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Aktualisiert vor 7 Minuten.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Im Handwerksmuseum auf fotografischer Spurensuche

23.11.2018

Ovelgönne Im Handwerksmuseum Ovelgönne ist jetzt eine neue Sonderausstellung eröffnet worden. Das Thema lautet „Vogelsangs Idyllen“ – und dabei handelt es sich konkret um eine fotografische Spurensuche nach Motiven des Volksschullehrers Heinrich Vogelsang mit Zeitcollagen von seiner Tochter Helma Mahler aus Achim.

Über den guten Besuch zur Eröffnung freute sich Susanne Schlechter. Die Museumsleiterin konnte viele junge und auch ältere Besucher, die teilweise von weit angereist waren, begrüßen.

Ovelgönnes Bürgermeister Christoph Hartz betonte, dass Kultur die Menschen ganz besonders verbinde: Besinnen auf das Einfache und das Miteinander und das Besinnen in einer guten Zeit auf die Heimat sei gerade in der Zeit vor dem 1. Advent für viele sehr wichtig.

Der stellvertretende Bürgermeister aus Stadland, Horst Mauritschat (SPD), sprach den Bezug von Heinrich Vogelsang zur damaligen Gemeinde Rodenkirchen über die Volksschule in Alse-Sürwürden und Alser Hellmer an. Heinrich Vogelsang hatte auch viele Kontakte nach Ovelgönne. So heiratete er 1938 Hanna geborene Troue aus Ovelgönne. Aus der Geburt gingen die Töchter Heidi 1939, Traute 1942 und Helma 1947.

Die Töchter um Helma gingen auf Spurensuche nach ihrem Vater. Eine private Ausstellung bei den Töchtern in Oldenburg weckte Interesse bei der Museumsleiterin. Und so trug die inzwischen 71-jährige Helma Mahler mit Susanne Schlechter Etliches zusammen.

Die Museumsleiterin erinnerte daran, dass Vogelsang die Nazi-Zeit in der Wesermarsch verbracht habe. Sie wies darauf hin, dass nach dem Kriegsende über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte noch häufig der „Mantel des Schweigens“ gedeckt worden sei. Gerade deshalb habe sich die umfangreiche und zeitintensive Spurensuche überaus schwierig gestaltet.

Und tatsächlich machte sich Helma Mahler – selbst auch Grundschullehrerin – zehn Jahre lang auf Spurensuche nach seinen Motiven im ganzen Oldenburger Land. Denn ihr Vater, Heinrich Vogelsang, hatte ein umfangreiches Werk als Fotograph hinterlassen und war für seine Leistungen ausgezeichnet worden.

Seinen idyllischen Heimatbildern aus den 1930er bis 50er Jahren ist der damalige politische Zeithintergrund nicht anzusehen. „Wir stellen seine alten, selbst entwickelten schwarz-weiß Aufnahmen den aktuellen Ansichten mit Handyfotos jeweils gegenüber. In ihren Zeitcollagen hat Helma Mahler zudem alte und neue Bildteile digital miteinander verwoben“, erläutert Museumsleiterin Susanne Schlechter. Die Fotoausstellung zeigt noch ganz besonders gut ausgewählte Beigaben, die den zeitlichen Hintergrund illustrieren.

So gibt es historische Schätze aus der Schulzeit ab 1946 aus der alten Volksschule Rönnelmoor, als in der Not Füller aus Gewehrpatronen und Tornister aus Flugzeugteilen und Gasmaskenschnallen gebaut wurden. Nach dem Ende der NS-Diktatur wurde den Schülern mit diesen Utensilien die neue Demokratie beigebracht, wie die bemerkenswerten Zeichnungen des damaligen Schülers Hans-Georg Duhm, ein Ovelgönner, es zeigen.

Der Rüdeshauser Uwe Müller steuerte ein Handbuch von 1931 mit den evangelischen Volksschulen des Oldenburger Landes bei. Ein altes Fotoalbum, dass das Museum einer Schenkung des Heimatvereins Wiefelstede verdankt, zeigt dazu sämtliche Volksschulen der Wesermarsch des Jahres 1953, die damals noch sehr zahlreich waren und zum Teil in Barackengebäuden untergebracht waren. „Zu bestimmten Gelegenheiten wird dieses Album für Interessierte zur gemeinsamen Einsicht geöffnet werden, zum Beispiel zum Ovelgönner Weihnachtsmarkt am 3. Advent“, verspricht Susanne Schlechter.

Rückblick: Heinrich Vogelsang wurde 1900 in Nordenham, in einer Sattlerfamilie geboren. 1916 bis 1920 stand die Lehrerausbildung auf dem Programm. Zunächst war er Volksschullehrer in Rüstringen und Delmenhorst, bis 1938 war er Lehrer in Alse in Rodenkirchen, von 1938 bis 1945 Leiter der Volksschule Altenhuntorf, von 1947 bis zur Pensionierung 1965 Lehrer in Bokel, Gemeinde Wiefelstede. Er starb 1982.

Die Sonderausstellung ist „Vogelsangs Idyllen“ im Handwerksmuseum Ovelgönne ist noch bis zum 17. März zusehen.

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