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NWZonline.de Region Wesermarsch Bildung

BILDUNG: Trotz vieler Handikaps zum Erfolg

05.07.2007

NORDENHAM Sie verfügten beide über exzellente Zeugnisse in ihren Heimatländern. Die Kurdin Busra Direk (21) fühlte sich wohl in der Türkei. Gleiches gilt für Tatiana Schwitallik (21) aus Polen. Der schulischen Laufbahn und dem beruflichen Werdegang stand eigentlich nichts im Wege – doch plötzlich fanden sich die jungen Frauen aufgrund familiärer Ereignisse in Deutschland wieder, der Sprache absolut unkundig. Beide haben jetzt das Abitur am Gymnasium Nordenham mit Bravour bestanden.

Die sympathischen jungen Frauen hatten es schwer. So war Busra Direk die Kultur völlig fremd, in der sie sich nun zurecht finden musste. Und auch die Erfahrungen am Gymnasium trugen zunächst nicht dazu bei, ihre Stimmung zu heben. „Es war katastrophal“, erinnert sich Busra Direk an ihre erste Zeit in Deutschland. Dass sie mutig weitermachte und sich schließlich wie ihre Freundin Tatiana Schwitallik gegen alle Hemmnisse, Missgunst und Konkurrenzdenken durchsetzte, haben sie der Lehrerin Karin Unger-Waßhausen zu verdanken. Sie war in all den Jahren ihre Mentorin und hat ihnen Deutsch sowie viel Wissenswertes über die Mentalität und die Kultur der neuen Heimat beigebracht. „Ohne sie hätten wir das alles nicht geschafft“, sagt Tatiana Schwitallik.

Busra Direk begann in der zehnten Klasse. Als Schülerin eines türkisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums fiel es ihr relativ leicht, den auf Deutsch vermittelten Stoff in Chemie, Mathematik und Biologie zu verstehen. Das Handikap war die Sprache. Karin Unger-Waßhausen nahm sich der Schülerin an, ein Jahr später kam dann auch Tatiana Schwitallik hinzu. Sie ging in die elfte Klasse. Zwölf Stunden in der Woche paukte Karin Unger-Waßhausen mit den Mädchen Grammatik, Geschichte und Politik. Freizeit gab es für die Schülerinnen kaum noch. Selbst in den Herbst- und Weihnachtsferien büffelten die Quereinsteiger, um am Gymnasium mithalten zu können. „Das war ein All-Round-Programm“, erinnert sich die Lehrerin, die privat gut 1000 Stunden Unterricht gab.

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Für die Mädchen war es dennoch kein glatter Durchgang an der Schule. Tatiana Schwitallik, die bereits in Zabrze die elfte Klasse besucht hatte, musste in Nordenham sogar das elfte Schuljahr noch einmal wiederholen. Die meisten Mitschüler schnitten die beiden Ausländerinnen. „Sie haben uns nicht akzeptiert, bis auf wenige Ausnahmen“, erzählen die beiden übereinstimmend. Die Beziehungen verbesserten sich etwas nach geraumer Weile. Problematisch war mitunter auch das Verhältnis zu den Lehrern. Zwei heben die beiden positiv heraus: Cornelia Elsen und Manuela Stender. „Auch Frau Scatulla hatte immer ein offenes Ohr für uns“, erwähnen sie. Riesigen Respekt zollt Karin Unger-Waßhausen dem Schulleiter Klaus-Dieter Laske, der trotz vieler Widerstände und gegen große Teile des Kollegiums und der Schulbehörde stets dem Triumvirat beistand. Er hätte die Schülerinnen nicht am Gymnasium aufnehmen müssen, weiß die 65-Jährige.

Es sei wichtig, intelligenten Menschen eine Chance zu geben, sagt sie. Die Schülerinnen haben Selbstvertrauen gefasst, besitzen Persönlichkeit und einen festen Willen. Busra Direk möchte Pharmazie und Politikwissenschaften studieren. Der Beruf der Dolmetscherin oder Lehrerin schwebt Tatiana Schwitallik vor. Sie möchte später einmal Migrantenkindern helfen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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