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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Mollenhauer: Gewalt zu vermeiden ist nicht einfach

10.10.2006

NORDENHAM NORDENHAM - Gewalt ist allgegenwärtig, sie zu vermeiden nicht einfach. Das verdeutlicht Jens Mollenhauer den 15 Kindern und 12 Eltern in der Grundschule Süd. Als sein verlängerter Arm fungieren abwechselnd die Puppen Willi, Fridolin und Friederike.

Die 15 Mädchen und Jungen nehmen am Kursus Gewaltprävention teil. Der Unterricht wurde speziell für die Grundschulen entwickelt und soll nach den Worten von Mollenhauer den Kindern helfen, besser auf Gewalt zu reagieren. „Es gibt Menschen, die rasten aus und haben ihre Gefühle nicht unter Kontrolle“, erzählt der 43-Jährige den Schülern. Wie man sich in extremen Situationen verhält, vermittelt er den Kindern spielerisch anhand gestellter Szenen.

Die Gruppe lernt Gewalt kennen und sie zu vermeiden. So setzen die frechen und aufmüpfigen Handpuppen Fridolin und Friederike den Kindern mit ihren zuweilen derben Sprüchen gehörig zu. Doch die Mädchen und Jungen wissen sich zu wehren. Sie lernen von Mollenhauer, die brenzligen Situationen zu meisten, indem sie sich zuweilen einfach vom Übeltäter abwenden und ihn ignorieren. Dabei erzählt der Vater von sieben Kindern, dass die Sprache eine wichtige Rolle spielt. Denn wer blöde Kuh zu einem sage, erfülle schon den Tatbestand einer Beleidigung. Ein wichtiger Bestandteil der Übungen ist nach den Worten des Anti-Gewalt-Trainers auch das gegenseitige Beistehen in derartigen Momenten.

Mollenhauer provoziert die Kinder. Sie sollen lernen, Stopp zu sagen, weg zu gehen und bei Eltern, Erziehern, Erwachsenen oder der Polizei Hilfe einzufordern. Wenn er beispielsweise mit seiner Handpuppe Fridolin auf einen Schüler zugeht und ihn schubsen will, so streckt der Angegriffene eine Hand aus und ruft laut „Stopp“. In einer anderen Situation eilen zwei Schüler herbei und ziehen den bedrohten Mitschüler einfach mit sich fort. Mollenhauer lobt immer wieder das gute Verhalten der Mädchen und Jungen, das mit Applaus belohnt wird. Der Kursus soll das Selbstbewusstsein der Teilnehmer stärken. Und das gelingt.

Die Kinder dürfen sich auch wehren, wenn es die Situation erfordert. Die Notwehr sei eine Möglichkeit, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt, einer körperlichen Auseinandersetzung zu entgehen, erzählt Mollenhauer. Der Tritt gegen das Schienbein eines Angreifers sei zuweilen ein probates Mittel, sich aus einer Umklammerung zu befreien. Selbst Gewalt auszuüben, solle indes möglichst vermieden werden.

Nach den Worten von Mollenhauer sind auch die Erwachsenen gefordert. „Die Kinder können viele Situationen noch nicht alleine bewältigen“, sagt er. Lehrer und Eltern seien die Trainer. Er gebe die Impulse, soziale Kompetenz und Selbstvertrauen zu stärken.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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