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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Jeder zweite Schüler ist Opfer von Mobbing

16.01.2019

Nordenham Gewalt an Schulen ist ein ernstes Thema – auch in Nordenham, berichtet Laura Beckmann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, die die Ergebnisse einer Schülerbefragung vorstellte, die an den weiterführenden Schulen in Nordenham vorgenommen wurde. Die Studie ist Teil der Kriminologischen Regionalanalyse für die Stadt Nordenham, die das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziert hat. Demnach kommt Gewalt an Schulen nicht nur immer häufiger vor, die Taten werden auch immer brutaler.

514 Bögen ausgewertet

Befragt wurden die Schüler aller siebten bis zehnten Klassen in Nordenham. Sie füllten Fragebögen innerhalb der Klassenverbände aus. 514 Bögen wurden ausgewertet. Abgefragt wurden die Erfahrungen mit physischer Gewalt, Sachbeschädigung und Mobbing. Das Ergebnis zeigt, dass Schüler in Nordenham häufiger von Gewalt an Schulen betroffen sind als der Durchschnitt der befragten Schüler in Niedersachsen.

Insgesamt 21,6 Prozent der Nordenhamer Schüler gaben an, im zurückliegenden Schuljahr Opfer physischer Gewalt in Form von Schlägen, Tritten oder Erpressung geworden zu sein. Das sind mehr Schüler als im niedersächsischen Durchschnitt. Hier gaben 18 Prozent der Befragten an, betroffen zu sein. 16 Prozent der Nordenhamer Schüler gaben an, Opfer von Sachbeschädigung durch ihre Mitschüler geworden zu sein. Im niedersächsischen Durchschnitt waren es 15,2 Prozent der Schüler.

Der Bereich Mobbing sticht besonders hervor. Unterschieden wurde zwischen Mobbing in der Schule und Cybermobbing über das Internet. Insgesamt 54,6 Prozent der Schüler in Nordenham gaben an, von ihren Mitschülern gehänselt, ausgeschlossen oder nicht beachtet worden zu sein. In Niedersachsen waren es durchschnittlich 48,3 Prozent der Schüler. Im Internet verspottet, Opfer von Gerüchten, bloßgestellt oder ausgeschlossen wurden laut Umfrage in Nordenham 54,5 Prozent der Schüler. Niedersachsenweit waren 49,4 Prozent betroffen.

22,3 Prozent der Nordenhamer Schüler gaben außerdem an Opfer von sexuellem Cyberbullying in Form von Gesprächen über Sex, das Weiterleiten von Fotos, Videos oder sogar die Aufforderung zu sexuellen Handlungen geworden zu sein. Durchschnittlich waren in Niedersachsen 19 Prozent betroffen.

Jungen werden häufiger Opfer von physischer Gewalt, Mädchen dagegen häufiger von psychischer Gewalt, berichtet Laura Beckmann.

Physische Gewalt komme häufiger in den unteren Klassenstufen (7 und 8) vor, in den höheren Klassenstufen (9 und 10) wurde dagegen eher von psychischer Gewalt berichtet. Ebenso komme Cybermobbing häufiger in den höheren Klassenstufen vor als in den unteren Klassenstufen.

Häufiger Täter

In Nordenham sind Schüler auch häufiger Täter als im Landesdurchschnitt. So gaben 17,4 Prozent der Schüler in Nordenham an, selbst schon physische Gewalt gegenüber Mitschülern ausgeübt zu haben. Niedersachsenweit gaben dies 15,5 Prozent der Befragten an. Fünf Prozent der Nordenhamer Schüler gaben an, absichtlich Sachen ihrer Mitschüler kaputt gemacht zu haben. Hier liegen die Nordenhamer Schüler unter dem Landesdurchschnitt von 5,5 Prozent.

Selbst schon einen Mitschüler gemobbt haben 43,7 Prozent der Schüler in Nordenham, dies deckt sich mit dem Durchschnitt des Landes. Ihre Mitschüler im Internet gemobbt haben dagegen in Nordenham 35,1 Prozent, während dies niedersachsenweit 30 Prozent der befragten Schüler bejahten.

In der Studie wurde auch untersucht, ob bestimmte Gruppen stärker gefährdet sind, Opfer oder Täter von Gewalt an Schulen zu werden. Dabei zeigte sich, dass Schüler, deren Familien von sozialen Leistungen abhängig sind, Schüler mit Migrationshintergrund und Schüler, die nicht mit beiden leiblichen Elternteilen zusammenleben, häufiger sowohl Täter als auch Opfer von Schulgewalt sind.

Die Schulleiter der Nordenhamer Schulen kennen das Problem, sagt Bürgermeister Carsten Seyfarth. Angesichts der hohen Arbeitsbelastung sei es jedoch trotz Schulsozialarbeitern und Präventionsrat schwer, das Problem in den Griff zu bekommen oder vorzubeugen.

Wichtig sei es auch, unbedingt die Eltern mit ins Boot zu holen, sagt Carsten Seyfarth. Die Mitglieder des Präventionsrates hätten sich bereits darauf verständigt, speziell das Problem des Mobbings im Internet herauszugreifen und den Schulen ein maßgeschneidertes Angebot zu machen, berichtet der Nordenhamer Bürgermeister.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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