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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Mit „Abicetamol“ rein in den Prüfungsmarathon

27.03.2019

Nordenham Leon Kottke spricht von einem „mulmigen Gefühl“ und er meint das nicht nur mit Blick auf den anstehenden Prüfungsmarathon, der ihm und 71 weiteren Abiturienten bevorsteht. Der ganze Tagesablauf wird in den kommenden Wochen auf links gedreht. Ab sofort gibt es keinen Unterricht mehr für die Zwölftklässler. Es ist eine schöne Routine, sich tagtäglich mit seinen Mitschülern zu treffen. Aber die fällt jetzt weg. „Ich vermisse meine Freunde jetzt schon ein bisschen“, sagt Leon Kottke.

Letzte Instruktionen

„Aber natürlich merkt man auch, wie der Druck so langsam steigt“, erzählt der 18-Jährige. 72 Schüler des Nordenhamer Gymnasiums sind für die Prüfungen zugelassen. Am Dienstag haben sie von der Oberstufenkoordinatorin Doris Gerlach nicht nur ihre Halbjahreszeugnisse bekommen, sondern auch letzte Instruktionen für die Prüfungsphase, die an diesem Donnerstag beginnt. Die ersten Klausuren werden im Fach Geschichte geschrieben. Anschließend geht es Schlag auf Schlag – bis zum 10. Mai. Dann ist Französisch an der Reihe.

Fünf Prüfungen müssen die Abiturienten ablegen. Drei Klausuren gehen über sechs Schulstunden, eine dauert vier Schulstunden. Hinzu kommt eine mündliche Prüfung über 20 bis 30 Minuten. Die mündlichen Prüfungen sind für den 27. und 28. Mai angesetzt. Letzter Akt in der Prüfungsphase sind die Nachprüfungen für Schüler, bei denen es noch nicht reicht oder die ihr Ergebnis verbessern wollen. Diese Prüfungen finden am 25. und 26. Juni statt. Am 28. Juni bekommen die Schüler ihre Zeugnisse.

Wie Doris Gerlach mitteilt, ist Geschichte das beliebteste Prüfungsfach. 19 Schüler lassen sich in Geschichte prüfen. Knapp dahinter liegt das Fach Politik mit 18 Schülern. Am Ende dieser Skala taucht Französisch auf. Gerade einmal ein Schüler lässt sich in Französisch prüfen. Im Fach Spanisch, das auf dem vorletzten Platz der beliebsteten Prüfungsfächer liegt, sind es immerhin drei.

Es gibt strenge Regeln für die Abiturienten. Beispiel Smartphones. Die sind absolut tabu während der Prüfungen. Wer für den Toilettengang den Prüfungsraum verlässt, wird auf dem Flur garantiert einer Flurwache begegnen. Diese Wachen passen auf, dass sich die Abiturienten nicht austauschen können. Es gibt Regelungen für Schüler, die mit einem gesundheitlichen Handicap in eine Prüfung gehen und eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. „Wer zum Beispiel mit einem gebrochenen Arm eine Klausur schreibt, bekommt dafür mehr Zeit“, sagt Doris Gerlach.

Aufgaben im Tresor

Die Schüler können zwischen verschiedenen Aufgaben wählen. Wie diese Aufgaben aussehen, wissen selbst die Lehrer in Zeiten des Zentralabiturs erst kurz vor der Prüfung. Der Schulleiter lädt die Prüfungsaufgaben einen Tag vorher herunter. Selbstverständlich ist alles streng verschlüsselt und passwortgeschützt. Anschließend werden die Aufgaben ausgedruckt und kommen in einen Tresor. Lücken in diesem Sicherheitssystem können dazu führen, dass am Prüfungstag in allen niedersächsischen Gymnasien und darüber hinaus die Alarmglocken klingeln. So wie im vergangenen Jahr, als Unbekannte einen Schultresor in einem niedersächsischen Gymnasium knackten und am Morgen danach auch in Nordenham auf die Schnelle alternative Aufgaben für das Mathe-Abitur ausgedruckt werden mussten. „Wir wollen nicht die Schule sein, an der eine Panne passiert“, sagt Doris Gerlach.

Die Oberstufen-Koordinatorin drückt allen Abiturienten die Daumen, dass sie gut durch die Prüfungen kommen. Und sie hat ein gutes Gefühl. „Wir haben in diesem Jahr nicht die großen Überflieger, aber wir haben auch kaum Wackelkandidaten“, sagt sie.

Der Jahrgang 2019 ist in einer Hinsicht ein ganz besonderer. Es ist der letzte, der das Abitur nach zwölf Jahren ablegt. Doris Gerlach freut sich darüber, dass die Schulzeit für die Abiturienten wieder auf 13 Jahre verlängert wurde. Und sie glaubt, dass die meisten Kollegen das genauso sehen. Den Zwölftklässlern bescheinigt sie, dass „sie ganz schön kämpfen mussten, um so weit zu kommen.“

Auch Hannah Jantzen glaubt, dass 13 Jahre Schulzeit besser sind. Sie ist eine von vier Jahrgangssprechern, neben Leon Kottke, Chris Schellstede und Songül Gündogan. „Ich sehe das an meiner jüngeren Schwester“, sagt Hannah Jantzen. „Sie hat seltener Acht-Stunden-Tage und ist deutlich entspannter.“ Die 17-Jährige findet, dass die Stundenpläne der nachfolgenden Jahrgänge deutlich entzerrt sind.

Stressige Wochen

Für die Abiturienten sind die kommenden Wochen nicht nur wegen der Prüfungen ziemlich stressig, sondern auch wegen der Vorbereitungen auf die obligatorischen Abi-Feierlichkeiten. Der Abi-Ball zum Beispiel ist für den 6. Juli in der Friedeburg geplant. Hinzu kommen Abi-Scherz, Jahrbuch, Abi-Denkmal und eine Fahrt nach Lloret de Mar. Das Abi-Motto lautet in diesem Jahr „Abicetamol – endlich hat der Schmerz ein Ende“. Der 2019er-Jahrgang hat sich zudem etwas Neues ausgedacht. Er lässt T-Shirts und Sweatshirts mit dem Schullogo in einer leicht veränderten Version anfertigen und bietet sie allen Schülern zum Kauf an. Es spricht also vieles dafür, dass der Jahrgang 2019 am Gymnasium nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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