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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Geburtshelferin im Indischen Ozean

11.11.2017

Sansibar /Brake /Ovelgönne Das Mnarani Marine Aquarium in Nungwi hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Populationen der Meeresschildkröten rund um das Sansibar-Archipel zu schützen. Aus diesem Grund werden hin und wieder Nester der umliegenden Inseln geborgen und ins Aquarium gebracht, damit die Reptilien dort in einer geschützten Umgebung schlüpfen und aufwachsen können. Denn in der freien Natur überleben bei einem Nest von 50 bis 200 Eiern durchschnittlich nur fünf Schildkröten.

Dies liegt an vielen verschiedenen Gründen: Zum einen schaffen es längst nicht alle Schildkröten, sich aus dem Ei und dann aus dem Sand zu befreien. Und danach müssen sich die winzigen Tiere vielen Fressfeinden auf den Weg zum Wasser und im Wasser selber stellen. Erst wenn die Schildkröten mit rund 25 Jahren ausgewachsen sind, haben sie kaum noch natürliche Fressfeinde im Meer.

Bei dieser Suche nach Nestern durften einige von uns Freiwilligen dabei sein. Wir sind dafür nach Tumbatu Island gefahren. Auf Zanzibar, so die hiesige Schreibweise, legen die Schildkröten nämlich keine Eier mehr ab, weil die Insel schon zu bewohnt ist und die Tiere die Situation daher als zu unsicher einschätzen. Tumbatu ist für Touristen nicht zugänglich, weshalb es eine umso größere Ehre für uns war, dort mitgehen zu dürfen.

Wir haben dann an diesem unglaublich schönen und unberührten Strand nach den Nestern geschaut und schon nach dem dritten Anlauf fanden wir ein frisches Nest. Die Eier sind recht tief eingegraben, weshalb man vorsichtig seinen Weg zu ihnen graben muss. Wenn man dann auf Höhe der Eier ist, wird jedes einzelne in eine mit Sand gefüllte Wanne gelegt. Die sehr weichen kleinen Eier durften dabei nicht gedreht oder beschädigt werden, damit der „Umzug“ die Babys nicht beeinträchtigt. Dabei schlüpften schon einige „Frühchen“, so dass wir live bei einer Schildkrötengeburt dabei sein konnten. Das zu sehen, war unglaublich aufregend und spannend. Als wir alle 75 Eier für den Transport vorbereitet hatten, sind wir noch die Fischernetze um die Insel abgetaucht um dort (wenn nötig) Tiere zu bergen. Zum Glück fanden wir keine.

Schon zwei Tage darauf hatten es 66 Tiere aus ihren Eiern geschafft, was eine sehr gute Quote ist. Nach 24 Stunden im Sand, in denen sich der Bauchpanzer schließen muss, sind die Tiere jetzt im Wasser. Es bedarf noch einiger Übung, sich im Wasser zu orientieren und zu bewegen, aber soweit sehen alle Babys ganz gut aus.

Die Kleinen werden zunächst in kleinen Becken gehalten, damit sie nach Fisch tauchen und ihn problemlos fressen können. Die Babys gehören zur Art Green Turtle, die sich die ersten zwei Lebensjahre von Fisch ernähren. Sie brauchen die Proteine, damit sich ihr Panzer ausbilden kann und erst danach steigen sie auf Seegras um und werden Vegetarier. Durch die vielen Babys haben wir jetzt alle Hände voll zu tun. Aber es ist so schön, die Entwicklung der Babyschildkröten beobachten zu können.

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Marine