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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Mehrgenerationenhaus In Nordenham: Sie machen ein Stück Geschichte erlebbar

09.03.2019

Nordenham Die Idee kam Nadine Pasel und Dr. Welf-Gerrit Otto, als sie sich ganz zufällig einmal während einer Party in Bremen kennenlernten. Sie ist Lehrerin an der Oberschule I und sucht als Geschichtslehrerin immer wieder nach neuen Ansätzen, ihren Schülern Geschichte erlebbar zu machen und ihre Neugierde auf Geschichte zu wecken. Weg also vom reinen Auswendiglernen von Daten und Fakten, von trockenen Lehrbuchtexten und dokumentarischem Filmmaterial.

Er, Dr. Welf-Gerrit Otto, ist Leiter des Mehrgenerationenhauses in der Viktoriastraße. Hier im MGH treffen sich unter anderem auch viele ältere Menschen, die auf ein bewegtes und interessantes Leben zurückblicken können und gern und lebendig auch von diesem Gestern erzählen.

Kennenlernen

Beide Potenziale zusammenzuführen und ein gemeinsames Pilotprojekt zu starten war denn auch das Ergebnis des zufälligen Treffens auf jener Party in Bremen. Jetzt nahm das Projekt als „Geschichtswerkstatt – Geschichte(n) erfahren“ konkret Gestalt an: 23 Zehntklässler, die im Unterricht das Profil Gesundheit und Soziales wählten, und 18 Senioren aus dem Offenen Treff des MGH setzten sich zu einem ersten Kennenlernen zusammen.

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Die beiden für das Projekt verantwortlichen Lehrerinnen der Oberschule I, Nadine Pasel und Elke Schuster, bedankten sich bei den Älteren dafür, dass sie bereit sind, ihre ganz persönlichen Geschichten, ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jugend zu teilen und ihr so einen ganz persönlich geprägten Zugang zur jüngeren Vergangenheit zur schaffen.

Und sie steckten den Rahmen ab: Im Mittelpunkt steht ein einstündiges Interview, in dem es nicht darum geht, die gesamte Vita zu erfassen. Denn dazu, so Nadine Pasel, werde die Zeit kaum reichen. Es geht darum, einzelne Aspekte, die in der Erinnerung das Leben oder das Erleben ganz besonders machten, herauszuarbeiten.

Die Interviews werden mit Handy als Audio-Dateien aufgezeichnet und später als zusammenhängende Geschichte verschriftlicht. Auf jeden Fall sicherten die beiden Lehrerinnen Vertraulichkeit zu und versprachen, eine Veröffentlichung – etwa in einer Sonderausgabe der Schülerzeitung „Aber Hallo“ oder im Rahmen einer Ausstellung – nur mit ausdrücklichem Einverständnis zuzulassen.

Die Interviews werden derweil im zweiwöchigen Turnus jeweils donnerstags geführt. Zum Abschluss des ersten Treffens im MGH baten die beiden Lehrerinnen ihre Gäste, mit einer kurzen Kennenlernrunde das Projekt zu starten. Schon hier zeichnete sich sehr schnell ab, dass das Geschichtswerkstatt-Projekt sowohl für die OBS I-Schüler als auch für die Senioren sehr spannend zu werden scheint.

Hans-Dieter Werner beispielsweise erzählte, dass er früher beruflich überall in Europa unterwegs gewesen sei und sich, obwohl er schon seit 1973 sein Zuhause in der Wesermarsch hat, in erster Linie als Europäer definiere.

Gestrandet

Oder: Horst Krupp. Er erlebte als Siebenjähriger den Kriegsanfang und später den Polenfeldzug und begab sich, als 1945 die Russen einzogen, im Treck mit Pferd und Wagen auf die Flucht zunächst gen Westen, dann wieder zurück nach Danzig und mit dem Schiff nach Dänemark… Schließlich strandete er in Butjadingen.

Lore Hasches Vater fiel im Krieg. Die Mutter musste sie und ihre Geschwister ganz allein durchbringen. „Es war für uns alle eine sehr schwere Zeit. Täglich nur ein großer Pott mitten auf dem Tisch. Das musste reichen“, erinnerte sie sich.

Beispielsweise auch Hans Popken. Er arbeitete als Lehrer unter anderem in der einklassigen Schule Schwei-West. Hans Popken: „30 Kinder aller Klassenstufen in einem Raum, von sechs bis 14 Jahren, aber total diszipliniert. Ich unterrichtete alle Fächer. Da es keine Schulklingel gab, schickte ich sie raus, wenn ich es für nötig hielt.“

Oder: Ina Gützlaff. Sie fühlt sich als echte Butjenterin und möchte das Interview gerne auch auf Plattdeutsch führen. In Eckwarden wuchs sie auf, in Bielefeld machte sie ihre Lehre. Wieder zurück in Butjadingen heiratete sie mit zwanzig. „Ich hatte eine herrliche Kindheit und ein sehr schönes Leben“, verriet sie den jungen Zuhörern.

Weitere Auskünfte

zu dem Projekt „Geschichtswerkstatt“ erteilt Welf-Gerrit Otto unter Telefon   04731/942820 oder Telefon   0176/73242647. Er nimmt auch weitere Anmeldungen an. Alle zwei Wochen finden Werkstatt-Treffen im Mehrgenerationenhaus (Viktoriastraße 16) statt.

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