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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Ärger ohne Ende um den Bus aus Brake

21.10.2017

Rodenkirchen Um viertel vor sechs ist für Fabian Korsak die Nacht zu Ende. Während andere Schüler der Oberschule Rodenkirchen sich noch einmal im warmen Bett umdrehen, wird der Zehnjährige von seiner Mutter Joanna geweckt. Denn die Schule wartet nicht auf den Fünftklässler – und der Bus auch nicht.

Fabian Korsak wohnt in Brake, aber seit Schuljahresbeginn besucht er – wie sein älterer Bruder – die Oberschule Rodenkirchen. Seine Mutter Joanna Korsak schwört auf die Oberschule: „Schulleitung und Lehrerkollegium machen sehr viel für die Kinder. Wir sind total zufrieden mit dieser Schule.“ Die anderen Mütter aus Brake, die mitgekommen sind, nicken. Alle haben Rodenkirchen ganz bewusst den Vorzug vor einer Schule in ihrer eigenen Stadt gegeben.

Gut 40 Schüler aus Brake

Wenn nur das ewige Generve mit dem Bus nicht wäre. Seit vor drei Jahren die Schuleinzugsgrenzen aufgehoben wurden, dürfen Braker Schüler auch die Oberschule in Rodenkirchen besuchen – und sie tun es in großer Zahl, sagt Henning Reimers, der didaktische Leiter der Oberschule. Und so lange gibt es auch die Probleme mit dem Bus.

Henning Reimers schätzt die Zahl der Braker Schüler an seiner Schule auf mehr als 40. Allein unter den 46 Fünftklässlern reist fast jeder zweite aus der Kreisstadt an.

Einen extra Schulbus gibt es nicht für sie. Stattdessen fuhren sie in den ersten drei Jahren mit der Linie 440, dem Wesersprinter. Laut Fahrplan kommt er um 7.35 Uhr in Rodenkirchen an, völlig ausreichend für den Schulbeginn um 7.40 Uhr also. Doch wen man auch fragt: Immer hört man, dass der Wesersprinter nie pünktlich sei. Nur selten kamen die Schüler vor 8 Uhr in der Klasse an – ein Ärgernis für die Lehrer, die Schüler aus Brake und auch für die übrigen Schüler, die schon mitten im Unterricht waren.

Umso froher waren die Braker Eltern, als die Kreisverwaltung Anfang dieses Schuljahres noch einmal in ihre Kasse griff und einen weiteren Bus bestellte – die Linie 453 von Brake bis nach Nordenham. Auch Joanna und Fabian Korsak waren glücklich mit der neuen Lösung. Der Bus fuhr um 7.07 Uhr am Braker Bahnhof und kam um 7.18 Uhr am Marktplatz Rodenkirchen an.

Doch das Glück währte nur einige Wochen, denn die Buslinie wurde Opfer ihres eigenen Erfolges, wie Matthias Sturm erläutert, der Sprecher der Kreisverwaltung. „An jeder Haltestelle standen Kinder, die mitgenommen werden wollten“, schildert er. Die Konsequenz: Der Bus brauchte länger. Kein Problem für alle, die nur nach Rodenkirchen wollten, wohl aber eines für alle anderen, deren Ziel das Gymnasium Nordenham war: Jetzt kamen sie jeden Tag zu spät.

Das konnte so nicht weitergehen, und deshalb fährt der Bus seit dem Ende der Herbstferien schon um 6.54 Uhr am Braker Bahnhof ab. Und deshalb ist die Nacht für Fabian Korsak und seine Mitschüler eine kostbare Viertelstunde kürzer als bisher. Joanna Korsak und die anderen Braker Mütter fordern deshalb, dass die Buszeiten vom Sommer wiederhergestellt werden, noch lieber wäre ihnen ein eigener Schulbus bis zur Oberschule. Tanja Weber, die neue Vorsitzende des Schulelternrats, unterstützt den Elternprotest, auch wenn sie sich gewünscht hätte, sie wäre früher einbezogen worden.

„Zwei Alternativen“

„Optimal ist die Situation nicht“, gibt Henning Reimers zu, „aber unzumutbar ist sie auch nicht.“ Denn ab 7.20 Uhr sei das Schulsekretariat besetzt, und auch die ersten Lehrer seien schon da: „Die Schüler dürfen also ins Gebäude und sie sind dort nicht allein.“

Auch Matthias Sturm sieht keine dritte Alternative zu der jetzigen Regelung: „Es gibt schon zwei Alternativen: den Wesersprinter und die Bahn.“

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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