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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Mit Hyperspeed von Brake in die USA

06.06.2017

Brake /Ovelgönne Darf’s ein bisschen schneller sein? Für Kira Schlockermann auf jeden Fall. Der 20-Jährigen aus Ovelgönne kann es gar nicht schnell genug gehen. Bei ihr ist derzeit alles Hyper.

Kira Schlockermann studiert im vierten Semester Engineering Physics (Technische Physik) an der Uni Oldenburg und ist Teil eines interdisziplinären Teams von Studierenden eben dieser Hochschule und der aus Emden/Leer aus 13 Ländern. Fast 40 seien es mittlerweile, erzählt die junge Frau aus der Wesermarsch, die ihr Abitur am Gymnasium Brake 2015 unter anderem in den Prüfungsfächern Physik, Mathematik und Biologie gemacht hat.

Unterstützer willkommen

Im Projekt sind zahlreiche Fachrichtungen vertreten, von Physik-, Ingenieur- und Informationstechnologie-Studiengä̈ngen bis hin zur Betriebswirtschaftlehre. Das Projekt will schließlich nicht nur theoretisch berechnet und praktisch umgesetzt werden, sondern mit Hilfe von Sponsoren auch finanziert und vermarktet werden. Zwischen 200 000 und 400 000 Euro wird es wohl kosten. „Wir hoffen natürlich auch auf Unterstützung der regionalen Wirtschaft, auf Betriebe, die sich mit Technik identifizieren können“, so Kira Schlockermann. Einige sind schon auf den Zug aufgesprungen und unterstützen monetär, materiell oder mit Wissen. Andere könnten per E-Mail unter info@hyperpodX.com oder über die Facebook-Seite des Projektes gerne Kontakt aufnehmen. Moralische Unterstützung kommt schon einmal von Thomas Reiter aus Rastede. Der ehemalige Astronaut und heutiger Koordinator der Europäische Weltraumorganisation ESA habe die Schirmherrschaft übernommen.

Der Hyperloop

ist ein Konzept für ein Hochgeschwindigkeitstransportsystem in luftleeren Röhren. So sollen Transportkapseln (Pods) für Güter und/oder Menschen mit Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h möglich werden, wie bei der Rohrpost.

Um Ruhm und Ehre

Gemeinsam sind die Studierenden ihrem Ziel schon ein gutes Stück näher gekommen. SpaceX hat das Team als eines von 24 weltweit ausgesucht, vom 25. bis 27. August dieses Jahres am Firmensitz im kalifornischen Hawthorne ein möglichst schnelles Gefährt, den Pod, auf die Teststrecke zu bringen. „Beteiligt haben sich um die 700 Teams“, ist die 20-Jährige schon ein bisschen stolz auf das Erreichte. Der Beitrag aus dem Nordwesten nennt sich passender Weise HyperpodX.

SpaceX ist ein privates US-amerikanisches Raumfahrtunternehmen mit Elon Musk an der Spitze, zugleich Chef des Elektroautobauers Tesla. Bei der Weiterentwicklung der irdischen Logistik setzt SpaceX auf Hochgeschwindigkeitstransporte in luftleeren Röhren, so genannte Hyperloops, bei der Ideenfindung und Umsetzung auf Nachwuchswissenschaftler in Form eines Wettbewerbs.

„Zu gewinnen gibt es nur Ruhm und Ehre“, schmunzelt Kira Schlockermann – und jede Menge Erfahrung. Aus Deutschland hat es neben den Oldenburgern nur noch eine Studentengruppe der Technischen Universität München ins Finale geschafft. Und bei dem gibt es nur ein Kriterium auf der 1,2 Kilometer langen Teststrecke: Geschwindigkeit.

300 bis 400 Stundenkilometer sollen es beim HyperpodX schon sein. Das Team setzt bei seiner drei Meter langen und 1,5 Meter breiten Kapsel auf Magnetschwebetechnik in der Vakuumröhre. In der Praxis soll der Transport später sogar mit 1200 km/h erfolgen. „Damit käme man in 40 Minuten von München nach Hamburg.“

In kleinen Gruppen werden die Bauteile des Pods entwickelt. Bisher standen Theorie und Konstruktion einzelner Elemente im Vordergrund. „Jetzt fangen wir mit der Bauphase an. Design und Technik stehen und müssen sich jetzt bewähren.“

Für Kira Schlockermann liegt der Reiz aber nicht allein in Wettbewerb und Geschwindigkeit: „Ein Projekt so nah an der Praxis gibt es selten. Es ist eine einmalige Chance, etwas mitzuentwickeln, das zukunftsrelevant ist.“ Und was ist mit den Aussichten auf Ruhm und Ehre? „Wir rechnen uns gute Chancen aus“, gibt sich die junge Wesermärschlerin optimistisch.


Mehr Informationen über das Projekt aus dem Nordwesten gib es unter   de.hyperpodx.com