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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Viele Rätsel im All bleiben ungelöst

06.09.2018

Nordenham Obwohl der Himmel zu einem großen Forschungslabor geworden ist, wird es in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr so viele Entdeckungen geben, wie es in den zurückliegenden 50 Jahren der Fall war. Davon ist Dr. Dietrich Lemke überzeugt. In seinem Festvortrag anlässlich der 40-Jahr-Feier der Vereinigung der Nordenhamer Sternfreunde in der Aula des Gymnasiums unternahm der Astrophysiker vom Max-Planck-Institut in Heidelberg einen 90-minütigen Streifzug durch die zahlreichen Erfolge des vergangenen goldenen Zeitalters der Astronomie.

Interessierten die Berührungsängste vor einer komplizierten Materie zu nehmen, war bei der Gründung und ist auch heute noch das Ziel des Vereins, machte Vorsitzender Hans-Heinrich Behrends deutlich. Zu den gut 50 Mitgliedern und Gästen, die er zu der Veranstaltung begrüßte, gehörten neben dem Ehrenvorsitzenden Reinhard Herder mit Helmut Frerichs und Herbert Kaiser zwei Mitbegründer der Nordenhamer Sternfreunde.

Anfänge im Gymnasium

Herbert Kaiser erinnerte mit launigen Grußworten an die Gründungszeit der Vereinigung. Die Keimzelle befand sich im Gymnasium, wo er als Erdkunde- und Siegfried Lührs als Physiklehrer sich berufen fühlten, eine Verbindung zur Astronomie herzustellen. Um den Schülern Größe und Entfernung von Himmelskörpern anschaulich zu machen, habe er verschiedene runde Objekte wie Globen, Bälle, Tomaten und Erbsen verwendet, erinnerte sich Herbert Kaiser. Diese Begriffskette mit Lernen, Begreifen und Wissen habe er dann auch in die Vereinigung der Nordenhamer Sternfreunde mit einbringen wollen. Jedoch habe er feststellen müssen, dass er sie um Staunen und Wundern erweitern musste, erzählte Herbert Kaiser.

Dass die vergangenen 50 Jahre als goldenes Zeitalter der Astronomie bezeichnet werden können, habe man Anfang der 1960er-Jahre noch nicht ahnen können, stellte Dietrich Lemke zu Beginn seines Festvortrages fest. In Deutschland war davor seit Jahrzehnten die Verbindung von Physik und Astronomie vernachlässigt worden, bedingt vor allem durch einen Mangel an Beobachtungsinstrumenten. Zudem hatten zwei Weltkriege Deutschland zurückfallen lassen.

Das änderte sich in den 1960er-Jahren mit der Gründung der modern ausgestatteten Max-Planck-Institute. Physiker und elektronische Rechenmaschinen zogen in die Institute und Sternwarten ein. Das Wirtschaftswunder brachte auch das dafür erforderliche Geld, berichtete Dietrich Lemke, der bereits mehrmals mit Vorträgen bei den Nordenhamer Sternfreunden zu Gast war.

Obwohl unter anderem Quasare, Pulsare, kosmische Mikrowellen und Hintergrundstrahlungen, Sonnen-Neutrinos, dunkle Materie, Gravitationswellen und Exoplaneten entdeckt und erforscht wurden sowie Astrophysik sich mit dem Rechner betreiben lässt, sind viele Rätsel noch ungelöst und werden es auch bleiben, so der Referent aus Heidelberg.

Dass trotz der ungebrochenen Wissensbegierde vieler Wissenschaftler die Zahl der Entdeckungen künftig wohl zurückgehen werde, begründete Dietrich Lemke nicht nur mit der Vielzahl der bereits gemachten Entdeckungen: „Es wird sehr viel teurer“, sagte er.

Teures Teleskop

Große Hoffnungen ruhen auf das neue bereits fertiggestellte, jedoch noch nicht getestete James-Webb-Weltraumteleskop. Es soll nicht nur die Anfänge unserer Universums und die Geschichte des Sonnensystems erforschen, sondern auch bei der Suche nach außerirdischem Leben auf Exoplaneten helfen. Das neue Weltraumteleskop, dessen Kosten von anfänglichen 8,8 Milliarden US-Dollar nach Angaben der Nasa auf fast 10 Milliarden US-Dollar gestiegen sind, wird aber wohl nicht vor 2021 ins All fliegen.

Rolf Bultmann
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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