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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Sich ausprobieren und Ängste überwinden

26.06.2019

Mitteldeich Aus den Baumwipfeln ertönen gut gemeinte Ratschläge. Die siebenjährige Sarah Franke holt mit der Schaukel noch einmal kräftig Schwung zur Seite und schnappt sich das dicke Tau. Geschafft! Sie zieht sich zum Baum und erklimmt Plattform Nummer 18 des Baumklettergartens. Klettern im Garten, oder kurz „KiG“, heißt die Anlage in Mitteldeich, die Stephan Rasper gebaut hat. Zwölf Jahre ist das her, höchste Zeit, etwas zu verändern, meint Stephan Rasper.

Im vergangenen Jahr hatte er die ersten beiden Strecken erneuert. Über den Winter hat er nun auch die dritte Strecke komplett überarbeitet. Den Besuchern werden jetzt 38 Kletterelemente auf drei Ebenen geboten. Dazu gibt es vier Seilbahnen.

In Eigenleistung

Stephan Rasper hat alles in Eigenleistung gebaut, sagt er. Deshalb will er die Höhe seiner Investitionen auch gar nicht schätzen. Seine Arbeitsstunden hat er nicht gezählt. „Aber es steckt schon ein Einfamilienhaus drin“, sagt er. Der 57-Jährige ist gelernter Tischler. Jahrelang tingelte er von Projekt zu Projekt. „Irgendwann habe ich gesagt, ich will nicht mehr tingeln“, erzählt er. In dem rund 100-jährigen Baumbestand in Mitteldeich, hat er sich eine neue Existenz aufgebaut. Angefangen hatte er mit zwei Kletterstrecken und einem Bauwagen, erzählt er. Es gab keinen Strom und kein Wasser.

In seinem Klettergarten ginge es nicht darum „schneller, höher, weiter“ zu klettern, betont Stephan Rasper. Er wolle Freude vermitteln. „Die Leute sollen mit einem Grinsen hier rausgehen und sagen, es hat Spaß gemacht“, wünscht er sich. „Die erste Anlage war zehn Jahre drin. So lange habe ich das beobachtet und jetzt versucht, etwas zu konstruieren, was noch besser ist“, erzählt er. Die neue Anlage sei so konzipiert, dass er sie noch besser überblicken kann. Jede Strecke wird nur in eine Richtung geklettert. „Wenn jemand in die andere Richtung unterwegs ist, sehen wir, dass wir aufmerksam werden müssen“, sagt er.

Der erste Parcours ist niedrig. Hier sollen die Gäste sich an das Sicherungssystem gewöhnen. In seiner Anfangszeit sei eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen aus einer Schule in Brake in den Klettergarten gekommen. Seitdem kommt die Schule jedes Jahr mit einer Gruppe wieder. „Die waren meine Planungsgrundlage für die erste Strecke“, erzählt Stephan Rasper. Der Parcours habe einen durchgehenden Handlauf, der den Kletterern zusätzliche Sicherheit zum eigentlichen Sicherungsgurtsystem geben soll. „Alle Plattformen sind extra niedrig. Die Gäste sollen spielerisch heran gehen und Ängste abbauen“, sagt Stephan Rasper.

Wackelige Angelegenheit: Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich von Parcours zu Parcours.

Öffnungszeiten und Preise

In der Hauptsaison bis 25. August ist der Klettergarten täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im September öffnet der Klettergarten in der Woche auf Anfrage, an den Wochenenden am 31. August, 1., 7., 8., 14. und 15. September ist der Garten ebenfalls von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am 21., 22., 28., 29. September und vom 3. bis 20. Oktober, sowie 26. und 27. Oktober, öffnet der Klettergarten von 10 bis 17 Uhr. Wetterbedingte Änderungen der Öffnungszeiten sind möglich.

Preise: Kinder bis 12 Jahre zahlen 13 Euro, Jugendliche bis 17 Jahre 16 Euro, ab 18 Jahre 19 Euro. In den Sommerferien zahlen Kinder aus Butjadingen nur die Hälfte. Gruppenpreise ab 10 Personen: Kinder bis 12 Jahre 11 Euro, bis 17 Jahre 14 Euro, ab 18 Jahre 17 Euro.

Klettern können Kinder ab circa 3 Jahren in Elternbegleitung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten.

Anfragen und Anmeldungen unter Telefon  0174/1606454. Infos gibt es auch auf der Homepage.

    www.klettern-im-garten.de

Die zweite Strecke hat einen moderaten Einstieg, ist aber höher und schwieriger als die erste. Treppen führen auf die erste Plattform. Es gibt mehr Elemente, die wackeln. Bei Strecke 3 sollen die Gäste gleich zu Beginn merken, was sie erwartet, sagt Stephan Rasper. Die Treppe zum ersten Podest sei zwar breit, aber sehr wackelig. Denn so ist die gesamte Strecke, die sich nun in bis zu zehn Meter Höhe befindet, konzipiert.

Selbst Lösungen finden

„Die Gäste sollen ausprobieren und Spaß haben. Aber dafür muss man ihnen auch die Möglichkeit geben, selbst Lösungen zu finden“, sagt der 57-Jährige. Oft seien es die Eltern, die ihn bitten, er solle ein Kind aus dem Parcours holen. „Aber sie sollen selbst kreativ werden. Es gibt nicht nur ,den einen Weg’ durch den Parcours“, betont Stephan Rasper.

Er hole die Kletterer wirklich nur im Notfall heraus. „Wir bringen fast alle durch Motivation dazu, weiter zu machen“, sagt er. Im Notfall klettere er auch in den Parcours und zeige Möglichkeiten auf, wie es die Kletterer doch noch schaffen. „Alles ist erlaubt: Man darf auch Äste miteinbeziehen“, sagt er. Denn für die Kletterer sei es wichtig, aus eigener Kraft zum Ziel zu kommen. Selbst wenn sie umkehren und zurück klettern. „Das haben sie dann selbst entschieden und nicht den Stempel aufgedrückt bekommen, dass sie gescheitert sind“, sagt Stephan Rasper. Der Vorteil des Zurückkletterns sei, dass sie die Strecke schon kennen und es ihnen leichter fällt. „Ganz oft steigen sie doch noch mal ein und dann funktioniert es“, sagt er.

Der Klettergarten sei einfach „ein total netter Spielplatz und es sind total nette Leute, die hier her kommen“, schwärmt er. Inzwischen sei der Klettergarten zu einem „Austauschort“ geworden, an dem sich die Leute treffen und das „Miteinander“ genießen können, sagt Stephan Rasper.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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