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Aktualisiert vor 3 Minuten.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Oberschule: Keine Zeit für Geschwafel beim Tempo-Talk

08.02.2014

Nordenham Von wegen „Fernsehen macht blöd“: Als Deria Busch vor einigen Monaten eine Sendung verfolgt, in der sich Politiker Fragen von Bürgern im knackigen Minutentakt stellen, hat die Schülerin der Oberschule 1 in Nordenham eine Idee: Warum nicht auch so ein „Speeddating“ mit Politikern veranstalten – in der Schule?

Vertreter aller Parteien an einem Ort, abwechselnd jeweils für wenige Minuten im Kreuzverhör der Schüler, kein Ausweichen, keine Zeit für Endlos-Erklärungen – ein mutiges Experiment! Aber diese ungewöhnliche Politik-Unterrichtseinheit überzeugt ihre Lehrer sofort. „Alle fanden die Idee gut“, sagt die 16-jährige Schülersprecherin.

Fast im Alleingang plant Deria das „Politik-Speeddating“, lädt mit Hilfe der Lehrer die Parteien dazu ein, tüftelt am Modus herum, in dem die Kurz-Gespräche stattfinden sollen. Im Politik-Unterricht überlegen sich die vier zehnten Klassen der Oberschule Fragen zu drängenden Themen: Schulpolitik, Familie und Soziales, Sicherheit und die für Nordenham so wichtige Energiewende.

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Heißer Stuhl

Am Freitag um 8.25 Uhr ist es dann soweit, die Politiker erscheinen zum Schlagabtausch in der Schule: Die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Karin Logemann, der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler, Christina-Johanne Schröder von der Kreistagsfraktion der Grünen, von der Linken der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Thomas Bartsch und Ratsfrau Astrid Ammermann sowie FDP-Ratsmitglied Manfred Wolf. Jeder sitzt allein in einem Klassenraum und muss sich nacheinander jeweils 20 Minuten den Fragen der vier Klassen stellen. Schnell wird klar: Von Politikverdrossenheit keine Spur. Wie die Politiker Chancengleichheit für Schüler aus sozial schwächeren Familien herstellen wollen, bohren die Zehntklässler.

„Warum werden Grundschulen geschlossen, wo doch klar ist, dass weitere Fahrwege für die Kinder Stress bedeuten und sich das negativ auf die Lernfähigkeit auswirkt?“, möchte ein Schüler von Karin Logemann (SPD) wissen. „Das ist alles richtig. Aber solche Entscheidungen macht sich kein Politiker leicht“, erklärt sie. Und: „Geht ruhig mal in Stadtratssitzungen und schaut zu, wie es zu solchen Entscheidungen kommt.“

Die Politiker hören, was die Schüler bewegt – und spüren manchmal auch, wie weit die Lebensrealitäten auseinander liegen. Was er von Tablets im Unterricht hält, damit nicht mehr so viele Bücher in die Schule geschleppt werden müssen, fragt eine Schülerin Björn Thümler (CDU). „Da bin ich wohl etwas konservativ: Ich finde, Tablets lenken sehr ab. In politischen Sitzungen sollten sie genauso wie Handys abgeschaltet werden.“ Aber irgendwann wird es wohl nur noch Tablets geben, sagt Thümler. „Das muss aber jede Schule selbst entscheiden.“ Nach 20 Minuten ist Schluss, und die Schüler wandern zum nächsten Politiker-Date.

Das Fazit ist durchweg positiv: „Ich hab heute viel darüber gelernt, was euch bewegt“, sagt Christina-Johanne Schröder von den Grünen zu den Zehntklässlern und tauscht E-Mail-Adressen aus, um ein paar Zahlen nachzuliefern. Thomas Bartsch (Linke) nimmt den Denkanstoß zu Tanzkursen mit sozial verträglich gestaffelten Preisen mit. „Eine gute Idee!“, sagt er.

Alle beteiligen sich

„Ich bin froh, dass ich mitgemacht habe“, sagt Manfred Wolf. Auch Deria ist zufrieden, ihre blauen Augen strahlen. Am Morgen war sie noch sehr aufgeregt, jetzt kann sie durchatmen – und lobt ihre Mitschüler. „Alle haben richtig gut mitgemacht.“

Kathinka Burkhardt Nordenham / Redaktion Nordenham
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