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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Aus der Traum vom Nordenhamer „Bildungsbahnhof“

23.11.2019

Nordenham Ein ehrgeiziges Projekt, das auch für die Stadtentwicklung ein großer Wurf gewesen wäre, ist geplatzt: Die Kreisvolkshochschule (KVHS) Wesermarsch hat ihren Traum vom „Bildungsbahnhof Nordenham“ aufgegeben. Dahinter steckte die Idee, das seit Jahren leerstehende Bahnhofsgebäude in der Innenstadt in ein modernes Bildungs- und Kommunikationszentrum zu verwandeln. Aufgrund der unsicheren Finanzierung sieht die Volkshochschule zurzeit keine Chance, das Vorhaben verwirklichen zu können. Das hat KVHS-Geschäftsführerin Ulrike Michalzik am Freitag auf Nachfrage der NWZ mitgeteilt. Einstimmig sei in der Gesellschafterversammlung ein entsprechender Beschluss gefasst worden.

Abriss immer möglich

Das Kernproblem besteht darin, dass sich der 1875 errichtete Bahnhof auf einem Deich befindet. Damit rückt das Thema Küstenschutz in den Fokus. Gerade in den Zeiten des Klimawandels kann niemand ausschließen, dass eines Tages eine Verstärkung des Weserdeiches erforderlich ist. Dafür würde der Bahnhof im Weg stehen, so dass er weichen müsste. Das wirft die alles entscheidende Frage auf: Wer will Millionenbeträge in ein Gebäude investieren, das über kurz oder lang ein Fall für den Abrissbagger sein könnte?

Für den Umbau des Nordenhamer Bahnhofs hatte die KVHS mit Kosten in Höhe von 8 bis 10 Millionen Euro kalkuliert. Weil die eigenen Mittel und die vom Landkreis Wesermarsch zugesagten 2 Millionen Euro dafür bei weitem nicht ausgereicht hätten, war von Anfang klar, dass die Volkshochschule bei der Finanzierung auf fremde Hilfe angewiesen wäre. Die KVHS beantragte daher Zuschüsse aus der Städtebauförderung von Bund und Land sowie Fördermittel aus einem Denkmalschutz-Programm. Diese Zuwendungen sollten die Finanzierungsgrundlage für das Projekt bilden.

Zunächst herrschte Zuversicht, aber dann kam die große Ernüchterung. Als den Förderstellen deutlich gemacht wurde, dass die Deich- und Küstenschutzbehörden keine Bestandsgarantie für den Nordenhamer Bahnhof ausstellen können, geriet das Vorhaben ins Wanken. Ohne Nachhaltigkeit, so die Botschaft der Geldgeber, keine Zuschüsse.

Die neue Ausgangslage hat die KVHS-Verantwortlichen dazu gezwungen, die Sache zu überdenken. „Die deichrechtlichen Probleme verhindern die Fördermöglichkeit“, bringt Ulrike Michalzik das Dilemma auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschafterversammlung jetzt entschieden, das Projekt „Bildungsbahnhof Nordenham“ nach fast zweijähriger Vorarbeit zu den Akten zu legen. Die KVHS-Leiterin bedauert diese Entwicklung: „Das wäre ein toller Standort gewesen“, sagt sie.

Aber für die KVHS stehe nicht das Ziel im Vordergrund, den alten Nordenhamer Bahnhof wiederzubeleben. Sondern vorrangiges Interesse der Volkshochschule sei es, möglichst bald in Nordenham ein zeitgemäßes und gut ausgestattetes Domizil in zentraler Lage beziehen zu können. Die derzeitigen Räumlichkeiten am Marktplatz und in der Grundschule Friedrich-August-Hütte genügen laut Ulrike Michalzik längst nicht mehr den Anforderungen. Die Geschäftsführerin hat von der Gesellschafterversammlung den Auftrag bekommen, sich um zwei Standortalternativen zu bemühen. Mit Einzelheiten zu diesen Plänen B und C hält sie sich vorerst zurück.

Bahn in der Verantwortung

Der Vize-Verwaltungschef der Stadt Nordenham, Bert Freese, findet es schade, dass aus dem Bildungsbahnhof nichts wird. „Das wäre eine sehr schöne Lösung gewesen“, sagt er. Bei der jetzt wieder hochkochenden Frage, was mit dem sanierungsbedürftigen Bahnhofsgebäude geschehen soll, sieht er die Stadt Nordenham nicht in der Verantwortung. „Das ist zu allererst eine Angelegenheit der Deutschen Bahn“, betont er, „Eigentum verpflichtet nun einmal.“

Ein Kauf des Gebäudes kommt laut Bert Freese für die Stadt nicht in Betracht. Denn für jeden Investor bestehe aufgrund der Deichschutzbelange ein hohes Finanzierungsrisiko. Das habe sich schon vor einigen Jahren gezeigt, als der Investor Jens Grotelüschen aus Bremerhaven mit seinen Hostel-Plänen gescheitert war. Auch dessen Geldgebern war die Sache zu heikel gewesen, weil die Zukunftssicherheit fehlte.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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