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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

„Jede Frau kann eine Powerfrau sein“

09.03.2017

Nordenham Mitra Morady lebt seit einem Jahr in Deutschland. Die 29-Jährige kommt aus dem Iran und weiß, wie es ist, nicht wählen zu dürfen. Deutsch hat sie in einem Sprachkurs des Refugiums Wesermarsch gelernt. Am Mittwoch erzählte die Flüchtlingsfrau von ihren Erfahrungen in ihrem Heimatland. Sie war eine der Rednerinnen beim traditionellen Frauenfrühstück zum Weltfrauentag in der Jahnhalle.

Zu dieser Veranstaltung hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordenham, Karin Windheim-Czichon, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Weltfrauentag eingeladen. „Heute wird das Erreichte in Sachen Gleichberechtigung gefeiert“, sagte sie in ihrer Begrüßungsrede. Mit der Veranstaltung solle das Thema Gleichberechtigung vor allem an junge Frauen und an Flüchtlingsfrauen, die in der Jahnhalle zahlreich vertreten waren, herangeführt werden.

Warum ist der weltfrauentag wichtig?

KARIN WINDHEIM-CZICHON (54): „An diesem Tag soll das Erreichte reflektiert werden. Wichtig ist jedoch auch, dass den zugewanderten Frauen gezeigt wird, dass auch wir für eine Veränderung in der Gleichberechtigung gekämpft haben.“

STEPHANIE GUDERJAHN (33): „Dieser Tag ist wichtig, da man neue Kontakte knüpfen und in den Austausch unterein­ander gehen kann. Außerdem kann jede Frau eine Powerfrau sein – darüber sollten wir uns gerade an diesem Tag bewusst werden.“

MITRA MORADY (29): „Frauen müssen ein freies Leben haben. Im Iran war das anders als hier in Deutschland. Ich bin sehr glücklich hier. Der Weltfrauentag hilft mir, mich über diese Zeit mit anderen Frauen auszutauschen.“

ETTA KORUS (77): „An diesem Tag werden Frauen untereinander vernetzt. Jedoch ist meiner Meinung nach ein Tag im Jahr zu wenig. Gerade Veranstaltungen dieser Art sollten öfter stattfinden.“

CAROLA FEST (67): „Dieser besondere Tag dient nicht nur dem Zusammenhalt, sondern auch der Integration. Meiner Meinung nach sollte jeden Tag Weltfrauentag sein, denn Frauen sollten nicht nur an einem Tag geachtet und beachtet werden.“

Mit einem kurzen Rückblick zeigte die Gleichstellungsbeauftragte, welche Veränderungen bereits in der Gesellschaft stattgefunden haben und an welchen Stellen noch gearbeitet werden muss. Sie erwähnte dabei unter anderem das seit 99 Jahren bestehende Frauenwahlrecht in Deutschland und die Einrichtung der Koordinationsstelle „Frau und Wirtschaft“ beim Landkreis. „Das sind wichtige Punkte, über die man sich am Weltfrauentag freuen kann.“

Karin Windheim-Czichon ging auch auf das neu gewählte Jugendparlament ein, das zu 69 Prozent aus Jungen und zu 31 Prozent aus Mädchen besteht. „Es wäre schön, wenn in Zukunft dieses Ungleichgewicht verändert wird.“ Die Stadt müsse zudem weiterhin an der Gleichstellung der Frauen in der Wirtschaft arbeiten.

Nach der Einschätzung von Bürgermeister Carsten Seyfarth, der anschließend das Wort ergriff, ist beim Thema Gleichberechtigung schon viel erreicht worden. Wichtig sei ihm jedoch, dass gleiche Arbeit mit gleichem Lohn vergütet wird, unabhängig vom Geschlecht. Für diese Aussage erntete er als einer der wenigen Männer bei der Veranstaltung großen Applaus.

Stark bleiben

Der Auftritt von Mitra Morady war ein Höhepunkt der Veranstaltung. Mit ihrer Rede machte sie allen Frauen Mut, immer stark zu bleiben und für die Dinge zu kämpfen, die ihnen wichtig sind. „Frauen sind die Mütter der Gesellschaft“, sagte Mitra Morady, die mit viel Beifall für ihren Mut und ihre inspirierende Rede belohnt wurde.

Nach dem Frühstück hielt Karin Windheim-Czichon einen Vortrag zum Thema „Der nackte Wahnsinn – Sexismus in der Werbung“. Um ihr Publikum für das Thema zu sensibilisieren, zeigte sie Bilder aus der Werbung, die ihrer Meinung nach frauenfeindlich sind.

Zu Beginn hatte sich Karin Windheim-Czichon bei vielen Helferinnen für die Unterstützung bedankt. „Eine solche Veranstaltung lebt vom ehrenamtlichen Engagement“, sagte sie. Neben dem Dank an das Refugium erwähnte sie die Mitarbeiter der Jahnhalle und die beiden jungen Frauen, die für Musik sorgten. Letje Malle und Vivien Carstens aus Nordenham untermalten die Veranstaltung mit rund 30 Coversongs.

FSJ in der Jahnhalle

In diesem Zusammenhang wies die Gleichstellungsbeauftragte darauf hin, dass die Jahnhalle die Möglichkeit zur Absolvierung eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bietet: „Normalerweise haben das FSJ bei der Jahnhalle immer nur Männer gemacht, doch auch zwei Frauen haben sich dieser Aufgabe angenommen.“ Und dabei handelt es sich um die beiden Musikerinnen, die unter anderem bei der Mädchenband Braincops spielen.

Vivien Carstens hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr bereits hinter sich. Letje Malle ist mittendrin. Beide freuen sich, dass sie auch auf ihrem musikalischen Weg von der Jahnhalle unterstützt werden.


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