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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Johanniter Nordenham: Ehrenamtliche Helfer in der Betreuung geschult

20.03.2020

Nordenham Immer wenn die öffentliche Infrastruktur aufgrund von Schadensereignissen ausfällt, kommen die ehrenamtlichen Bevölkerungsschützer des Betreuungsdienstes zum Einsatz. Gründe können extreme Wetterverhältnisse ebenso sein wie Naturkatastrophen, etwa über die Ufer tretende Flüsse, oder Evakuierungen bei Bombenentschärfungen.

„Die großen überregionalen Einsätze der vergangenen 15 Jahre waren allesamt Betreuungslagen“, sagt Martin Hilse, Regionalbereitschaftsführer der Johanniter in Weser-Ems. Trotz dieser Erkenntnis ist der Betreuungsdienst, der in solchen Lagen die wesentlichen Notwendigkeiten des Lebens wiederherstellt, zuletzt eher stiefmütterlich behandelt worden. Nach Ende der Kalten Krieges lagen die Schwerpunkte woanders, doch nach dem starken Zustrom von Schutzsuchenden in den Jahren 2015 und 2016 hat ein Umdenken stattgefunden. Im Katastrophenschutz-Konzept des Landes Niedersachsen spielt die Betreuung jetzt eine größere Rolle.

Neue Ausbildung

Um dem gerecht zu werden, haben ehrenamtliche Bevölkerungsschutz-Experten der Johanniter eine komplett neu strukturierte Ausbildung entworfen, die sich an den Anforderungen der heutigen Zeit und den Vorgaben des Landes orientiert und moderne Lehrmethoden abbildet. Die Johanniter haben dieses neue Lehrgangsformat jetzt erstmals in Nordenham getestet. 16 Teilnehmer aus den Ortsverbänden Aurich, Ahlhorn und Nordenham beschäftigten sich unter anderem mit der besonderen Einsatztaktik des Betreuungsdienstes sowie mit der Registratur und Erfassung der Betroffenen. Am dritten Lehrgangstag entstand über einen ganzen Tag hinweg eine komplette Notunterkunft mit Essensausgabe, Schlaf- und Aufenthaltsräumen sowie Sanitätsstation an der Dienststelle an der Viktoriastraße.

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Weitere Themen waren der hygienisch einwandfreie Betrieb einer Lebensmittelausgabe sowie die Versorgung Betroffener mit Trinkwasser, die Zusammenarbeit mit anderen Fachhelfern und Laien sowie die soziale Betreuung. Ein Schwerpunkt lag auf Beschäftigungsangeboten: Was kann ich mit den Leuten machen, wenn der Aufenthalt in der Unterkunft länger dauert? Markus Wedemeyer, der als Fachdozent für Bevölkerungsschutz den Lehrgang leitete, berichtet: Hinzu kamen Trainingseinheiten in Kommunikation und Deeskalation für brenzlige Situationen und ein Abschnitt über Notfallseelsorge und psychische Erste Hilfe. Markus Wedemeyer hat als Fachdozent für Bevölkerungsschutz den Lehrgang geleitet.

Auch Pfarrerin dabei

Beim letzten Thema erhielt er fachkundige Unterstützung durch die Nordenhamer Ortsverbandsverbandspfarrerin Heike Boelmann-Derra. Markus Wedemeyer ist mit dem Lehrgang zufrieden: „Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind gut, und die beteiligten Ausbilder berichten von deutlich steigenden Lernkurven.“ Die Planungen für weitere Kurse haben bereits begonnen.

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