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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Wenn Schnaps und Bier locken

20.03.2018

Nordenham Die Gesetzeslage ist eindeutig: Kinder haben die Finger vom Alkohol zu lassen. Soweit die Theorie. In der Wirklichkeit sieht die Sache aber anders aus. Dass viele Minderjährige allen Verboten und Warnungen zum Trotz zu Bier und Schnaps greifen, ist allgemein bekannt. In Nordenham scheint das Problem des Jugendalkoholismus allerdings weniger ausgeprägt zu sein als in anderen Städten. Das geht aus den Ergebnissen einer Befragung hervor, an der sich 514 Nordenhamer Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren beteiligt haben. Laut dieser Erhebung liegt der Alkohol- und Drogenkonsum der Kinder und Jugendlichen in Nordenham deutlich unter den Vergleichszahlen aus Gesamtniedersachsen.

Zum Thema Sicherheit

Die Umfrage unter den Siebt- bis Zehnklässlern ist Bestandteil einer kriminologischen Regionalanalyse. Bei dieser Studie handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Vechta, des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und des Nordenhamer Präventionsrates. Bei dem wissenschaftlich begleiteten Projekt, das mit Fördergeldern des Landes Niedersachsen finanziert wird, geht es in erster Linie darum, Erkenntnisse über das Sicherheitsempfinden der Bürger sowie über die Wohnzufriedenheit und die Lebensqualität zu gewinnen.

Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Zudem wurde allen Teilnehmern eine Anonymität bei der Auswertung der Fragebögen garantiert.

Unter 14 kein Alkohol

Das Jugendschutzgesetz schreibt vor, nach welchen Regeln alkoholische Getränke an Jugendliche ausgeschenkt werden dürfen.

Unter 14 Jahren ist der Genuss von Alkohol grundsätzlich verboten. Mit der Volljährigkeit fällt diese Bestimmung weg. Für die Altersstufen zwischen 14 und 18 Jahren gibt es verschiedene Regelungen. Der Verkauf von Alkohol, der durch Gärung entsteht (Bier, Wein oder Sekt), ist an Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt. Der Erwerb und der Konsum von hochprozentigen Spirituosen sind ab einem Alter von 18 Jahren zulässig.

Wenn Erziehungsberechtigte anwesend sind und ihr ausdrückliches Einverständnis geben, ändern sich die Bestimmungen für 14- bis 16-Jährige. In diesem Fall dürfen auch sie Bier, Wein und Sekt trinken.

Wie berichtet, haben sich 1268 erwachsene Nordenhamer daran beteiligt. In einer gesonderten Befragung bekamen Schüler die Möglichkeit, die Sicherheit in Nordenham zu bewerten. Darüber hinaus waren die Kinder und Jugendlichen aufgerufen, Angaben zu ihren Erfahrungen mit Gewalt, Kriminalität, Alkohol und Drogen zu machen. Von den 1100 Mädchen und Jungen, die zum Ausfüllen der Fragebögen eingeladen wurden, nahmen 47 Prozent an der Erhebung teil. Die Resonanz in Nordenham ist zwar etwas geringer ausgefallen als bei den landesweiten Schülerbefragungen des Kriminologischen Forschungsinstituts. Aber die Datenlage reicht nach Angaben der Initiatoren aus, um verlässliche Aussagen treffen zu können.

In einem Zwischenbericht – eine ausführliche und detaillierte Auswertung soll bis zum Jahresende vorliegen – sprechen die Verfasser von einem „positiven Bild der Nordenhamer Jugendlichen“ bei der Bewertung des Alkohol- und Drogenkonsums.

Von den 514 befragten Schülern gaben 44,4 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten ein bis zwölf Mal Alkohol getrunken zu haben. 19,2 Prozent konsumierten mehrmals pro Monat bis mehrmals pro Woche Alkohol. 0,2 Prozent erlaubten sich täglich mindestens ein alkoholisches Getränk.

Zum Vergleich: In ganz Niedersachsen beläuft sich laut ähnlicher Erhebungen der Anteil der Jugendlichen, die ein bis zwölf Mal in den zurückliegenden zwölf Monaten Alkohol zu sich genommen haben, auf 56,6 Prozent. Landesweit 23,6 Prozent griffen mehrmals pro Monat bis mehrmals pro Woche zu Bier und Schnaps, 0,3 Prozent berichteten von einem täglichen Alkoholkonsum.

Drogenbilanz ähnlich

Nach Angaben des Kriminologischen Forschungsinstituts verhält es sich mit dem Konsum von Zigaretten, Cannabis und harten Drogen ähnlich. Auch bei dieser Betrachtung fällt auf, dass die Nordenhamer Zahlen unter dem Landesdurchschnitt liegen. Genaue Prozentangaben sind in dem Zwischenbericht allerdings nicht aufgeführt.

Bei der Frage, ob sie sich in Nordenham sicher fühlen, zeichnete sich bei den Kindern und Jugendlichen ein Wert leicht unter dem Landesdurchschnitt ab. Besonders nachts scheint Nordenham nach Einschätzung der jungen Leute nicht besonders sicher zu sein. Als „Angstorte“ nennen die Schüler vor allem den Bahnhof und die Innenstadt.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201
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