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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Ausbildung: „Handwerk mehr in die Köpfe bringen“

23.11.2019

Lemwerder Gleich sechs Auszubildende der Tischlerei Rodiek haben in diesem Jahr ihren Abschluss geschafft. SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann und Eckhard Stein, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, informierten sich jetzt bei Geschäftsführer Bernd Brüning über Hintergründe dieser Erfolgsgeschichte. Bei einem Rundgang durch den Lemwerderaner Betrieb erklärte Brüning: „Sechs Auszubildende sind auch für uns die absolute Spitze. In der Regel fangen vier pro Jahr an. Das Aufkommen an Bewerbungen lässt derzeit leider nach.“

„Wir müssen das Handwerk wieder mehr in die Köpfe bringen – vor allem bei den Eltern“, sagte Logemann. Kammerpräsident Stein ergänzte. „Wir setzen mittlerweile mit einem kreativen Kita-Wettbewerb schon ganz früh an, damit sich der Impuls ‚Abitur plus Studium‘ nicht zu sehr in den Elternhäusern verfestigt.“

Zudem sei es gut, wenn das Handwerk sich in der Öffentlichkeit präsentiert, meinte Logemann. Dies bestätigte Bernd Brüning, der als stellvertretender Obermeister einmal pro Jahr mit der Tischler-Innung Wesermarsch die Abschlussarbeiten der angehenden Gesellinnen und Gesellen in Brake ausstellt.

Ein weiteres Thema war die Betriebsnachfolge im Handwerk. Präsident Stein erläuterte, dass in den kommenden Jahren viele Unternehmen zur Übergabe anstehen. „In diesem Zusammenhang muss uns die Politik von Bürokratie entlasten“, meint Rodiek-Geschäftsführer Brüning. „Es nervt, wenn man Statistiken ausfüllen muss und später noch von den entsprechenden Ämtern angerufen wird.“ Karin Logemann weiß um die Problematik: „Das ist keine Motivation oder mitunter auch ein Hemmnis für potenzielle Übernehmer.“ Sie weiß aber auch um die Schwere der Aufgabe, Bürokratie abzubauen.

Die Firma Rodiek fertigt unter anderem edle und einzigartige Inneneinrichtungen für Jachten an. 1932 gegründet, entwickelte sich der Betrieb immer weiter. Markant dabei: Das Jahr 1992, als die Firma zu der festen Tischlerei wurde, die für die Werft Abeking und Rasmussen die exklusiven Aufträge erledigt. Seitdem stieg die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 16 auf 110. Seine Montagetischler sind heutzutage weltweit im Einsatz, so Bernd Brüning.

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