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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Am Gymnasium gemeinsam gegen Müllberge

20.08.2019

Nordenham Statt Mathe und Deutsch stand am Montag Müllsammeln auf dem Stundenplan der Nordenhamer Gymnasiasten. Schüler und Lehrer befreiten in der dritten Stunde – ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen, Müllsäcken und Eimern – das Schulgelände von Unrat.

Denn das Gymnasium, wie auch die Oberschule 1 Nordenham, kämpfen mit einer zunehmenden Vermüllung des Schulgeländes. „Auf dem Schulhof können wir die Kinder eigentlich nicht mehr guten Gewissens herumlaufen lassen“, sagte Schulleiter Clemens Pauer. Gerade die vielen Glasscherben seien eine Gefahr, sagte Vera Eckermann, Koordinatorin der Sekundarstufe I am Gymnasium.

Aufmerksam machen

Mit der Aktion wollte die Schulleitung auf das Problem aufmerksam machen. Man habe schon viel versucht, aber bisher sei noch nicht gehandelt worden, sagte Vera Eckermann. Zum Beispiel hatte die Schulleitung bei Landrat Thomas Brückmann, beim ersten Kreisrat Hans Kemmeries und bei Bürgermeister Carsten Seyfarth vorgesprochen. Auch bei Gesprächen mit Matthias Bühnemann vom Fachdienst Schule des Landkreises sei die Situation immer wieder Thema, sagt Clemens Pauer.

Dabei seien es nicht vornehmlich die Schüler des Gymnasiums selbst, die den Müll auf dem Gelände zurücklassen. Sondern vor allem Jugendliche, die das Schulgelände nach Schulschluss als Treffpunkt nutzen und Passanten, die das Gelände überqueren. Die Vorfälle reichen bis zum Vandalismus. Unter anderem wurden Bänke mutwillig zerstört. Der Schulleiter schlägt deshalb eine verstärkte Kontrolle durch die Polizei und mehr Kameras vor. Er würde das Schulgelände am liebsten abschließen, doch das sei schon auf Grund fehlender Zäune nicht möglich.

Für das Pädagogen-Team sei der Müll außerdem problematisch, weil sich so auch die Schüler des Gymnasiums fragen, wieso sie ihren Müll fachgerecht entsorgen sollen, wenn der Schulhof sowieso voller Unrat liegt, meint der Schulleiter. Dabei versuche die Schule, mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Es sollen auch in den Klassenräumen verschiedene Mülleimer für die unterschiedlichen Abfälle bereitgestellt werden. „Wir wollen die Schüler sensibilisieren. Doch für die Entsorgung brauchen wir auch entsprechende Container“, sagt Clemens Pauer. Außerdem haben die Mitarbeiterinnen für die Reinigung der Klassen nur je zehn Minuten pro Raum, sagt der Schulleiter. Die Mülltrennung und Entsorgung der unterschiedlichen Abfälle bedeute für sie zusätzliche Arbeit in gleicher Zeit. Auch Hausmeister Olli Pargmann hat mit dem Müll alle Hände voll zu tun. Dabei sei das gar nicht seine Aufgabe, betont Schulleiter Clemens Pauer. Natürlich hatte die Aktion am Montag vor allem symbolischen Charakter, war sich der Schulleiter bewusst. Mit der Aktion wolle die Schulleitung die Allgemeinheit und die Verwaltung auf das Problem aufmerksam machen, betonte Clemens Pauer.

Für kommenden Montag hat der Landkreis als Schulträger Vertreter der Schulen, der Stadt Nordenham, des Schulelternrates und auch der Polizei zu einem runden Tisch eingeladen. Hier sollen gemeinsam Lösungsstrategien erarbeitet werden.

Verantwortung aller

Bürgermeister Carsten Seyfarth hatte sich bei der Aktion des Gymnasiums am Montag selbst ein Bild von der Situation gemacht. Er appellierte an die Verantwortung aller Bürger, vor allem aber an die Verursacher, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken. „Man muss nicht jeden Mist einfach wegwerfen. Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Das ist eine Faulheit, die ich einfach nicht akzeptieren kann“, sagte der Bürgermeister deutlich.

Bei den Gymnasiasten fand die Aktion Anklang. „Ich finde die Aktion gut. Es ist wirklich sehr dreckig hier. Aber es ist auch ein bisschen unfair, weil wir den Müll hier nicht hingeworfen haben“, fand die Elftklässlerin Johanna Bohnenstengel. Doch mit der Aktion setzen die Schüler auch ein Zeichen, dass es so nicht weitergehen könne, fügte die Zwölftklässlerin Lara Köhler hinzu. Schulleiter Clemens Pauer zeigte sich stolz auf den Einsatz seiner Schüler: Ich bin ganz begeistert von dem, was hier läuft“, freute er sich.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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