• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Mit Stampfern gegen den Schmutz

17.07.2017

Ovelgönne Morgens fix ein Oberteil und eine neue Jeans aus dem Schrank gegriffen, abends landet das Outfit dann im Wäschekorb. Spätestens nach einer Woche in der Waschmaschine und dann häufig sogar noch im Trockner.

Was für uns heute selbstverständlicher Alltag ist, hat Ulla Niehus noch ganz anders erlebt. Wie die 74-Jährige als Kind Wäsche gewaschen hat, stellte sie nun Kindern in einer Ferienpassaktion im Handwerksmuseum Ovelgönne vor. „Bei uns wurde Zuhause nur alle vier Wochen gewaschen. Da wurde das Kleid nicht jeden Tag gewechselt, da kam zur Schule dann eine Schürze davor. Und der Waschtag war dann wirklich ein ganzer Tag“, erinnert sich Niehus.

Historische Kleidung

So „bewaffnete“ sie die neun Mädchen der Ferienaktion im Handwerksmuseum mit Waschbrettern, Wäschestampfern, Zinkwannen und Kernseife. Zuerst war die weiße Wäsche dran. Damit alles historisch korrekt ablief, hatte die 74-Jährige auch Kleidung aus der Zeit mitgebracht – lange Unterhosen, Nachtjacken oder auch Schlafmützen – denn in der Zeit ohne Waschmaschine war es nachts in den Bauernhäusern kalt.

Für die weiße Wäsche wurde das Wasser, das vorher erst mit einem historischen Tragjoch, an dem zwei Eimer baumelten, geholt werden musste, in einem Wasserbottich erhitzt. In dem warmen Wasser wurde dann auch die weiße Wäsche mit der Kernseife über das Waschbrett geschrubbt.

„Die weiße Wäsche wird dann dreimal mit klarem Wasser gespült, bis das Wasser mit der Wäsche darin klar bleibt“, erläutert Niehus die Arbeitsschritte. Anschließend wurde die nasse Kleidung zu zweit ausgewrungen und anschließend auf die Leine zum Trocknen aufgehängt.

Das Wasser der weißen Wäsche wurde dann auch für die bunte Wäsche aufbewahrt – „Denn Wasser war kostbar“, erinnert sich die 74-Jährige. Und auch diese Wäschestücke wurden von den neun Mädchen über die Wäschebretter geschrubbt, bis sie sauber waren. Auswringen und Aufhängen folgten auch hier.

„Mir hat das Reiben über das Brett am besten gefallen. Ich finde das Waschen hier toll. Zuhause habe ich Mama auch schon einmal beim Wäschemachen geholfen“, sagt die elfjährige Swantje aus Popkenhöge. „Das mit dem Rubbel fand ich auch gut. Und auch das Wasser holen mit dem Schöpfen vom Wasser hat mir Spaß gemacht“, fügt Evelyn (8) aus Großenmeer hinzu.

Eigene Idee

Die Initiative zum historischen Waschtag ging von Ulla Niehus selber aus. „Frau Niehus sprach mich an, ob wir so etwas nicht anbieten wollen, weil sie das Waschen von früher noch aus der Kindheit kennt. Sie macht das Programm zum ersten Mal und ehrenamtlich“, freut sich Museumsleiterin Susanne Schlechter über das Angebot. Einige „Requisiten“ habe Niehus von Zuhause mitgebracht, andere wiederum stammen aus dem Museum. „Wann kann man sonst Museumsobjekte aktiv benutzten?“, sagt Schlechter zur Besonderheit des Angebots.

„Die Kinder können sich das Leben ohne Waschmaschine nicht mehr vorstellen. Aber die Mädchen hier waren sehr interessiert“, resümiert die 74-Jährige das Programm. Nicht anstrengend lautete das Fazit der Mädchen am Nachmittag – aber sie hatten auch nicht wie Niehus als Kind den ganzen Tag gewaschen.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwz-online.de/videos 
Video

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2804
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.