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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

„Das gibt mir neuen Lebensschwung“

29.06.2018

Nordenham Seit 33 Jahren schreibt Dietmar Murawski Gedichte. Damit bereitet er Freunden und Bekannten eine Freude. Zugleich gibt er sich selbst als Mensch mit Handicap immer wieder einen neuen Schub.

Handicap wächst

Doch seine körperlichen Beeinträchtigungen sind inzwischen schwerer geworden. Lähmungen an Händen und Füßen nehmen zu. Der heute 58-Jährige kann nur noch mit einem Finger auf einer extra großen Tastatur tippen. Er benötigt vier bis fünf Stunden für eine DIN-A-4-Seite und ist anschließend völlig fertig.

Das muss jetzt nicht mehr sein – dank einer Sachspende. „Ich bin sehr sehr glücklich“, strahlt der seit seiner Geburt körperlich schwer behinderte und auf einen Rollstuhl angewiesene Dichter.

Nach dem Bericht in der NWZ vom 15. Mai („Schreiben ist für ihn Lebenselixier“) haben sich rasch mehrere Menschen aus der Wesermarsch bei Dr. Marlene Laturnus in Fedderwardersiel gemeldet. Sie haben sich mit Geldbeträgen zwischen 20 und 150 Euro an dieser Sachspende beteiligt: Ausstattung eines Computers mit Spracherkennung und Kopfhörer für 498 Euro.

Marlene Laturnus besucht den alleinstehenden Dietmar Murawski seit etwa zehn Jahren regelmäßig und unterstützt ihn auch beim Umgang mit Behörden. Sie hat die Spendenaktion initiiert.

Dietmar Murawski bezieht Grundsicherung. Die Sachspende – nicht aber Geldspenden – darf er ohne Abzüge von der Grundsicherung entgegen nehmen. Die Krankenkasse zahlt in seinem Fall nicht für einen Spracherkennungscomputer.

Gewöhnungsbedürftig

Der Dichter muss zwar sehr langsam ins Mikrofon sprechen. Zudem gibt das Spracherkennungsgerät nicht alles richtig wieder. Und es nimmt pro Ansage nicht mehr als vier Worte auf, benötigt dann eine kurze Pause. „Aber das ist eine Gewöhnungssache, diese Hilfe ist trotzdem optimal. Das gibt mir neuen Lebensschwung“, sagt Dietmar Murawski und ergänzt: „Lebensschwung hält für immer jung.“

Stolz erläutert er: „Ohne dieses Gerät habe ich zweieinhalb Stunden zum Tippen eines Gedichtes gebraucht. Heute schaffe ich ein Gedicht in zehn bis 20 Minuten.“

Das hat seine Schaffenskraft enorm beflügelt. Vom Jahr 2012 bis zur Installation der Computer-Spracherkennung vor vier Wochen hat er etwa 220 Gedichte geschrieben. Seit er das Gerät hat, sind ihm bereits weitere 33 Gedichte gelungen. „Sie sind alle toll und haben nichts Aufgesetztes“, sagt Ilse Bischoff. Sie ist Verwaltungsleiterin im Haus Tongern, wo Dietmar Murawski lebt.

Sprudelnde Quelle

Das rasche Tippen ist für ihn ganz wichtig, weil er seine Gedichte wie aus einer nur kurz sprudelnden Quelle in einem Zuge verfasst. Bei längeren Unterbrechungen gehen ihm entscheidende gedankliche Ansatzpunkte verloren und das Gedicht wird nie fertig. Dietmar Murawski dankt allen Spendern mit diesem Gedicht mit dem Titel „Neue Schaffenskraft“:

 „Dank Ihrer Spenden aus vielen / helfenden Händen brauche / ich das Schreiben nicht zu beenden/ und kann die Energie für Neue / Werke verwenden.

Mit neuer Technik und neuer / Schaffenskraft, entstehen neue / Werke aus Leidenschaft.

So schnell lass ich mir die Lust / nicht vertreiben und ich hoffe es /wird noch lange so bleiben, / immer neue Sachen zu schreiben.

Ich hoffe, Sie haben wie ich Spaß / daran, wenn man von mir immer / wieder neue Sachen lesen kann.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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