• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Kernkraftwerk bildet nicht mehr aus

06.02.2018

Kleinensiel „Wir haben einen bedeutenden Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels geleistet.“ Das sagte Werkleiter Gerd Reinstrom und belegte diese Aussage mit einer stolzen Zahl: 220 Mädchen und Jungen haben in den vergangenen 35 Jahren einen Ausbildungsberuf im Kernkraftwerk Unterweser in Kleinensiel erlernt. Doch mit der erfolgreichen Abschlussprüfung der letzten beiden ausgebildeten Energieelektroniker Leon Uhse und René Haas (beide Nordenham) ging jetzt eine weitere Ära im seit 2011 abgeschalteten und vor dem Rückbau stehenden Atommeiler zu Ende.

Bis zu 30 gleichzeitig

Mit der Ausbildung im KKU war 1983, vier Jahre nach dem Start der nuklearen Stromerzeugung, mit den Energieelektronikern begonnen worden. Zeitweise wurden bis zu 30 Lehrlinge gleichzeitig in fünf Berufen ausgebildet. Den Hauptanteil der Auszubildenden machten in den vergangenen Jahren die Energieelektroniker mit 85 Absolventen gefolgt von den Industriekaufleuten (81) aus. Zudem wurden 36 Industriemechaniker, 16 Chemielaboranten und 2 Fachkräfte für Lagerlogistik ausgebildet.

Als Ausbildungsstätte erwarb sich das KKU schnell einen guten Ruf. Sechs Energieelektroniker bestanden ihre Prüfung mit Auszeichnung. Bei den Chemielaboranten schafften das sogar acht Absolventinnen, wobei Annika Stindt, die noch im KKU tätig ist, 2014 Niedersachsens Landesbeste der Auszubildenden in dieser Berufssparte wurde.

„Das ist auch eine tolle Leistung der Ausbilder, mit deren Auswahl wir stets einen Glücksgriff getan haben“, freut sich Gerd Reinstrom. Die hätten ihre wichtige Aufgabe nicht nur sehr verantwortungsbewusst und engagiert, sondern auch erfolgsorientiert und selbstständig wahrgenommen, dankte der Kraftwerkleiter den „Lehrmeistern“.

Zu ihnen gehört Angela Barth. Die 49-jährige in der Personalabteilung tätige Industriekauffrau hatte ihre Ausbildung selbst von 1985 bis 1988 im KKU absolviert. Später übernahm sie die Ausbildung der Kaufleute. „Da steckt schon viel Herzblut drin“, berichtete die Ausbilderin. „Als ich mit meiner Ausbildung begann, arbeiteten wir noch auf der Schreibmaschine mit Blaupause.“ Doch nicht nur die Technisierung und Digitalisierung, sondern auch das wirtschaftliche Denken habe ihren Arbeitsplatz und damit auch die Ausbildung verändert.

Ehemalige treffen sich

49 Energieelektroniker hat Andreas Ley in den vergangenen 14 Jahren im KKU ausgebildet. Sie hatte der 48-jährige Elektromeister zur Verabschiedung seiner letzten Azubis Leon Uhse und René Haas, die beide nach der erfolgreichen Abschlussprüfung einen Job bei Firmen in Bremerhaven und Hamburg fanden, eingeladen. 40 von ihnen waren unter anderem aus Kiel und Freiburg nach Kleinensiel gekommen. „Es war ein wunderbarer Abend und ich bin schon ein wenig stolz darauf, das alle meine Auszubildenden ihren Weg erfolgreich gegangen sind. Einige sind sogar Meister geworden oder haben ein Studium absolviert“, berichtet Andreas Ley.

Sehr hilfreich seien während der Ausbildung auch die Partnerbetriebe des KKU wie Omnipac in Elsfleth, J. Müller in Brake und EWE gewesen.

Insgesamt 22 der 220 Auszubildenden sind heute noch im KKU tätig – jeder zehnte.

Rolf Bultmann
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.