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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Cybermobbing In Nordenham: Auch Eltern bewegen sich auf dünnem Eis

09.02.2019

Nordenham Ein Mädchen kündigt einer Mitschülerin die Freundschaft. Sie tut das, indem sie ein Bild von ihrer Mitschülerin verbrennt. Das brennende Bild macht in den Sozialen Medien die Runde. Natürlich ist die Mitschülerin erschüttert. Die ganze Klassengemeinschaft ist in Aufruhr. Geschehen ist das Ganze an einer siebten Klasse des Nordenhamer Gymnasiums. „Es ist schon einige Jahre her“, berichtet Vera Eckermann, die Koordinatorin der Sekundarstufe I am Gymnasium. Und es ist nur ein Beispiel von vielen. Mit Fällen wie diesen werden Schulen immer wieder konfrontiert. Dass Cyber-Mobbing auch in Nordenham ein großes Problem ist, hat zuletzt eine Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen gezeigt. Mehr als die Hälfte aller Schüler aus den siebten bis zehnten Klassen in Nordenham hatten angegeben, schon Opfer von Cyber-Mobbing geworden zu sein.

Nicht zuletzt sind es die Ergebnisse dieser Studie, die das Gymnasium, die Oberschule I und die Oberschule Am Luisenhof veranlasst haben, eine Informationsveranstaltung auf die Beine zu stellen. Sie findet am Donnerstag, 14. Februar, von 18 bis 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt und richtet sich an Schüler und Eltern. „Whatsapp, Instagram & Co.“, lautet der Titel der Veranstaltung.

Soziale Medien in der Schule, Erfahrungen aus dem Polizeialltag, Rechtsgrundlagen und Straftatbestände, Möglichkeiten der Prävention und Maßnahmen bei Cybermobbing – zu diesen Themen nehmen drei Experten Stellung: der Jugend-Coach Daniel El Khatib, der Rechtsanwalt Bernd Bierfischer und der Präventionsbeauftragte der Polizei, Edwin Krüger. Moderiert wird die Veranstaltung von Norbert Hartfil, dem Leiter der NWZ-Lokalredaktion Nordenham.

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„Wir wollen die Eltern bei der Lösung der Probleme mit ins Boot holen“, sagt Dr. Nina Offergeld, Beratungslehrerin am Gymnasium. Vera Eckermann weist darauf hin, dass sich Cybermobbing in der Regel in der Freizeit abspielt, weil die Benutzung von Smartphones an den Schulen grundsätzlich verboten ist. Gleichwohl sind die Schulen betroffen und leisten Präventionsarbeit, wie Rainer Janßen, Leiter der Oberschule Am Luisenhof betont. Nach den Worten von Vera Eckermann haben viele Eltern die Erwartung, dass in erster Linie die Schulen das Problem mit dem Cyber-Mobbing lösen. Im Rahmen des Fachunterrichts sei das aber gar nicht möglich.

Der Hinweis darauf, dass in erster Linie die Eltern dafür verantwortlich sind, was ihre Kinder mit den Smartphones machen, ist Bernd Bierfischer wichtig. Rein rechtlich sei die Nutzung von Whatsapp erst ab einem Alter von 16 Jahren erlaubt. Die Realität ist allerdings eine ganz andere. Wie der Rechtsanwalt mitteilt, können Eltern für das Fehlverhalten ihrer Kinder haftbar gemacht werden. „Und das kann ganz schön an den Geldbeutel gehen.“

Edwin Krüger weiß, dass inzwischen schon Erstklässler mit einem Handy unterwegs sind. Bei Viertklässlern liege die Quote bei annähernd 100 Prozent. Auch er sieht in erster Linie die Eltern in der Verantwortung. So wie Daniel El Khatib. Er erinnert an die Vorbildfunktion der Eltern. Außerdem ist es für ihn ganz entscheidend, dass sich Eltern für das interessieren, was ihre Kinder tun.

„Denn sie wissen nicht, was sie tun“, ist der Titel eines US-Filmklassikers aus den 50er-Jahren. Er beschreibt aber auch gut das Verhalten vieler Kinder, die mit dem Smartphone groß werden. „Viele Schüler sind technisch hochgerüstet, durschauen aber nicht die Folgen ihres Handelns in den sozialen Medien, weder die rechtlichen noch die emotionalen“, sagt Vera Eckermann.

Die Initiatoren hoffen, dass viele Schüler und Eltern das Informationsangebot wahrnehmen. Unter anderem soll es den Eltern Rechtssicherheit vermitteln und den Kindern klarmachen, in welchen Fällen sie selbst bereits haftbar sind und was bei Problemen getan werden kann.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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