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Aktualisiert vor 1 Minute.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Später Ärger über fragwürdige Gutachten

07.06.2018

Nordenham „Es war die Zeit des Umbruchs und der Freiheit, als wir 1968 unser Abi gemacht haben“, berichtete Hans-Jörg Schüler am Dienstag auf dem Schulhof des Gymnasiums. Er war einer derjenigen, die vor 50 Jahren ihr Abitur am Nordenhamer Gymnasium gemacht hatten. Die 68er trafen sich jetzt an ihrer alten Wirkungsstätte wieder. Und sie teilten nicht nur die schönen Erinnerungen miteinander.

23 junge Erwachsene besuchten seinerzeit den naturwissenschaftlichen Zweig der Schule. Wie Anne Ahlers, die ebenfalls an dem Treffen teilnahm, berichtete, mussten die zukünftigen Fünftklässler eine einwöchige Probewoche durchlaufen. Für die Zulassung zum Abitur war später eine Art Bewerbungsschreiben erforderlich, in dem unter anderem der Berufs- beziehungsweise Studienwunsch angegeben werden musste.

Viel schlimmer habe sie aber die Gutachten empfunden, die über jeden Abiturienten erstellt worden waren und von denen sie erst jetzt erfuhren. Sie hätten Charakterisierungen, Angaben über die jeweilige Körpergröße, Statur, Sportlichkeit, Ausdauer und Ähnliches enthalten. Auch die Intelligenz, der Fleiß, die Freundlichkeit, die Beliebtheit und vieles mehr seien von den Lehrkräften eingeschätzt worden. Am allerschlimmsten seien die Bemerkungen über das jeweilige Elternhaus. In einigen Beurteilungen sei sogar über mögliche mangelnde intellektuelle Unterstützung seitens der Sorgeberechtigten spekuliert worden. „Das haben unsere Eltern nicht verdient“, sagte Anne Ahlers im Namen des Jahrgangs.

Welten dazwischen

„Wahrscheinlich war es eine Vorschrift, so ein Gutachten zur Reifeprüfung zu erstellen“, mutmaßt Anne Ahlers. „Ich bin ja selber am Gymnasium tätig gewesen. Zu meiner Lehrtätigkeit gab’s so etwas nicht mehr. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass es solche Texte, die ja nicht unbedingt nur negativ waren, über uns gab. Man bedenke mal, wie vorsichtig die Grundschullehrer die Texte in den Zeugnissen formulieren müssen. Dazwischen liegen Welten.“

Die Teilnehmer am Treffen diskutierten ausgiebig über die veränderten Bedingungen an den Schulen. Ein Einser-Abi habe in den 1960er-Jahren niemand geschafft, erzählten sie. Manfred Nuske, der Klassenbeste mit einem Notendurchschnitt von 2,0, wurde wegen seiner besonderen Leistungen von der mündlichen Abiturprüfung freigestellt. Weil Anne Bruns und Hermann Ahlers ein Jahr vor ihrer Reifeprüfung nachmittags Händchen haltend durch die Innenstadt liefen, gab es eine Klassenkonferenz. Das konnte die beiden aber nicht auseinanderbringen. Sie sind seit 1972 verheiratet, haben zwei Kinder und mittlerweile auch vier Enkel. Das Ehepaar lebt heute in Seevetal, unweit von Hamburg. Die Zwei sind nicht die einzigen, die bis zu ihrer Pensionierung im Schuldienst tätig waren. Insgesamt waren acht der Ehemaligen, die sich in Nordenham wiedergetroffen haben, nach ihrem Studium als Lehrkräfte an Schulen beschäftigt.

Unter den Ehemaligen sind zudem sechs Chemiker. Und das könnte mit dem früheren und mittlerweile verstorbenen Klassenlehrer Walter Schütte zusammenhängen, der es verstanden habe, den Schulstoff anschaulich und mit interessanten Experimenten zu vermitteln. Lobende Worte hatten die Ehemaligen auch für ihren Deutschlehrer Kurt Tönjes, der alle dazu verpflichtet hatte, die Wochenzeitung „Die Zeit“ zu abonnieren, um politisch auf dem Laufenden zu bleiben.

Zwei in der Wesermarsch

Nach ihren Abschlussprüfungen vor 50 Jahren hat es die Schüler, darunter drei junge Frauen, in verschiedene Städte verschlagen. Heute leben nur noch zwei von ihnen in der Wesermarsch. Trotzdem kommen die Ehemaligen alle fünf oder zehn Jahre zu einem Treffen nach Nordenham. Ein großes Lob gab es auch für Dr. Sebastian Wegener, der sich viel Zeit nahm, um die Gruppe durch das Schulgebäude zu führen. Außerdem freuten sich die Ehemaligen darüber, dass sie ihre Abiturarbeiten mitnehmen konnten.

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