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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Und noch eine Baustelle am Gymnasium

27.01.2018

Nordenham Die unbesetzte Schulleiterstelle am Gymnasium Nordenham ist schon seit Monaten ein Problem. Jetzt kommt ein zweites hinzu: Ab Februar ist das Gymnasium dazu verpflichtet, Lehrer stundenweise an Schulen abzutreten, die unter Personalmangel leiden. Angesichts dieser Hilfeleistungen an den Grundschulen Friedrich-August-Hütte, Süd und Einswarden sowie an der Oberschule Am Luisenhof befürchten die Eltern, dass es am Gymnasium verstärkt zu Unterrichtsausfällen kommt und Arbeitsgemeinschaften, Projekte oder Fahrten gestrichen werden müssen.

Keine Reserven mehr

Die Sorgen sind nicht unbegründet. Nach Angaben des kommissarischen Schulleiters Dr. Sebastian Wegener, ist die Erteilung des Pflichtunterrichts zwar nicht gefährdet. Aber Einschnitte bei den Zusatzangeboten seien kaum zu vermeiden. Das gelte vor allem dann, wenn Krankheitsausfälle das Kollegium ausdünnen. „Für Vertretungen haben wir keine Reserve mehr“, sagt Sebastian Wegener. Zudem hält er es aus pädagogischen Gründen für wenig sinnvoll, Gymnasiallehrer ausgerechnet an Grundschulen unterrichten zu lassen.

Seit Monaten im Schwebezustand

Die Nachfolge des im Juli 2017 pensionierten Schulleiters Klaus-Dieter Laske ist nach wie vor ungeklärt. Die Wiederbesetzung der Stelle hat sich aus verschiedenen Gründen verzögert. Das Auswahlverfahren ist zwar längst abgeschlossen, aber nach Angaben des Kultusministeriums in Hannover müssen noch „rechtliche Fragen“ überprüft werden, bevor der neue Chef den Dienst antreten kann. „Auf eine so lange Übergangszeit waren wir nicht vorbereitet“, sagt der kommissarische Schulleiter Dr. Sebastian Wegener.

Elternratsvorsitzender Michael Eppler ärgert sich über die Verzögerungen. Der seit Monaten andauernde Schwebezustand habe zur Folge, dass „zukunftsweisende Aufgaben“ nicht vorankommen. Damit meint er zum Beispiel ein neues Schulprogramm und ein Konzept für die Medienkompetenz.

Dass Lehrer des Gymnasiums vorübergehend als Abordnungskräfte zum Dienst an anderen Lehranstalten verpflichtet werden, hat es in Nordenham zuletzt vor drei Jahren gegeben Neu ist diesmal, dass sie auch an Grundschulen zum Einsatz kommen. „Das ist eine besondere Herausforderung, findet Sebastian Wegener. Er hofft, dass die Schulbehörde und die Landesregierung, „perspektivisch eine bessere Lösung“ finden.

Das Kernproblem, darin sind sich der kommissarische Direktor Sebastian Wegener und der Schulelternratsvorsitzende Michael Eppler einig, besteht darin, dass es an Lehrern mangelt und viele Pädagogen nicht dazu bereit sind, in ländlichen Regionen zu arbeiten. Darunter hätten die Grundschulen zurzeit besonders zu leiden.

Die Landesschulbehörde hat das Gymnasium Nordenham angewiesen, Abordnungen mit insgesamt 40 Wochenstunden zu stellen. Zehn Lehrer teilen sich diese Aufgabe. Einige freiwillig, die anderen auf Geheiß der Schulleitung. Die Dauer der Abordnung beträgt höchstens sechs Monate.

Zum Schuljahresbeginn im Sommer waren dem Gymnasium Nordenham die Abordnungen noch erspart geblieben. Das lag daran, dass zu dem Zeitpunkt die Personaldecke sehr dünn war. Inzwischen sind einige Kolleginnen aus der Elternzeit zurückgekehrt. Und eine vakante Stelle konnte besetzt werden. Somit ist die Zahl der Lehrer von 76 auf 77 gestiegen.

Schulelternratsvorsitzender Michael Eppler ärgert sich darüber, dass die ursprünglich vom Gesetzgeber als Notmaßnahme eingeführten Abordnungen „mittlerweile zur Regel geworden“ sind. Seiner Meinung nach macht es sich das Kultusministerium damit zu einfach.

Langfristige Versäumnisse

„Das sind langfristige Versäumnisse, die sich jetzt rächen“, sagt er. Wenn sich schon keine Lehrer finden lassen, um die Löcher zu stopfen, sollte zumindest bei den Verwaltungsaufgaben der Schulen für eine Entlastung gesorgt werden. „Den Grundschulen geht es schlecht“, sagt Michael Eppler, „aber das wird ja nicht dadurch besser, wenn es allen anderen Schulen auch schlecht geht.“

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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