei Privatkunden sind und es um Farbberatung geht, fragen die Leute in der Regel mich – und nicht die männlichen Kollegen.“

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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