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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Darum muss die Schule im Dorf bleiben

28.08.2019

Lemwerder Der Kampf gegen die geplante Schließung der Eschhofschule in Lemwerder hat viele Gesichter. Die der engagierten und besorgten Eltern, die der betroffenen Lehrer, die der beteiligten Politiker. Am Dienstag waren es bei einem Protestmarsch durch den Ort vor allem die der Kinder und Jugendlichen, die der Botschaft „Lasst die Schule im Dorf“ Nachdruck verliehen.

Leni beispielsweise ist 14 Jahre alt. Sie besucht die neunte Klasse der Oberschule in Lemwerder. Würde diese zum nächsten Schuljahr hin geschlossen, müsste sie für ihr Abschlussjahr die Schule wechseln: „Im letzten Jahr zu wechseln, ist nicht schön. Ich bin hier mit tollen Lehrern eingewöhnt, der Unterricht ist gut. Wir haben kleinere Klassen, das ist ein viel besseres Lernen.“ Sie macht sich Sorgen. So wie auch die elfjährige Freyja, Siebtklässlerin der Oberschule: „Ich will nicht in einer riesigen Klasse sein, das finde ich blöd.“

Wie auch Laresa. Sie ist elf, besucht die siebte Klasse der Eschhofschule und lebt erst seit einigen Monaten in Lemwerder. Sie hätte auch in Bremen zur Schule gehen können. Doch die Entscheidung für Lemwerder sei von ihrer Familie bewusst getroffen worden. „Weil die Schule nicht so groß ist, die Klassen kleiner sind“, sagt Laresa: „Ich bin vor einigen Monaten hier gut aufgenommen worden. Ich will nicht wieder wechseln.“ Schließlich hat sie Freunde gefunden. Dana zum Beispiel. Die Zwölfjährige besucht das Gymnasium nebenan: „Endlich können wir zusammen auf dem Schulhof sein. Darauf haben wir uns gefreut. Wir würden uns dann viel weniger sehen.“

Gitte Wendelken leitet in Lemwerder den Hort. Sie setzt sich für den Erhalt der Bildungsvielfalt in Lemwerder ein: „Es ist wichtig, dass die Kinder sich hier im Ort treffen können. Die brauchen freie Zeit und nicht Busfahrzeit.“ Von der Masse der Teilnehmer am Protestmarsch war sie beeindruckt: „Das zeigt, dass wir zusammenstehen und ist ein deutliches Zeichen.“

Unter den demonstrierenden Jugendlichen waren auch Auszubildende von Abeking & Rasmussen. Die Werft kooperiert seit Jahren mit der Eschhofschule im Bereich Ausbildung und führt Schüler der Oberschule direkt nach Schulschluss an technische Berufe heran. Eine Kooperation, die mit der Schließung des Standortes in Lemwerder kaum mehr umzusetzen wäre, so Personalchef Lars Kröger gegenüber der Nordwest-Zeitung: „Die Schüler kommen direkt nach dem Unterricht und bis 15 Uhr zu uns. Aus Berne wären sie aber erst eine Dreiviertelstunde unterwegs, das bringt nichts mehr.“

Und Erich Bischoff, Finanzvorstand bei Abeking & Rasmussen, betont, dass das Unternehmen um Fachkräfte von außerhalb auch immer mit der Argumentation werbe, dass Lemwerder eine familienfreundliche Gemeinde mit breitem Bildungsangebot sei: „Wir haben häufig sehr gute Azubis, auch von der Eschhofschule. Wir wollen uns für den Erhalt der Schule einsetzen“, betont er.

Elternsprecherin Dörte Woltjen zog bei der Demo auch den Vergleich zwischen Schule und Wirtschaft: „Wir haben eine super Führung, unser Laden wirft Gewinn ab. Das ist unsere Schule!“ Und Bürgermeisterin Regina Neuke stellte heraus, dass Lemwerder in kurzer Zeit rund 70 Zuzüge hatte: „Denen können wir doch jetzt nicht den Grund nehmen, warum sie hierhin gezogen sind.“ Sie fordert: „Regionalentwicklung kann nicht heißen, dass eine Schule dicht macht wird, wenn die Zahlen nicht stimmen.“ Lösungen müsse man suchen und finden, das gelte auch für den Landkreis.

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Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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