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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

KIWI: Kronen, Backpfeifen und süße Früchte

17.03.2010

NORDENHAM „Was machen Dreijährige für gewöhnlich?“ fragt Sebastian Wegener die Kinder im Großen Hörsaal des Gymnasiums. Die Antworten: „Am Schnuller nuckeln, spielen, weinen, Milch trinken, Mittagsstunde machen.“ Aber ein Land regieren? Unvorstellbar. Trotzdem hat es sie gegeben, die Kinderkönige. Otto III zum Beispiel. Er wurde 983 gekrönt – im Alter von drei Jahren. Über diesen König und andere Kinder, die – kaum trocken hinter den Ohren – den Thron bestiegen, berichtet Sebastian Wegener bei der ersten Kiwi-Vorlesung in diesem Jahr. Die meisten der rund 70 Jungen und Mädchen folgen dem Lehrer am Dienstagnachmittag bei seinem Ausflug in ein ganz spezielles Kapitel der Geschichte. Allerdings ziehen es einige Kiwi-Studenten vor, in der Nase zu bohren oder mit dem Nachbarn zu plappern.

„Mutter, bin ich jetzt der mächtigste Mann der Welt?“ fragt der schüchterne Junge. Kurz zuvor hat sich das Volk vor dem Jungen verneigt. Es jubelt ihm zu. Der Junge, den Sebastian Wegener in einem Film zeigt, sieht nicht glücklich aus. Es ist Romulus. Er trägt den Beinamen Augustulus, was „Kaiserchen“ bedeutet. Er war in den Jahren 475 und 476 weströmischer Kaiser.

Schulpflicht für Könige

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Ist es wirklich so toll, König zu sein? Die Kiwi-Studenten erfahren, dass auch Könige zur Schule gehen mussten. Und Schule, das war im Mittelalter kein Zuckerschlecken. Sebastian Wegener zitiert aus der Goldberger Schulordnung 1563. „Gottesfurcht ist aller Weisheit Anfang. Daher sollen unsere Schüler in erster Linie fromm sein“, steht darin geschrieben. Das finden die Kiwi-Studenten ein wenig merkwürdig. Aber es gibt auch Parallelen. „Wenn die Schüler mit der Arbeit begonnen haben, sollen sie nicht von ihrem Eifer ablassen.“ Klingt altmodisch, finden die Jungen und Mädchen. Aber leuchtet ein. Und zum Schluss: „Die Wurzeln des Lernens sind bitter, aber die Früchte schmecken süß.“

Latein für Anfänger

Durch die Hintertür bekommen die Kiwi-Studenten auch eine kurze Einführung in Lateinisch. Schnell stellen sie fest, dass sich viele lateinische Wörter in der deutschen Sprache wiederfinden. Außerdem übersetzen sie gemeinsam einen Text aus dem Mittelhochdeutschen. „Einn guoten Strich an ir rehte Wange“ – klar es handelt sich um eine Backpfeife. Zum Glück sind solche Erziehungsmethoden inzwischen verpönt.

Sebastian Wegener bekommt nach seiner Vorlesung nicht die Krone, aber immerhin den Doktorhut verliehen. In der nächsten Vorlesung des Kiwi-Programms geht es am Mittwoch, 14. April, um den „fliegenden Elefanten“, den A 380, für den bei Premium Aerotec in Einswarden die Rumpfschalen hergestellt werden. Das Flugzeug wiegt so viel wie 110 afrikanische Elefanten. Referenten sind Katja Otten und Olaf Heinrichs von Premium Aerotec.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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