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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Gymnasium Nordenham: Als der Krieg den Alltag bestimmte

27.10.2020

Nordenham Amelie Wilkens findet, dass die Schülergeneration von heute allen Grund hat, dankbar zu sein. Natürlich bringe die Corona-Pandemie Einschränkungen mit sich. Aber das sei nichts im Vergleich zu den Belastungen während des Zweiten Weltkriegs. Einen sehr lebhaften Eindruck davon hat die 18-Jährige im Gespräch mit Zeitzeugen bekommen. Und so wie ihr erging es auch den anderen Gymnasiasten, die im vergangenen Schuljahr am Seminarfach-Kursus von Lisa Viertel teilgenommen haben und dabei Geschichte in ihrer eindringlichsten Form erlebten.

Geschichte hautnah

Die Gespräche mit Zeitzeugen, die während des Zweiten Weltkriegs in Nordenham oder in der Umgebung gelebt haben, standen im Mittelpunkt des Seminarfachs. Die Schüler suchten nach ihnen im Bekannten- und Verwandtenkreis. Außerdem meldeten sich rund 40 Zeitzeugen nach einem Aufruf in der Zeitung. Themen in den Gesprächen waren unter anderem der Schulalltag im Krieg, Erziehungsvorstellungen, die Rolle der Frau im Krieg, Fliegeralarm und Bombenangriffe, Zwangsarbeiter und Propaganda.

Der älteste Zeitzeuge, den die Schüler befragten, war Jahrgang 1926, der jüngste Jahrgang 1936. Mathis Heien zum Beispiel unterhielt sich mit einer Frau, die sich noch sehr genau an jeden einzelnen Bombeneinschlag in Nordenham erinnern konnte. Sie erzählte vom Heulen der Sirenen, von der Zeit in den Luftschutzkellern und von ihrer Angst. „Es ist wirklich schwer, sich vorzustellen, was die Menschen damals erlebt haben“, sagt Mathis Heien.

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Bennet Mauritschat hat sich vor allem mit dem Schulalltag während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. In den Gesprächen mit Zeitzeugen erfuhren die Schüler, dass Lehrer und ältere Jahrgänge eingezogen wurden. Der Krieg habe große Auswirkungen auf den Schulalltag gehabt. Jule Kleemeyer befragte ihre Uroma, die heute 87 Jahre alt ist und damals auf einem Hof in Waddenserwisch lebte. „Es war sehr interessant, mit ihr über die Kindheit zu sprechen.“

Es gibt offensichtlich ein großes Bedürfnis der älteren Generation über die damalige Zeit zu sprechen – diese Erfahrung machten alle Schüler in den Gesprächen.

Fürs Stadtarchiv

Die digitalen Aufzeichnungen der Zeitzeugen-Gespräche und einige der Seminar-Arbeiten, die auf Basis dieser Gespräche entstanden sind, wollen die Schüler dem Stadtarchiv zur Verfügung stellen. Nachhaltig war die Arbeit aber noch in anderer Hinsicht. Bennet Mauritschat ist davon überzeugt, dass das Projekt gut war für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Und Amelie Wilkens freut sich über den anderen Blick auf die eigene Schulzeit: „Wir können froh sein, dass unser Start ins Leben so viel einfacher verlaufen ist. Es ist toll, was unsere Eltern und Großeltern nach dem Krieg aufgebaut haben, und wir sollten uns dafür einsetzen, dass wir nie einen Krieg erleben.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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