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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Beruf: Junge Spanier zieht es in den Norden

06.02.2018

Nordenham In Barcelona scheint zwar auch nicht immer die Sonne. Aber wer dort aufgewachsen ist, muss sich schon auf einiges gefasst machen, wenn ihm die Kälte und die Dunkelheit eines norddeutschen Winters bevorstehen. Ausgerechnet im trüben November ist Marian Movilla aus Katalonien in Nordenham eingetroffen, um für ein Jahr in der Unterweserstadt zu leben und zu arbeiten. Die Umstellung hat die 29-Jährige gut verkraftet: „Mir gefällt es hier sehr“, sagt sie, „auch wenn es ganz schön kalt ist und viel regnet.“ Deutschland mag Marian Movilla ohnehin, seitdem sie als Teenagerin zwei Monate in Berlin verbracht hat.

Eine große Chance

Die junge Frau aus Sant Cugat del Vallès, einer 87 000 Einwohner zählenden Stadt in der Provinz Barcelona, betrachtet ihren Aufenthalt in Nordenham als eine große Chance für ihre berufliche Entwicklung. Sie absolviert im Sprachheilkindergarten der Arbeiterwohlfahrt ein Anerkennungsjahr als Erzieherin. Das bietet ihr nicht nur die Gelegenheit, viel Neues zu lernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Sondern darüber hinaus hat sie nach den zwölf Monaten in der Awo-Einrichtung einen Ausbildungsnachweis sicher, der ihren spanischen Berufsabschluss soweit ergänzt, dass er auch in Deutschland anerkannt wird. Damit ist Marian Movilla dann ausreichend qualifiziert, um eine Tätigkeit als Erzieherin in Deutschland aufnehmen zu können.

Wie verschlägt es die Katalanin ausgerechnet nach Nordenham? Das hängt mit einem Projekt namens Adelante zusammen. Dahinter verbirgt sich eine internationale Ausbildungsoffensive, die zwei Ziele verfolgt. Zum einen eröffnet sie jungen Frauen und Männern, die in Spanien zu den Leidtragenden der hohen Jugendarbeitslosigkeit gehören, eine berufliche Perspektive. Zum anderen hoffen deutsche Unternehmen, mit Adelante-Teilnehmern freie Stellen besetzen zu können. Der Fachkräftemangel besonders im Handwerk und in der Gastronomie, aber auch in anderen Branchen, macht vielen Betrieben immer mehr zu schaffen. Das gilt ebenso für Firmen in der Wesermarsch.

Als Marian Movilla von einer spanischen Sprachschule von der Möglichkeit erfuhr, ein Jahr in Deutschland verbringen zu können, zögerte sie nicht lange mit der Bewerbung. Bevor es los ging, paukte sie fleißig Deutsch in einem fünfmonatigen Kursus.

Unter der Federführung der Jade-Bay-Entwicklungsgesellschaft läuft das Adelante-Projekt in der Wesermarsch sowie in Friesland und in Wilhelmshaven ab. Mit im Boot sind die N-Bank als Geldgeberin, die Zeit & Service Beschäftigungsgesellschaft Wesermarsch als Bildungsträgerin sowie die BBF Sustain GmbH aus Oldenburg als Projektentwicklerin und -begleiterin.

Von den 18 Adelante-Absolventen, die im November in der Jade-Bay-Region ein Praktikum begonnen hatten, waren 9 der Wesermarsch zugeteilt. Neben dem Awo-Sprachheilkindergarten in Nordenham gehören das Landhotel Butjadinger Tor in Abbehausen, eine CVJM-Kindertagesstätte in Lemwerder, die Spedition LIT in Brake und der Staplerservice Gundermann in Einswarden zu den Betrieben, die junge Spanier aufgenommen haben. Inzwischen sind fünf Teilnehmer nicht mehr dabei. Einige wechselten zu einem Unternehmen außerhalb der Wesermarsch, andere zog es zurück in die Heimat.

Trotz dieser Ausfälle ist Heinz May, Geschäftsführer der Zeit & Service GmbH, mit dem Verlauf des Projekts zufrieden und vom Erfolg der Qualifizierungsmaßnahme überzeugt. „Das ist für Betriebe in der Region eine sehr gute Chance, Fachkräfte zu bekommen“, sagt er.

Auch die Kindergartenleiterin Anneke Bessel ist voll des Lobes. Sie freut sich, dass Marian Movilla mit Begeisterung dabei ist, eigene Ideen einbringt und gut mit den Kindern zurecht kommt. Dass es mit der Sprache manchmal etwas schwierig ist, spielt laut Anneke Bessel keine große Rolle. Die Kindergartenleiterin findet es zudem klasse, dass die junge Spanierin „neue Impulse“ bewirkt, von denen das gesamte Team profitiert.

Zum Grünkohlessen

Marian Movilla bekommt von der Awo ein Ausbildungsgehalt bezahlt. Ein- bis zweimal in der Woche besucht sie einen Deutschunterricht. In ihrer Freizeit kann sie verschiedene Angebote in Anspruch nehmen, die der BBF-Projektbetreuer Sven Kehmeier für die Adelente-Teilnehmer organisiert. Mal steht ein Theaterbesuch auf dem Programm, mal geht’s zu einer Sportveranstaltung – oder zum Grünkohlessen. So lässt sich auch für junge Spanier der norddeutsche Winter überstehen.

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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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