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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Germany’s next Finanzbeamter

26.07.2018

Nordenham Ungewöhnliche Wege bestreiten Niedersachsens Finanzämter auf der Suche nach Nachwuchs: Das Land Niedersachsen will ab August mit vier Werbespots in sozialen Medien und in Kinos künftige Steuer- und Finanzanwärter für sich gewinnen. Auch das Finanzamt Nordenham greift auf diese Art von Anwerbung zurück.

Weniger Bewerbungen

„Es ist schwieriger geworden, Nachwuchs zu finden. Deshalb nutzen auch wir die sozialen Medien“, sagt Marion Hasemann vom Finanzamt Nordenham. Akuten Nachwuchsmangel gebe es hier noch nicht, „aber früher waren es mehr Bewerber“, räumt sie ein. Marion Hasemann hat eine Vermutung, woran das liegen könnte: „Weil es noch andere attraktive Berufe gibt.“ Unattraktiv finden Lea Scherer, Nadja Allmers-Plump, Daina Wilhelms und Malte Röben, vier Nachwuchskräfte des Finanzamts Nordenham, die Arbeit beim Fiskus überhaupt nicht.

Zwei Ausbildungen

Die duale Ausbildung zur Finanzwirtin beziehungsweise zum Finanzwirtin (mittlerer Dienst) beim Finanzamt Nordenham dauert zwei Jahre. Sie gliedert sich in acht Monate Fachtheorie an der Steuerakademie in Bad Eilsen und 16 Monate Praxis im Finanzamt Nordenham. Voraussetzungen sind Realschulabschluss und EU-Staatszugehörigkeit. Die Ausbildungsvergütung beträgt 1109 Euro pro Monat.

Das duale Studium zur Diplom-Finanzwirtin beziehungsweise zum Diplomfinanzwirt (gehobener Dienst) dauert drei Jahre. Vorausgesetzt werden Abitur oder Fachabitur und EU-Staatszugehörigkeit. Das Studium besteht aus 21 Monaten Fachtheorie an der Steuerakademie in Rinteln im Wechsel mit 15 Monaten Praxis im Finanzamt in Nordenham. Es wird mit 1169 Euro pro Monat vergütet.

Bewerbungen für den Einstellungstermin 1. August 2019 können noch bis zum 30. September beim Finanzamt Nordenham eingereicht werden.

Mehr Informationen unter https://bit.ly/2y3fvwh

Lea Scherer absolviert derzeit die zweijährige Ausbildung zur Finanzwirtin. Einen großen Vorteil sieht sie darin, dass sie Hintergründe nun besser versteht: „Ich weiß jetzt, warum ich eine Steuererklärung abgeben muss.“ Dazu wirft Marion Hasemann ein, dass Finanz- und Steueranwärter „Zusammenhänge gut verstehen sollten“.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Ausbildung beim Finanzamt war für Lea Scherer der Umgang mit Zahlen. Nadja Allmers-Plump arbeitet ebenfalls gern mit Zahlen und Gesetzen. Sie hatte auch über ein Jurastudium nachgedacht, „aber das dauert lang und kostet dann auch viel“. Bei ihrem dualen Studium zur Diplom-Finanzwirtin verdient sie von Anfang an – und das nicht schlecht.

Schade findet Nadja Allmers-Plump, dass die Arbeit von Finanzbeamten oft negativ gesehen werde. „Wir können ja auch nichts dafür, dass man Steuern zahlen muss“, verteidigt sie ihren Berufsstand. Es sei doch ein sehr abwechslungsreicher Job.

Nicht zu vernachlässigen seien auch die flexiblen Arbeitszeiten beim Finanzamt, so Nadja Allmers-Plump. Das sieht Lea Scherer genauso: „Die Arbeitszeiten sind sehr familienfreundlich“, ergänzt sie.

Malte Röben hat sich nach einem Praktikum beim Finanzamt für eine Laufbahn als Diplom-Finanzwirt entschieden. „Ich finde gut, dass man nach dem Studium viele Möglichkeiten hat“, sagt er.

Daina Wilhelms hat ihre Ausbildung vor drei Jahren abgeschlossen. Gelockt hatte sie unter anderem das recht hohe Einkommen während der Ausbildung. Heute schätzt sie besonders die Perspektiven für eine stetige Weiterentwicklung, die sie als Finanzwirtin geboten bekommt.

Sicherheit ist wichtig

Alle vier Nachwuchskräfte sind froh, dass sie eine Karriere beim Finanzamt eingeschlagen haben. Nicht zuletzt aus folgendem Grund: Die Aussicht auf Verbeamtung auf Lebenszeit bietet Sicherheit.

„Man ist dadurch sorgenfreier als in der freien Wirtschaft“, bestätigt Markus Ottensmeier, Personalratsmitglied beim Finanzamt Nordenham, und fügt hinzu: „In den letzten Jahren haben wir fast alle Anwärter übernommen, vorausgesetzt, sie haben die Prüfung bestanden.“ Und die ist „sehr hart“, betont Nadja Allmers-Plump. Sie und Malte Röben legten vor kurzem ihre Abschlussprüfungen ab – fünf Klausuren in anderthalb Wochen.

Die Vorbereitung war laut Nadja Allmers-Plump intensiv. Sie fing im Januar an zu lernen. Dazu stellt Markus Ottensmeier klar: „Der Anspruch bei Ausbildung und Studium ist sehr hoch. Leute, für die das nichts ist, merken das in der Regel frühzeitig.“

Nadja Allmers-Plump, Daina Wilhelms, Lea Scherer und Malte Röben hingegen haben früh gemerkt, dass Zahlen und Gesetze sehr wohl etwas für sie sind – und bereuen nichts.

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Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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