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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Verdacht auf Norovirus: Oberschule schließt

06.09.2018

Rodenkirchen Die Oberschule Rodenkirchen bleibt an diesem Donnerstag und am Freitag, 7. September, geschlossen. Die Schüler haben zwei Tage lang schulfrei und müssen erst am Montag, 10. September, zur gewohnten Stunde zurückkehren. Grund ist der Verdacht auf einen Norovirus, teilt die Kreisverwaltung mit.

Sicherheitshalber hat die Gemeindeverwaltung auch die benachbarte Großsporthalle sperren lassen. „Dort haben die Kinder Sport getrieben und möglicherweise Erreger hinterlassen“, sagte Bürgermeister Klaus Rübesamen auf Anfrage der NWZ. Deshalb werde die Halle jetzt auch desinfiziert. Montag, spätestens Dienstag solle sie wieder zur Verfügung stehen.

60 Schüler erkrankt

Seit dem Mittwoch der vergangenen Woche hatte sich die Zahl der Schüler mit Magen- und Darmerkrankungen vor allem in den unteren Jahrgängen stark erhöht, teilt Henning Reimers mit, der didaktische Leiter der Oberschule. Betroffen seien insgesamt jeweils etwa 15 Schüler gewesen, bis zum Mittwoch erhöhte sich die Gesamtzahl der Erkrankten auf 60, ergänzt Matthias Sturm, der Sprecher der Kreisverwaltung. Insgesamt zählt die Oberschule etwa 340 Schüler. Der Schulleiterin Anja Bode liegen noch keine konkreten Zahlen vor.

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„Es fing klein an, wurde dann aber immer mehr“, schildert die Schulleiterin Anja Bode. Zwischendurch ließ sie auch den Sanitätsraum desinfizieren. Nach den ersten ernsthaften Anzeichen einer Erkrankungen waren die Schüler zunächst in diesem Raum im Gebäude 3 der Schule versorgt worden, entsprechend war sein Zustand. Als auch diese Desinfektion nicht half, zog die Schulleiterin am Mittwochvormittag die Notbremse und informierte das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung.

Zu dem Gespräch von Schulleitung und Gesundheitsamt wurde auch eine Nordenhamer Reinigungsfirma gebeten. Das Unternehmen erhielt vom Gesundheitsamt kurzfristig den Auftrag, die betroffenen Teile der Schule zu desinfizieren. Beginnen sollen die Arbeiten an diesem Donnerstagmorgen. Dafür muss die Oberschule vorübergehend ihren Lehrbetrieb einstellen.

Lehrer nicht betroffen

Betroffen waren vor allem jüngere Schüler der Jahrgangsstufen fünf und sechs, aber auch einige Schüler in höheren Klassen, sagt Anja Bode. Desinfiziert werden müssen zwei oder drei Klassenräume im Gebäude 3, in dem die jüngeren Jahrgänge unterrichtet werden – und wo auch die Schulleitung sitzt –, und die Toiletten in allen Gebäuden der Oberschule. Gesperrt wurden am Mittwoch sämtliche Toiletten und der Sanitätsraum gegenüber dem Schulsekretariat. Bei der Desinfektion wird besonderer Wert auf die Türklinken gelegt, sagt Anja Bode. Denn die fasst jeder Schüler an.

Lehrer sind nach dem Kenntnisstand der Schulleiterin bislang von dem Virus nicht betroffen. Woher der Erreger kommt, ist auch ungeklärt.

„Eine solche Infektion ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich“, sagt Matthias Sturm. Um den Erreger klassifizieren zu können, haben Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes am Mittwoch Proben genommen und an ihre Kollegen vom Landesgesundheitsamt geschickt. Die werden frühestens am Freitag ein Ergebnis haben, möglicherweise auch erst Anfang nächster Woche, ergänzt Matthias Sturm.

Doch die Amtsärzte tippen schon jetzt auf einen Norovirus. „Die gesamte Symptomatik deutet darauf hin“, begründet der Kreissprecher und erwähnt Spontandurchfall und -erbrechen nach vorherigem Unwohlsein.

Information für Eltern

Schulleiterin Anja Bode hat die Schüler am Mittwoch aber nicht einfach so nach Hause geschickt, sondern mit einem Informationszettel für die Eltern ausgestattet – und zwar in allen an der Oberschule gängigen Sprachen, etwa auch Türkisch oder Arabisch. Darin werden die Eltern auf die Gefahren einer Magen- und Darmerkrankung hingewiesen und aufgefordert, bei bestimmten Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Das hatten sie zu Beginn der Seuche nicht gemacht. Die betroffenen Kinder hatten sich oft nach zwei Tagen wieder fit gefühlt und waren in die Schule zurückgekehrt. Dabei waren sie aber noch Überträger und steckten ihre Mitschüler an. So kam die Sache erst richtig ins Rollen.

Wie Matthias Sturm sagt, ist es seit Menschengedenken in der Wesermarsch nicht mehr vorgekommen, dass eine Schule wegen einer Seuche komplett für mehrere Tage schließen musste. Die einzige Erfahrung in dieser Richtung bezieht sich auf einen Kindergarten in Berne, der 2010 komplett geschlossen werden musste. Aber nicht wegen eines Virus, sondern wegen einer Salmonelleninfektion.

 Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung wendet sich noch mit einer dringenden Bitte an Schüler, die erkranken, und ihre Eltern: Sie sollen sich mit den Mitarbeitern dieser Behörde in Verbindung setzen, die unter Telefon 04401/927 513 oder 927 514 zu erreichen ist.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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