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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

Drei Religionen an acht Tagen

10.03.2018

Tossens Am Straßenrand lagen brennende Autoreifen. Maskierte Kinder warfen – offenbar als Reaktion darauf, dass am Tag zuvor angeblich Israelis einen junge Palästinenser erschossen hatten – Felsbrocken vor und auf Autos. Und plötzlich verhedderte sich ein langer Draht in einer der Achsen des altersschwachen Busses.

Diese Szene ist der nachhaltigste Eindruck, den zwei junge Leute der Zinzendorfschule in Tossens bei einer Reise der besonderen Art gewonnen haben. Lisa Hellwig und Marco Diekmann, die beide die elfte Jahrgangsstufe der Zinzendorfschule besuchen und als Schülersprecher des Gymnasiums fungieren, waren acht Tage in Jerusalem und Palästina unterwegs.

Die evangelischen Zinzendorfschulen Herrnhuth (Sachsen) hatten die Begegnungsreise bereits zum zweiten Mal organisiert und dabei den Kollegen in Tossens zwei freie Plätze angeboten. Andrea Turmann aus dem Schulleiterteam fragte als erstes ihre beiden Schülersprecher und musste sich dann nicht lange weiter umhören. Denn Lisa Hellwig und Marco Diekmann sagten direkt zu.

Eine Begegnung mit drei Religionen, komprimiert auf acht Tage, folgte für die 17-jährige Eckwarderin und den 18-jährigen Kleinensieler. Zusammen mit Schülern sowie zwei Lehrern und einem Vater aus Herrnhut folgten die beiden Wesermärschler den Spuren Jesu Christi. Sie besuchten in Bethlehem die Geburtskirche, die an genau der Stelle steht, an der Jesus in einem Stall zur Welt gekommen sein soll. Die Grabeskirche in Jerusalem, an der Jesus gekreuzigt worden sein und begraben liegen soll, war eine weitere Station.

Das religiöse Kontrastprogramm bildeten der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee. Letztere gilt als die drittwichtigste Moschee des Islams. Der unweit der Klagemauer gelegene Felsendom ist der älteste monumentale Sakralbau des Islams und eines der islamischen Hauptheiligtümer.

Ebenfalls in Jerusalem wurden die Schüler Zeugen einer jüdischen Beisetzung. Dann erlebten sie, wie im abendlichen Tel Aviv das Leben brodelt, um nur ein paar Straßen weiter abseits der Touristenpfade in eine ganz andere Welt einzutauchen.

Ein wichtiger Bestandteil der Reise war ein Aufenthalt auf dem Sternberg rund 25 Kilometer nördlich von Jerusalem. Dort betreibt die weltweite Brüder-Unität eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Das Star Mountain Rehabilitation Center umfasst eine Förderschule und einen Kindergarten, in denen Christen und Muslime gemeinsam betreut werden. Die Mitglieder der Reisegruppe führten viele Gespräche, redeten „über Gott und die Welt“, wie es Marco Diekmann beschreibt.

Ihre Reise führte sie in eine Region voller Konflikte. Dennoch hätten sie sich sicher gefühlt, berichten Lisa und Marco. Eine Ausnahme bildete die Szene auf der Straße, die die jungen Leute als sehr bedrohlich empfunden haben.

So oder so, die beiden Zinzendorfer sind froh, die Reise mitgemacht zu haben. Sie haben viel gesehen, viel gelernt. An der Schule werden sie über ihre Reise referieren, außerdem einen Vortrag beim Nordenhamer Rotary-Club halten. Die Rotarier hatten den jungen Leuten einen Reisekostenzuschuss gewährt.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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