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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

STERNFREUNDE: Infrarot durchdringt den Staub-Vorhang

16.04.2005

NORDENHAM Brandl hat am neuen Teleskop mitgearbeitet. Er erzählte anschaulich von den Ergebnissen.

von henning bielefeld NORDENHAM - Auch im All ist es an den dunkelsten Stellen immer am interessantesten. In jüngster Zeit gelingt es den Wissenschaftlern immer besser, den dichten Vorhang aus Staub- und Gaswolken zu durchdringen. Grund dafür ist die Infrarot-Astronomie.

Was ist Infrarot-Astronomie? Das Stück Grillkohle, das Professor Dr. Bernhard Brandl mitgebracht hatte, machte es deutlich. Denn wer die Grillkohle anzündet, sieht sie glühend rot werden. „Infrarotstrahlung ist Wärmestrahlung“, erklärte Brandl.

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Der 40-Jährige gebürtige Nürnberger lehrt an der Universität Leiden in den Niederlanden und arbeitet an der dortigen „Sterrewacht“. In einem außerordentlich anschaulichen und unterhaltsamen Vortrag informierte er am Donnerstagabend auf Einladung der Vereinigung der Nordenhamer Sternfreunde im großen Hörsaal des Gymnasiums über „Weltraumgestützte Infrarot-Astronomie“.

Ohne sie geht es nicht, weil das Weltall zu einem viel größeren Teil aus Staub und Gas besteht als aus Sternen und Planeten. Und gerade der Staub versperrt wie ein dicker Vorhang fast immer den Blick auf das Wesentliche. Denn dort, wo Staub und Gas in hoher Konzentration auftreten, entstehen neue Sterne. Dabei wollen Wissenschaftler wie Brandl zusehen.

Zudem strahlt fast die Hälfte der Energie im Universum im Infrarot- oder Mikrowellen-Bereich. Dieses Phänomen ist auch durch die Ausdehnung des Universums zu erklären, denn die Expansion dehnt die optischen Lichtwellen zu noch langwelligeren Infrarotstrahlen, so dass ein großer Teil des von fernen Himmelskörpern abgestrahlten Lichts als Infrarotwellen auf der Erde ankommen.

Das Phänomen der Infrarotstrahlung ist altbekannt. Der große Astronom Sir William Herschel entdeckte es schon 1800. Doch erst technische Innovationen der Sechziger- und vor allem der Achtzigerjahre ließen ihren Nutzwert für die Astronomen drastisch steigen.

Die InfrarotDetektoren in den Kameras wurden und werden immer besser. 1983 wurde IRAS, der erste Infrarotsatellit, ins All geschossen, 1995 folgte ISO. Seit 2003 ist das Spitzer-Teleskop für die NASA als Späher im All unterwegs. Brandl hat in seiner Zeit an der Cornell-Universität in Ithaca im amerikanischen Bundesstaat New York an diesem 740 Millionen Dollar teuren Satelliten mitgearbeitet.

Trotz der deutlich höheren Kosten ist es unbedingt erforderlich, die Infrarot-Teleskope ins All zu schießen. Denn erstens lässt die Erdatmosphäre einen großen Teil der Strahlung nicht durch und zweitens können Turbulenzen in der Atmosphäre unscharfe Bilder verursachen, erläuterte Brandl.

Beobachtet werden im Infrarotlicht nicht die energiereichen Objekte wie Quasare, sondern kühlere selbst strahlende Himmelskörper, beispielsweise junge Sterne. Anhand einer Beamer-Animation machte Brandl den Unterschied zwischen Beobachtungen im optischen und im Infrarotlicht deutlich. Es zeigte sich: Gerade dort, wo besonders wenig optisches Licht zu sehen ist, strahlt die Infrarot-Energie umso heller.

Kein Wunder, dass die Nasa schon über den Nachfolger des Spitzer-Weltraumteleskops beschlossen hat. Im Jahr 2011 soll er gestartet weden – wenn das Geld reicht.

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