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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Verunreinigungen In Nordenham: Wenn der Schulhof zur Müllhalde wird

09.08.2019

Nordenham Hausmeister an Lehranstalten haben viele Aufgaben. Zum Beispiel müssen sie defekte Glühlampen austauschen, Möbel reparieren und technische Geräte warten. Aber wenn die Hausmeister des Gymnasiums und der Oberschule 1 in Nordenham in diesen Tagen aus dem Sommerurlaub zurückkehren, steht erst einmal eine andere Tätigkeit ganz oben auf der Liste: Sie sind als Müllmänner gefragt. Die Schulgrundstücke sehen in einigen Bereichen aus, als wären dort Horden von randalierenden Fußballfans nach einem Stadionbesuch durchgezogen. Auf den Pausenhöfen, in den Beeten und in den Sitzecken das gleiche Bild: Plastikabfälle in allen Variationen, Getränkedosen, Scherben. Zigarettenschachteln. Dazu der ein oder andere Kothaufen. Dass sich in den Ferien viel Unrat auf den frei zugänglichen Flächen der Schulen ansammelt, ist kein neues Problem. Aber diesmal hat die Vermüllung ein solches Ausmaß angenommen, dass die Schulleitungen und Elternräte Alarm schlagen. Sie fordern den Landkreis Wesermarsch als Schulträger und auch die Stadt Nordenham auf, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Im Schutz der Dunkelheit

Oberschulleiterin Tanja Buse und ihre Stellvertreterin Ines Locker-Wolf sprechen von einem „jahrelangen Ärgernis“. Immer wieder kommt es vor, dass ungebetene Gäste sich in der schulfreien Zeit auf dem Gelände tummeln und dort ihren Müll hinterlassen. Vorzugsweise im Schutz der Dunkelheit. Mitunter gibt es auch Farbschmierereien, angekokelte Tische und Bänke sowie andere Beschädigungen zu beklagen. Darüber hinaus ist es ein offenes Geheimnis, dass Drogengeschäfte in den schlecht einsehbaren Winkeln abgewickelt werden. Und dann sind da noch jene Menschen, die das Schulgelände aufsuchen, um dort ihre Notdurft zu verrichten.

Gesprächsbereit

Der Landkreis Wesermarsch hat in einer Stellungnahme die Vermüllung der Schulgrundstücke und einen „sporadischen Vandalismus“ bestätigt. Der Zugang sei bewusst offen gehalten, damit Kinder und Jugendliche die Spielflächen nutzen können. Leider sei in den vergangenen Jahren eine „stetige Zunahme“ der Probleme zu erkennen gewesen. Eine Verbesserung werde durch Ansprache oder regelmäßige Reinigung angestrebt.

Die Zuständigkeit für die Grundstücke des Gymnasiums und der Oberschule 1 liegt beim Landkreis als Schulträger und Eigentümer. Bezüglich der Überwegungsrechte stimmt sich der Landkreis mit der Verwaltung der Stadt Nordenham ab. „Für die Kreisverwaltung ist es selbstverständlich“, heißt es in der Stellungnahme, „bei weitreichenden Änderungen oder veränderten Sichtweisen mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen.“

All diese Erscheinungen der unangenehmen Art spielen sich in ähnlicher Form auch auf dem Areal des Gymnasiums ab. Der stellvertretende Schulleiter Dr. Sebastian Wegener betont, dass die Vermüllung nicht nur aus optischen Gründen ein großes Problem sei. „Die überall herumliegenden Scherben stellen eine Gefährdung dar“, sagt er. Außerdem wirkten die Ansammlungen von lauten und angetrunkenen Leuten bedrohlich auf andere Menschen.

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Das kann seine Kollegin Ines Locker-Wolf für die Oberschule 1 nur bestätigen. Rentner haben ihr erzählt, dass sie sich nicht mehr trauen, den Fußweg zu nutzen, der über das Schulgelände von der Körnerstraße zur Pestalozzistraße verläuft. „Abends ist da die Hölle los“, sagt die Lehrerin.

Das Personal an den beiden Schulen braucht keinen Kalender, um zu wissen, dass Montag ist. Denn nach einem Wochenende ist das Müllaufkommen stets besonders groß. Das bedeutet an jedem Montagmorgen mehrere Stunden Aufräumarbeit für die Hausmeister. Da lässt es sich erahnen, welche Dimensionen die Verunreinigungen nach mehreren Ferienwochen annehmen.

Die „schulfremde Laufkundschaft“, wie Sebastian Wegener die Problemverursacher nennt, betrachtet die Schuldgrundstücke als einen öffentlichen Raum ohne Regeln und Vorschriften. Das wollen die Lehrer und Eltern nicht mehr hinnehmen.

Appell des Elternrats

„Wir erwarten, dass sich der Landkreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham um eine Lösung bemühen“, sagt Michael Eppler. Er ist Vorsitzender des Schullernrats am Gymnasium. Diesem Gremium gehört auch Bernd Bierfischer an, der als Rechtsanwalt mit der juristischen Lage vertraut ist. Er hat bereits Kontakt mit der Polizei aufgenommen. In dem Gespräch bekam er die Zusage, dass die Ordnungshüter ihre Streifengänge im Bereich der Schulen verstärken wollen. Aber eingreifen könne die Polizei nur bei Straftaten, zumal das Hausrecht bei den Schulen liege.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, schlagen die Schulleitungen und Elternräte folgende Maßnahmen vor:  Aufstellen von Schildern mit dem Hinweis, dass Unbefugte ab 18 Uhr auf den Schulgrundstücken keinen Zutritt haben Installation  von Überwachungskameras  Abriegeln der Zugänge mit Toren, die ab 18 Uhr abgeschlossen werden Rückschnitt der Büsche und Sträucher Erhöhte Polizeipräsenz

Die Schulleitungen betonen, dass sie die Kosten nicht aus ihren Etats begleichen können. Dafür müsse der Landkreis aufkommen. Die Stadt Nordenham sehen sie ebenfalls in der Verantwortung, weil die öffentliche Nutzung der Wege in deren Zuständigkeit liegt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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