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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Umschulung In Nordenhamer Unternehmen: In zwei Jahren vom Helfer zum Gesellen

06.06.2019

Nordenham „Fachkräfte sind ein begehrtes Gut, aber nicht leicht zu bekommen“, weiß Claudia Zimmermann von der Agentur für Arbeit. Dass jedoch auch Helfer durch eine Umschulung zu Gesellen werden können, wissen nur wenige. Jan Laarmann arbeitet seit vier Jahren als Hilfsarbeiter im Straßenbau bei der Firma Stührenberg Erd- und Tiefbau in Nordenham. Der heute 33-Jährige hatte zuvor eine Ausbildung zum Zimmermann begonnen, diese jedoch abgebrochen.

Durch seinen Kollegen Adrian Marhold, der ebenfalls als Hilfsarbeiter bei Stührenberg arbeitet, wurde Jan Laarmann vor gut zwei Jahren auf die Möglichkeit der Umschulung aufmerksam. Bei Geschäftsleiter Jörn Wieland trafen die beiden auf offene Ohren. Inzwischen haben die jungen Männer die Umschulung fast hinter sich und stecken mitten in ihren Gesellenprüfungen. Den theoretischen Teil haben sie bereits bestanden.

Fachkräfte fehlen

„Auch bei uns herrscht ein starker Fachkräftemangel. Oft versuchen wir, uns mit Helfern über Wasser zu halten“, sagt Jörn Wieland. „Aber ich kann auch nicht nur Helfer auf die Baustelle schicken. Es muss auch jemand da sein, der die Helfer anleitet“, macht der Geschäftsleiter deutlich. Natürlich bildet auch die Firma Stührenberg eigenen Nachwuchs aus. Zwei Auszubildende hat die Firma derzeit. Bewerber um Ausbildungsplätze sind beim Bau – wie überall in der Region – allerdings Mangelware.

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Dennoch sei es bei jungen Leuten selbstverständlich das vorrangige Ziel der Agentur für Arbeit und des Jobcenters, sie in eine Ausbildung zu vermitteln, betont Frank Albers vom gemeinsamen Arbeitgeber-Service der beiden Einrichtungen. Er ist aber auch Ansprechpartner und Experte für Umschulungen, denn auch ältere Hilfsarbeiter ohne Abschluss in einem Beruf haben gute Aufstiegschancen, sagt er. Wer ohne Berufsausbildung drei Jahre als ungelernte Kraft gearbeitet hat, oder zwar eine abgeschlossene Ausbildung hat, in diesem Beruf aber seit vier Jahren oder länger nicht mehr tätig gewesen ist, sei grundsätzlich für die Umschulung geeignet. Es gebe keine Altersbegrenzung, sagt Frank Albers deutlich.

Einen finanziellen Verlust müssen die Umschüler, dadurch, dass sie wieder die Schulbank drücken, nicht befürchten. Während der Umschulung gilt der Arbeitsvertrag der Hilfskräfte weiter, erläutert Frank Albers. Sie fallen nicht auf ein Azubi-Gehalt zurück. Die für die Umschüler im Vergleich zu regulären Auszubildenden höheren Lohnkosten kann die Agentur für Arbeit aber über das Qualifizierungschancengesetz fördern, so dass die Betriebe nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Auch für Lehrgänge und Lernmittel wie Bücher bekommt der Betrieb Zuschüsse. Am Ende der Maßnahme sind die Umschüler ausgelernte Fachkräfte, die auch eine entsprechend höhere Bezahlung erhalten.

Kürzere Ausbildungszeit

Die Ausbildungszeit der Umschulung ist um rund ein Drittel kürzer, als bei einer regulären Ausbildung. Die Ausbildung zum Straßenbauer dauert in der Regel drei Jahre. Jan Laarmann und Adrian Marhold absolvieren das gleiche Ausbildungspensum in 24 Monaten, also in zwei Jahren.

In der Regel haben die Umschüler als Helfer schon praktische Erfahrung in dem Beruf gesammelt. Auch berufliche Grundvoraussetzungen, wie zum Beispiel das betriebliche Miteinander, kennen die Hilfsarbeiter meist schon. Daran müssen sich die jungen Auszubildenden, die direkt von der Schule kommen, oft erst noch gewöhnen, weiß Claudia Zimmermann. Als volle Hilfskraft können die Betriebe ihre Umschüler in dieser Zeit allerdings nicht einplanen. Der Berufsschulunterricht findet im Block statt. Und wie bei einer regulären Ausbildung müssen die Betriebe an den Arbeitstagen der Umschüler den Ausbildungsrahmenplan im Blick behalten. Doch die Umschüler seien häufig hochmotiviert, die Umschulung auch zu Ende zu bringen, „was nicht bei allen Auszubildenden der Fall ist“, weiß Jörn Wieland. Bei Jan Laarmann und Adrian Marhold ist er sich sicher: „Die wollen das, die ziehen das auch durch“, freut sich Jörn Wieland.

Er habe einfach etwas haben wollen, das er vorzuweisen hat und nicht „nur als Helfer irgendwo rumdümpeln“, bringt es Jan Laarmann einfach auf den Punkt. Als ausgebildete Fachkraft sinke das Risiko, arbeitslos zu werden, vor allem aber, arbeitslos zu bleiben, sagt Claudia Zimmermann. „Es gibt ziemlich viele, die eine Stelle als Helfer suchen, aber nur wenige Helferstellen. Für Fachkräfte gibt es wiederum sehr viele offene Stellen“, sagt sie.

Drei Umschüler im Alter zwischen 26 und 33 hat die Firma Stührenberg zurzeit. Und es gebe weitere Interessenten, freut sich Jörn Wieland. Die Umschulung sei ein klarer Gewinn, ist er überzeugt. Für die Helfer ergibt sich nach der Umschulung eine ganz andere Lohnsituation und die Betriebe finden durch die Umschulung die dringend benötigten Fachkräfte.

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Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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