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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Schulgeschichte beginnt in Alse

19.07.2019

Rodenkirchen Bis 1913 gab es in der Altgemeinde Rodenkirchen vermutlich sieben Schulen. Das fand Jan Bahlmann bei der Sichtung bis in das 17. Jahrhundert zurückgehender alter Akten der Gemeinde heraus. Der pensionierte Lehrer aus Esenshamm gehört zu einem dreiköpfigen Team des Rüstringer Heimatbundes, das seit knapp vier Jahren rund 20 000 Dokumente der bis 1972 selbstständigen Gemeinde sortiert und archiviert hat. Mit der Gebietsreform 1972 wurde Rodenkirchen Teil der Gemeinde Stadland.

Von den 20 000 Dokumenten betreffen rund 2100 das Schulwesen. Eine der ältesten in den Unterlagen verzeichneten Schule stand in Edschenburg am Ende einer Sackgasse, in die man bei der „Alten Kanzlei“ (Hof Ramien) einbog. Diese Schule wurde 1653 eröffnet und erst nach 260 Jahren aufgelöst.

Die aus Brunswarden gebürtige Heimatdichterin Alma Rogge wurde als Sechsjährige in Edschenburg eingeschult. Diese Schule besuchte sie zwei Jahre lang. 1913 wurde sie wie auch die Wurpschule in Hahnenknoop aufgelöst. Die Kinder besuchten ab dann die neue Schule in Hayenwärf, die bis 1964 bestand und heute ein Wohnhaus ist.

Die nach den Unterlagen älteste Schule stand ab 1573 in Alse. 1845 wurde sie durch eine einklassige Schule am Rabbenschen Köterweg ersetzt. 1913 wiederum wurde an der Alser Helmer eine zweiklassige Schule eröffnet, die 1943 geschlossen wurde.

1587 wurde eine Volksschule in Rodenkirchen neben der alten Küsterei eröffnet. Hartwarden war von 1638 bis 1933 Schulstandort. Darauf weist nur noch das Straßenschild „Hartwarder Schoolpadd“ neben dem „Friesenheim“ hin. Das Gebäude wurde in der 1960-er Jahren abgerissen.

1913 wurde außer den Volksschulen Hayenwärf und Alse eine Bürgerschule gebaut. Sie wurde von Landwirt Robert Tantzen gefördert, indem er das Grundstück kostenlos zur Verfügung stellte.

1934 wurde die Bürgerschule aufgelöst, die Volksschule zog ein. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Aufbauzüge eingerichtet, die Ostern 1952 zur Eröffnung einer Mittelschule führten. Diese beanspruchte ihr Schulgebäude wieder für sich, so dass 1953 mit dem Bau einer neuen Volksschule begonnen wurde.

Allein von der Planung und dem Bau der Volksschule fand Jan Bahlmann 500 bis 600 Briefwechsel, Kostenvoranschläge und Rechnungen.

Die Schulchronik der Volksschule Rodenkirchen ging nach Kriegsende verloren, wie der damalige Schulleiter Hans Kriegel (1945 bis 1954) niederschrieb. Ein Auszug aus diesem Dokument der Zeitgeschichte; „Die Feindtruppen drängten nach und besetzten den gesamten deutschen Raum“, schreibt Kriegel über die letzten Kriegswochen und die Wirren danach.

„Das Gebiet der Wesermarsch gehörte anfänglich zum amerikanischen Besatzungsgebiet. So kam es, dass Kanadier auch unser Dorf besetzten und in der Schule Quartier nahmen. Sie haben sich benommen, wie es nur ihnen zumutbar und nach deutschem Befinden unbegreiflich ist“. Es kam zur völligen Auflösung des Volksschulbetriebes. „Aus dem Schulgebäude verschwand buchstäblich Alles, vom Kartenmaterial wurden Latrinen erstellt, Bücher flogen auf den Hof. Physikalische Instrumente wurden auf wertvolle Metalle und Linsen untersucht und im Übrigen restlos zerstört“, schreibt Hans Kriegel, nicht ohne zu erwähnen, „dass viele Deutsche sich in jenen Tagen nicht minder vergessen haben“. Sie hätten aus der Schule und dem Kindergarten in Körben weggeschleppt, „was ihnen es Mitnehmens wert erschien“.

Ein weiteres Dokument, das ihm in die Hände fiel, ist der „Gesundheitsschein“. Jedes Kind, das eingeschult werden sollte, musste sich einer Untersuchung unterziehen. In einem Formblatt wurden neben Name, Geschlecht, Geburtsort und Eltern folgende Dinge abgefragt: Wievieltes Kind? Wie lange Brust? Wann Zähne? Wann laufen? Wann sprechen? Frühere Krankheiten? In dem von Jan Bahlmann gezeigten Gesundheitsschein, bei dem selbstverständlich der Name geschwärzt war, lautete das ärztliche Attest: „Ein Jahr zurückgestellt wegen körperlicher Unterentwicklung“.

Jan Bahlmann weiß, dass es auch Volksschulen in Strohausen und Absen gegeben haben soll. Unterlagen darüber habe er aber in den Dokumenten der alten Gemeinde Rodenkirchen nicht gefunden.

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